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Spider Filmkritik

 
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plam
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BeitragVerfasst am: Do Jan 25, 2007 15:42    Titel: Spider Filmkritik

"Spider"

Bereits 2003 in den deutschen Kinos gelaufen und längst auf DVD erhältlich, könnte ich mir vorstellen, dass einige den Film schon gesehen haben. Regisseur David Cronenberg ist schließlich, trotz etlichen schwierigen Filmen, kein Unbekannter mehr. Zu seinen wohl bekanntesten Werken zähle ich "Videodrome", "Die Fliege" (Remake) und natürlich den grandiosen "eXistenZ". Da ich mich zur Zeit (und noch eine ganze Weile bis in den August hinein) ausführlich im Rahmen meines Studiums mit dem Film auseinandersetze, dachte ich mir, dass eine Rezension des Filmes nahezu erforderlich ist. Denn bei meiner Recherche musste ich bislang feststellen, dass die Filmwissenschaft im Grunde bereits bei "eXistenZ" aufgehört hat, über Cronenberg zu schreiben (Warum? Keine Ahnung). Die dennoch unzähligen, im Netz verfügbaren Reviews zu "Spider" können dem Film jedoch nicht ansatzweise gerecht werden, da sie ihn offensichtlich zu einseitig betrachten, oder gar falsch verstanden haben. Nun denn....

Zum Inhalt:

Spider, so der Spitzname von Dennis Cleg, wird aus einer psychiatrischen Anstalt entlassen und kehrt in seine alte Heimat nach London zurück. Dort begibt er sich alsbald auf die "Reise" in seine Vergangenheit. Er leidet an Schizophrenie. Irgendetwas muss vorgefallen sein in seiner Kindheit und dies gilt es nun herauszufinden. So erinnert sich der Zuschauer quasi gemeinsam mit Spider an dessen Kindheit und lernt so die liebevolle Mutter und den tyrannischen Vater kennen. Dieser kümmert sich kaum um die Familie, sondern vergnügt sich lieber in der Kneipe, wo er schließlich die Prostituierte Yvonne kennenlernt. Als die Mutter den Vater und die heimliche Geliebte schließlich "erwischt", kommt es zur Katastrophe: Der Vater bringt seine Frau um. Spider sinnt auf Rache und will Yvonne, die sich nun als seine neue Mutter zu profilieren versucht, loswerden. Die nächste Katastrophe scheint vorprogrammiert...
Sind es diese Ereignisse, die Spider zu dem verstörten, introvertierten Mann machten, der er heute ist? Oder war es vielleicht doch alles ganz anders?


Kritik:

Genau das sind die Fragen, die sich nicht nur Spider stellen muss, sondern mit ihm auch der Zuschauer, wenn er gewillt ist, diesen Film "aufzulösen. Doch genau dabei verlangt Cronenberg seinem Publikum (wie schon so oft) Einiges ab. Diesmal vor allem Geduld, denn es geschieht extrem wenig in dem Film. Hinzu kommt, dass Spider derart zurückgezogen lebt, dass er kaum spricht und wenn, dann für den Zuschauer zumindest nahezu unverständliches Gemurmel. Man ist folglich an die Bilder gebunden, um bei Cronenbergs Film am Ball zu bleiben. Dass man Cronenberg Filme grundsätzlich sehr gut mit Hilfe von Freud "lesen" kann, ist zuweilen bekannt, hilft in diesem Falle jedoch nicht wirklich weiter. Der Film ist vielmehr als medientheoretische Referenz auf das Kino selbst zu verstehen. Begibt man sich auf die Erinnerungsreise von Spider, ist man schon bald gefangen in einem Netz aus Realität und Illusion. Doch spätestens dann ist es bereits zu spät: man hat die objektive Position des Zuschauers aufgegeben und folgt Spider voll und ganz in seine Version der Realität.

1895 drehten die Gebrüder Lumière den Film "L´Arriveé d´un train à la ciotat". Als dieser Film wohl als einer der ersten Filme überhaupt vor Publikum gezeigt wurde, geriet ein Großteil des Publikums in Panik, da man meinte, der Zug würde tatsächlich durch das Kino fahren. Cronenberg beginnt nun seinen Film Spider mit einer Einstellung am Bahnhof, die mehr als eindeutig auf den einfahrenden Zug der Lumières verweisen soll. Bereits hier verweist er zugleich auf die ungeheure illusorische Macht des Kinos. Zwischendurch gibt Cronenberg noch eine Vielzahl an Hinweisen, die immer wieder verdeutlichen sollen, dass es sich um eine Illusion handelt und man dem Gezeigten nicht immer trauen soll. (Ich werde mich jedoch hüten, hier zu viel zu verraten/daher auch keine Spoiler) Allerdings wird man wohl erst beim zweiten Anschauen des Filmes auch für diese Hinweise noch Zeit und Konzentration finden.

So muss man sich sicherlich überwinden, die Laufzeit von rund 95 Minuten tatsächlich aufmerksam über sich ergehen zu lassen. Doch lässt man sich schließlich darauf ein, so wird man mit einem bemerkenswert tiefgründigen Film belohnt, welcher sein wahres Potential allerdings erst nach mehrmaligem Ansehen offenbart.

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BeitragVerfasst am: So Feb 04, 2007 10:50    Titel:

Also eine schwere Kost?
Spielt da wer bekanntes mit oder gibt es hier Filmemacher die einen vielversprechenden Film gemacht haben?
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BeitragVerfasst am: Mi Nov 05, 2008 08:23    Titel:

Hab die Kritik eben entdeckt, super geschrieben, gerade bei einem Film dessen Faszination ohne Spoiler kaum zu beschreiben ist.

Um Tribuns Frage zu beantworten, Hauptdarsteller sind Ralph Fiennes als Spider und Gabriel Byrne als dessen Vater, beide spielen klasse.

Habe Spider mehrere Male gesehen und auf DVD, es ist ein Film der seine Faszination nie verliert.
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