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The Big Lebowski Filmkritik

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plam
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BeitragVerfasst am: Do Apr 10, 2008 12:39    Titel: The Big Lebowski Filmkritik



THE BIG LEBOWSKI

Kinostart (D): 19. März 1998
Produktion: USA/UK 1998
Regie: Joel Coen/Ethan Coen
Drehbuch: Joel Coen/Ethan Coen
Darsteller: Jeff Bridges, John Goodman, Steve Buscemi, Juliane Moore, uva.
Laufzeit: 117 min.


Jeffrey Lebowski ist im Grunde ein Niemand, nicht weiter wichtig, kaum Wert, sich über ihn Gedanken zu machen. Ungepflegt, White Russian drinkend und ständig im Bademantel und Pantoffeln unterwegs gehört er zu jener Sorte Mensch, die weit ausserhalb der "normalen" Gesellschaft existiert und der es dabei auch noch den Umständen entsprechend gut geht. Der Dude, wie sich Lebowski gern selbst nennt, spielt leidenschaftlich gern Bowling und arbeitet eher ungern bis gar nicht. Aber was will man mehr?

So unwichtig ist er dann aber eines Tages doch nicht mehr. Denn plötzlich ist der Dude von enormen Interesse. Woo und Blonde, die im Auftrag des Pornoproduzenten Treehorn handeln, vermuten bei Lebowski jede Menge Geld. Blöd nur, dass sie beim falschen Lebowski sind, denn da gibt es in Los Angelos schließlich noch den stinkreichen Jeffrey Lebowski. Unzufrieden über das nicht vorhandene Geld beim Dude, pinkeln die beiden Schläger auch noch auf Lebowskis schönen Teppich...ausgerechnet der Teppich, der das Zimmer so richtig wohnlich gemacht hat.

Diesen Umstand kann der Dude keinesfalls auf sich sitzen lassen. Er geht zum reichen Lebowski, um sich von diesem seinen Teppich ersetzen zu lassen. Immerhin ist er irgendwie daran Schuld, dass der Teppich nun voller Urin ist. Dieser ist erwartungsgemäß eher unbeeindruckt von den Forderungen des Dude, bietet ihm jedoch kurze Zeit später einen Deal an: Die wesentlich jüngere Frau des reichen Lebowski - Bunny - wurde nämlich zwischenzeitlich, vermutlich durch Treehorn, entführt. Der Dude soll die Lösegeldübergabe übernehmen. An seiner Seite stehen der schießwütige Vietnam-Veteran Walter und der ewig stille, nie gefragte Donny. Doch die Sache, auf die sich der Dude hier einlässt, ist weitaus komplexer, als er selbst vermuten kann.

Maude, die Tochter des reichen Lebowski ist gegen die Übergabe des Geldes. Das Geld selbst wird dem Dude auch noch geklaut. Ferner sind da noch die merkwürdigen Nihilisten, die dem Dude auf den Fersen sind und allmählich darf auch noch ernsthaft daran gezweifelt werden, ob Bunny überhaupt entführt wurde....

Schräg, skurril, Coen...das dürfte im Grunde reichen, um dem Film gebührend eine gute Kritik zu verpassen. Allein die oben zusammengefasste Inhaltsangabe zeigt schon wieder, in welch genial-verwirrend-vertrackt-komisch-witzig-schrägen Situation uns die Gebrüder Coen hier entführen wollen. Großartig und irgendwie "anders" sind ihre Filme immer schon, das wissen wir nicht erst seit "Fargo" oder zuletzt "No Country for Old Men". Und jedes Mal, wenn man einen dieser Filme sieht, neigt man zugleich auch dazu, vom Kult zu sprechen und dies völlig zu recht. Ob "The Big Lebowski" nun der Beste der Coens sei, soll man dahingestellt bleiben, denn irgendwie ist "Fargo" ja auch schon deren Bester, genauso wie "No Country for Old Men".


Wir haben es also mit einem Regie-Duo zu tun, die stets die besten Filme drehen, die man nur drehen kann. Aber warum? Was ist der Reiz dieser Filme? Zugegeben, vertrackte Storys mit überraschenden Wendungen gibt es inzwischen haufenweise, doch keiner erzählt diese so trocken genial, wie die Coens. Sie haben das Gespür für skurrile Typen und wahrlich furztrockenen Humor und Sarkasmus. Interessanterweise drehen sie im Falle von "The Big Lebowski" den Spieß erst einmal ganz grundsätzlich um. Der Dude - der Aussteiger, der Aussenseiter, der Freak - ist doch letztlich in dieser großartigen Freakparade noch der Normalste von allen. Und alles was er will, ist die Wiedergutmachung für seinen Teppich, der das Zimmer erst so gemütlich gemacht hat.

Eines wird bereits deutlich: die schauspielerische Leistung ist durchweg überragend. Auch wenn Jeff Bridges den Film über weite Strecken trägt, so bleibt bei aller Dominanz selbst für jede Nebenrolle noch genügend Platz, um sich mit diesem Film unvergessen zu machen.

Aber auch narrativ ist dieser Film ein wahres Meisterwerk: Interpretativ entzieht er sich im Grunde fast vollständig und vermag dennoch eine nachvollziehbare Handlung zu erzählen. Man kann am Ende dann zwar sagen, dass Etwas passiert ist, aber nicht wirklich genau was und vor allem wie es eigentlich passiert ist. Denn "The Big Lebowski" lässt mehrere Möglichkeiten gleichzeitig nebeneinander bestehen. Normalerweise gibt es eine Geschichte und die Bilder zeigen diese Geschichte. Hier kehrt sich diese Abfolge erneut um. Erst sind die Bilder da und dann entsteht daraus, je nach dem, wie man die Bilder zusammensetzt, eine Geschichte.

Und die Coens bleiben sich auch sonst recht treu. Wie man zuletzt im Kino in "No Country for Old Men" sehen konnte, erzählen die Beiden nicht grundsätzlich immer nur eine Geschichte, sondern verharren vor allem in einem Zustand, beschreiben diesen Zustand. So auch hier: der Zustand ist der, in dem sich der Dude befindet: Er hat eigentlich genug zu tun, muss sich nun aber zu allem Übel auch noch um Ersatz für seinen Teppich bemühen. Dabei schlittert er erneut von einem Extremzustand zum nächsten. Vielleicht macht dies den Dude letztlich auch so normal. Denn egal, wie skurril die Momente auch sein mögen, in die er unverhofft hineingerät, er bleibt doch stets der Selbe, unbeirrbar auf seinem Weg und somit auch sich selbst treu.

Das Schlusswort bringt es diesbezüglich auf den Punkt: Es ist schon gut zu wissen, dass es ihn gibt, den Dude. Er zieht sein Ding durch.

Und es ist nicht nur ein wahrlich gutes Gefühl, zu wissen, dass es den Dude, dass es diesen Film gibt, sondern auch dass es die Ethan und Joel Coen gibt, dass sie Filme machen, dass sie auch dort ihr Ding durchziehen.

Ach ja, ungemein viel geflucht wird natürlich auch noch, daher an dieser Stelle mal nicht der übliche Trailer zum Film, sondern ein kleiner Vorgeschmack auf die "verbale" Kraft des Films Smile
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Nitschewo
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BeitragVerfasst am: So Apr 13, 2008 19:31    Titel:

The big Lebowski ist Kult und gehört zu meinen absoluten Lieblingsfilmen! ...Plam hat eine tolle Review dazu geschrieben.

Falls jemand während oder nach Betrachtung des Streifens Lust auf einen White Russian bekommt, (Mir geht das jedenfalls immer so Cool Wink ) hier ist das Originalrezept dazu:

White Russian:
1 cl Sahne
4 cl Milch
3 cl Kahlua (Kaffeelikör)
3 cl Wodka

In einen Tumbler (Kurzes, zylindrisches Trinkglas mit dickem Boden) Eiswürfel geben und die Zutaten der Reihe nach darüber geben. Es wird nichts gerührt oder geschüttelt. Einen Strohhalm dazu reichen.
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FrEaKnoT
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BeitragVerfasst am: So Apr 13, 2008 21:42    Titel:

So ziemlich jedes Glas ist ein Tumbler...will als Ex-Koch nur mal klugscheißen Very Happy
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FoxSpitzer
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BeitragVerfasst am: Mo Apr 14, 2008 06:00    Titel:

Ich muss auch sagen habe auch für diesen Film gestimmt weil die Film Vorstellung perfekt war! Und der Film einer meiner Favorits ist!

Ein kleines Zitat daraus: Niemand verarscht Jesus! Mosher #1Bang ure head Mr. Green

Der beste spruch in nem Film Very Happy
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Nitschewo
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BeitragVerfasst am: Mo Apr 14, 2008 16:33    Titel:

FrEaKnoT hat Folgendes geschrieben:
So ziemlich jedes Glas ist ein Tumbler...will als Ex-Koch nur mal klugscheißen Very Happy


Ja, klar...und dann gibt es da noch
Longdrinkgläser, Cocktailschalen, Martinigläser und mal abgesehen von Sektgläsern, Weingläsern, Likörgläsern, Pilstulpen, Schnapsgläser.... Wink

Jeder Cocktail wird in einem bestimmten Glas serviert und laut Rezept ist es beim White Russian der Tumbler und nicht die Cocktailschale oder das Longdrinkglas. Aber letztendlich bleibt das jedem selbst überlassen, in was er seinen Drink kippt...kann auch der nächstbeste Eimer sein Very Happy
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Nomak
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BeitragVerfasst am: Mo Apr 14, 2008 19:09    Titel:

@offtopic: stimmt kann auch ein eimer sein kommt ganz drauf an ob man trinkt um zu genießen oder um sich zu besaufen Wink

@plam: ich gebs zu ich hab für die konkurrenz gestimmt aber mir fiel die entscheidung wirklich schwer. da ich diesen film auch sehr mag wollte ich dir nur sagen das die vorstellung wirklich excellent gelungen ist!
der trailer ist ja überhapt köstlich im deutschen kommt das nicht so extrem zur Geltung.
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Foxhunt
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BeitragVerfasst am: Mi Mai 14, 2008 22:15    Titel:

Extremer Kultfilm.
Einer der wenigen Filme die auf Deutsch besser finde als im Original.
"Bekackt" ist aber auch geiler als "fucking". "Fuck" ist ja im Englischen so überpräsent, aber "bekackt" ist ja wohl der absolute Kracher.
Ich hab The Big Lebowski mittlerweile mindestens 20 mal gesehen und finds immer noch so lustig wie beim ersten Mal.
DIE Rolle für Jeff Bridges.
9,4/10
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Algor_Mortis88
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BeitragVerfasst am: Fr Mai 23, 2008 20:00    Titel:

Ich muss meinen Vorredner leider etwas widersprechen...mir sagte The Big Lebwoski nicht wirklich zu...

Im Nachhinein war ich doch recht enttäuscht, da der Film meinen doch recht hohen Erwartungen größtenteils nicht entsprach. Der Buschfunk meldete nur Gutes..."Kultfilm" wurde mir vorgeschwärmt...aber leider konnte der Film diesen Eindruck bei mir zu keinem Zeitpunkt hervorrufen.

Mag sein, dass jener Humor bzw Kultcharakter ein meiner bescheidenen Sicht vorbei gehen...trotzdem aus meiner Sicht...nichts tolles.
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plam
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BeitragVerfasst am: Sa Mai 24, 2008 08:01    Titel:

Leider wird jetzt jedoch nicht so rech klar, was Deine Erwartungen an den Film waren, bzw. was Dich konkret so enttäuscht hat an diesem Film.

Denn Eines ist im Grunde genommen Fakt: Der Buschfunk hatte und hat absolut Recht: hier handelt es sich ohne jeden Zweifel um einen ganz, ganz großen Buschfunk.
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Algor_Mortis88
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BeitragVerfasst am: Sa Mai 24, 2008 18:31    Titel:

Konkret waren es die aufgesetzten, zu künstlichen wirkenden Texte des Dude. Während des Schauens trat dies teilweise bei mir sehr stark in den Vordergrund, sodass ich mich durch den m.M.n. unlustigen Humor, meistens mehr gestört als unterhalten fühlte.
Mag sein, dass ich im Voraus mit zu großen Erwartungen an den Film herangegangen bin und sich somit die Diskrepanz zwischen Vorstellung und Realität besonders groß erschien.

Ich hoffe ich konnte es ein bissel klarer machen.
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