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Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4981
Wohnort: Oferdingen
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Verfasst am: Mi Nov 21, 2007 14:38 Titel: Sunflower |
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Haebaragi
해바라기
aka Sunflower
Südkorea 2006
Regie: KANG Seok-beom 강석범
Kamera: KIM Woo-jae 김우재
Drehbuch: KANG Seok-beom 강석범
Musik: LEE Uk-hyeon 이욱현
DarstellerInnen: KIM Rae-won 김래원, KIM Hae-suk 김해숙, HEO I-jae 허이재, KIM Jeong-tae 김정태, HAN Jeong-su 한정수, KIM Byeong-wook 김병욱, JI Dae-han 지대한
Musikvideo:
„Nie wieder trinken. Nie wieder kämpfen. Nie wieder weinen.“
Tae-sik saß wegen Totschlags zehn Jahre im Gefängnis. Nach seiner Haftentlassung möchte er einen Neuanfang wagen und kehrt in seinen Heimatort zurück. Dort wird er von der verwitweten Besitzerin des Restaurants Sonnenblume aufgenommen und findet nach anfänglichen Schwierigkeiten in ihr und ihrer Teenagertochter Hee-ju Familie und Geborgenheit.
Doch schon bald ziehen die Schatten der Vergangenheit wie dunkle Wolken über seinem neuen Leben herauf...
Gangsterdramen blicken in Korea auf eine sehr lange Tradition zurück und neuere Werke in dieser Richtung werden daher gerne von Kritikern in Grund und Boden verdammt, weil sie nichts Neues mehr zu bieten haben. Umso erstaunlicher scheint es daher im ersten Moment, daß „Sunflower“ nicht nur beim Publikum, sondern auch bei den Berufsschreibern sehr gut ankam, läuft der Film doch eigentlich auch nach dem altbekannten Konzept: Gangster, der aussteigen will, wird von der Vergangenheit eingeholt und findet sich schließlich zwischen allen Fronten wieder.
Interessanterweise schafft es „Sunflower“, daß einem während des Schauens gar nicht so stark bewußt wird, daß der Film eigentlich einem allzu vertrauten Rezept folgt.
Grund dafür ist wahrscheinlich, daß „Sunflower“ viel stärker als Drama aufgebaut ist als andere Filme dieser Art. Und mit Drama meine ich jetzt nicht den langsamen Aufbau einer melancholischen Atmosphäre, sondern das, was ein Drama nach koreanischer Auffassung auszeichnen sollte: Eine Kombination von Elementen, die einen zum Lachen bringen und Elementen die einen zum Weinen bringen.
„Sunflower“ ist auf diesem Gebiet sehr erfolgreich. Vor allem in der ersten Phase, in der Tae-sik sich erst wieder resozialisieren muß, überzeugt er durch einen Humor, der sich aus der anfänglich ablehnenden Haltung Tae-siks neuer Schwester Hee-ju, aus dem Misstrauen und dem Schrecken seiner ehemaligen Kumpanen und der örtlichen Polizei und einiger Lacher wegen seines Tatoos ergibt. Die tragischen Elemente flechten sich erst langsam ein. Im Gegensatz zu anderen Filmen, erfolgt aber kein Bruch zwischen lustig und traurig, sondern das eine gleitet langsam in das andere über.
Das erklärt natürlich noch nicht, warum man einige sehr konstruierte Stellen in der Story ohne mit der Wimper zu zucken hinnimmt. Dies hat einen anderen Grund und liegt in einer Mischung aus Charakterzeichnung und gutem Schauspiel. Die Figuren, auch die Nebenfiguren, besitzen alle eine eigene Persönlichkeit und werden auch ausführlich eingeführt, so daß sie sehr real wirken und dadurch kleine Zufallsanhäufungen in der Geschichte erfolgreich ausgleichen.
Eine kleine Ausnahme davon ist die Gestalt des Bösewichts Jo Pan-su, die zwar auch sehr gut von Kim Byeong-wuk verkörpert wird, aber trotzdem keine Gelegenheit hat, als Person aus ihrem Klischee hervorzutreten.
Da wir nun schon bei den Schauspielern sind, möchte ich hier den Hauptdarsteller Kim Rae-won (Mr. Socrates, My Little Bride) noch einmal lobend erwähnen. Das war eine sehr schön Leistung, die er hier abgeliefert hat. Die Gestalt des ehemalig toughen, jetzt eher von sich selbst erschreckten Tae-sik, der gegen seinen Willen zum Äußersten getrieben wird, wirkt den ganzen Film über durchaus glaubhaft. Um ehrlich zu sein, ist mir durch „Sunflower“ erst aufgegangen, daß der Junge tatsächlich schauspielern kann...
Die Kameraarbeit von „Sunflower“ ist sehr ordentlich. Und auch, wenn sich das jetzt ein bisschen doof anhört: die Winkel waren wirklich gut ausgewählt.
Auch am Sunflowerscore kann man nicht merken. Die Mischung aus klassischer Musik und melancholischem Pop/Softrock (höre Musikvideo oben) wurde an den passenden Stellen eingesetzt.
Was mich ein wenig gestört hat und mir momentan sowieso an vielen asiatischen Filmen unangenehm aufstößt, war der Einsatz von künstlichem Sonnenuntergang. Ich finde so etwas eher kitschig als ästhetisch. Es kam hier aber zum Glück nur in einer Szene vor und war daher noch zu verkraften.
„Sunflower“ ist keine Revolution des Genres, aber holt alles, was möglich ist, aus seiner Geschichte heraus und ist erstklassige Unterhaltung. Persönlich finde ich, dass es einer der schönsten Filme ist, die 2006 in Korea erschienen. Er hätte auch ein deutsches DVD-Release viel eher verdient, als die meisten koreanischen Filme aus dem gleichen Jahr, die bei uns erschienen sind.
Ich habe den Film übrigens neulich bei einem Filmabend gesehen und er kam beim gesamten, recht gemischten Publikum sehr gut an.
Anmerkung:
In Korea werden die Bezeichnungen „Bruder“, „Schwester“ usw. nicht nur für leibliche Familienangehörige benutz, sondern auch für nahestehende Personen und Bekannte. Aussagen wie: „Ich werde Dich nicht Bruder nennen“ haben also schon eine etwas schwerer Bedeutung als bei uns.
Korea 2-Disc Special Edition
iVision
R3 / NTSC
Laufzeit: ca. 117 min
Bild: 1,85:1 anamorphic widescreen
Ton: Koreanisch dts + DD 5.1 Surround
Untertitel: Koreanisch, Englisch
Extras: Audiokommentar, Making Of, Behind the Scenes, Regisseur Kang Seok-beom’s „Another Story“, die Musik, Deleted Scenes, Alternate Ending, Posteraufnahme, Premiere, Konzertvorschau, Trailer, TV-Spot, Musikvideo
Die Erstauflage ist in einem Digipack inklusive mehrseitigem Booklet und drei Postkarten mit Motiven der Filmplakate erschienen.
In der Zwischenzeit ist der Film in Korea als auch Single Disc Edition erschienen, die wohl aber momentan nicht mehr erhältlich ist.

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GAMBIT CineMaster


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Verfasst am: Di Dez 01, 2009 22:45 Titel: |
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Hab den nun auch endlich gesehen - dank deiner Beharrlichkeit
werd nen Review dazu schreiben _________________ Meine Rechtschreibfehler sind nicht urheberrechtlich geschützt und dürfen übernommen werden.
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GAMBIT CineMaster


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Verfasst am: Do Dez 03, 2009 20:12 Titel: |
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Na den endlich fertig - danke Namu für den Tip
Sunflower
REVIEW
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Do Dez 03, 2009 22:52 Titel: |
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@Gambit: yeah, yeah! Du bist mein Held!
Da hast Du mir aber wirklich aus der Seele geschrieben!
Das Ende des Films fand ich auch ein wenig irritierend. Fiel irgendwie ein wenig aus dem Rahmen... Ich habe es dann einfach mal so hingenommen.
Aber ist es nicht wirklich traurig, daß der Film kein deutsches DVD-Release bekommen hat? Ich kann das gar nicht nachvollziehen! |
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GAMBIT CineMaster


Anmeldedatum: 24.10.2007 Beiträge: 744
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Verfasst am: Fr Dez 04, 2009 09:33 Titel: |
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| Namu hat Folgendes geschrieben: |
@Gambit: yeah, yeah! Du bist mein Held!
Da hast Du mir aber wirklich aus der Seele geschrieben!
Das Ende des Films fand ich auch ein wenig irritierend. Fiel irgendwie ein wenig aus dem Rahmen... Ich habe es dann einfach mal so hingenommen.
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Hahhh das geht runter wie Öl … der Film war gar nicht so einfach in Worte zu fassen sass da echt lang an dem Review. Wie gesagt noch mal Danke – ohne dein zureden hätte ich den Film wie gesagt links liegen gelassen, jetzt bin ich auch noch mehr motiviert Mr. Socrates anzuschauen, da spielt ja der selbe Hauptdarsteller mit oder?
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Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Fr Dez 04, 2009 15:24 Titel: |
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| GAMBIT hat Folgendes geschrieben: |
| jetzt bin ich auch noch mehr motiviert Mr. Socrates anzuschauen, da spielt ja der selbe Hauptdarsteller mit oder? |
Ja, Kim Rae-won spielt auch "Mr. Socrates".
Allerdings ist "Mr. Socrates" ein komplett anderer Film als "Sunflower". "Mr. Socrates" ist ein wenig ein seltsamer Film. Es sollte ja ursprünglich ein Thriller mit Undercovergeschichte werden, aber der Film hat sich im Entsehungsprozeß verselbständigt und was dann im Endeffekt dabei herauskam, war eine etwas anarchistische und etwas schwarze Komödie. Man kann da sehr leicht mit den falschen Erwartungen dran gehen und es ist auch allgemein nicht wirklich jedermanns Sache. Ich habe das Ganze mehr als eine böse Abrechnung mit dem Schulsystem gesehen und als Ex-Pädagoge fand ich das interessant und amüsant. Ich kenne aber x Menschen, die den Film einfach nur blöd fanden und auch wenn das meiner Liebe zum Film keinen Abbruch getan hat, konnte ich deren Standpunkt doch trotzdem nachvollziehen... |
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