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The Evil Twin

 
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Namu
Die CineGLobe Perle


Anmeldedatum: 21.09.2006
Beiträge: 4981
Wohnort: Oferdingen

BeitragVerfasst am: Fr Apr 27, 2007 08:38    Titel: The Evil Twin

Jeonseolui Gohyang
전설의 고향
aka The Evil Twin
Südkorea 2006/2007




Crew:
Regie: KIM Ji-hwan
Drehbuch: KIM Ji-hwan
Kamera: SON Won-ho
Musik: KIM Jun-sung
Kostüme: GWON Yu-jin

Cast:
PARK Shin-hye --- So-yeon / Hyo-jin
YANG Geum-seok --- Mutter
JAE Hee --- Hyeon-shik
HAN Yeo-un --- Seon-yeong
YANG Jin-woo --- Kim Seon-bi

Genre: Horror, Drama


Trailer:
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Zur Story:

Korea während der Joseon-Dynastie. Ein Mann kommt auf dem Heimweg unter mysteriösen Umständen ums Leben. Zur selben Zeit erwacht in einem Haus im gleichen Ort das Mädchen So-yeon aus einem 10-jährigen Koma. Sie leidet jedoch unter Gedächtnisverlust.
Als es zu weiteren Todesfällen an früheren Bekannten So-yeons kommt, wird dies mit ihrem Erwachen in Verbindung gebracht. Aber ist sie es tatsächlich gewesen? Der einzige, der halbwegs gewillt zu sein scheint, an ihre Unschuld zu glauben, ist ihr Verlobter Hyeon-shik, der sich gegen die arrangierte Hochzeit sträubt, weil er einst ihre vor 10 Jahren verstorbene Schwester Hyo-jin liebte.





Zum Film:

Der Regisseur von „The Evil Twin“ Kim Ji-hwan ist in Korea ein angesehener Filmkritiker, der vor allem auf Horrorfilme spezialisiert ist. Man sollte daher eigentlich annehmen, daß seine Vorkenntnisse ihn davor bewahren würden, die Fehler zu begehen, die dem koreanischen Horrorfilm schon seit einiger Zeit vorgeworfen werden. Leider ist das, auch wenn er mit diesem Film zurück zu den Wurzeln des koreanischen Horrors ging und ihn ins historische Gewand verpackt hat, nicht der Fall.
Wie viele andere koreanische Horrorfilme leidet „The Evil Twin“ darunter, daß man sich nicht entscheiden konnte, welche Richtung dieser Film eigentlich nehmen soll, ob man die Dramen-oder die Horrorseite betonen soll. Am Ende bleibt beides auf der Strecke. Die Horrorseite leidet unter den langen Dramenszenen und der unglaubwürdigen Liebesgeschichte (andere Leute mögen das ganz anders sehen als ich, aber ich halte es wirklich für unwahrscheinlich, daß Hyeon-shik 10 Jahre nach ihrem Tod immer noch nur an Hyo-jin denken kann, nur weil sie seine Kindergartenliebe war) und es vermag so keine rechte Spannung aufzukommen. Für den Dramenteil wirken die ewig gleichen Schreckelemente des koreanischen Horrorfilms – Geister mit langen Haaren und qietschende Soundeffekte – einfach nur störend.
Dabei ist der Dramenteil des Film an sich interessant und hätte zu wirklicher Spannung und Atmosphäre führen können, hätte man sich dazu entschieden, statt auf billige Schreckmoment auf Atmosphäre zu setzen und gleich eine Gothic-Geschichte aus dem Material zu machen. Dazu hätte dann auch die überromantische Liebesgeschichte gepaßt!
Der Dramenteil umfaßt nämlich sowohl eine sehr gute Darstellung verschiedener schwieriger, sozialer Beziehungen innerhalb einer Familie, als auch –geschickt damit verworben und dann ausgeweitet- den psychischen Druck, der auf So-yeon liegt und zu einer Art Pygmalion Effekt führt. So-yeon ist schockiert, als sie mehr und mehr herausbekommt, welch unangenehmer Charakter sie wohl vor ihrem Unfall gewesen war. Aber je mehr sich die Leute zu ihr verhalten, als wäre sie dieser Charakter, desto mehr schlüpft sie in diese Rolle. Was natürlich wiederum dazu führt, daß man sich fragt, inwieweit So-yeons Verhalten vor dem Unfall nicht auch schon mehr oder weniger von anderen aufgezwungen worden war?
Aber wie gesagt, wegen der Schockmomente und einem Schuß Überdramatik, der gut zu einer Gothic-Geschichte gepaßt hätte, kann man diesen Teil leider nicht ganz so ernst nehmen. Und für eine Gothic-Geschichte fehlt es dem Film wiederum an Atmosphäre.

Es gibt aber auch positive Sachen zu „The Evil Twin“ zu sagen:
Die Darstellerin der Mutter, Yang Geum-seok (eine koreanische TV-Serien-Darstellerin), ist in der Rolle unheimlich überzeugend und kann durch ihr Spiel zumindest Stellen des Films noch retten.
Die anderen Darsteller reißen einen zwar nicht so mit wie Yang Geum-seok, aber sie vermögen wenigstens ausnahmslos in ihren Rollen glaubhaft zu wirken. Und ich denke, bei So-yeons Charakter düfte das gar nicht mal so einfach zu spielen gewesen sein.

Die Künstlerische Gestaltung des Films – Musik (Streichorchester), Probs, Kostüme und Cinematographie – ist in „The Evil Twin“ wirklich auffallend ästhetisch und erfreut Augen und Ohren!
Auch hier wird wohl ab und an ein halb ästhetisch - halb morbides Bild wohl mehr im Zuschauer ausgelöst haben, als der Geist, der hinter dem Rücken erscheint oder die Horrorqietscheffekte...





Persönliche Anmerkungen:

Ich persönlich, konnte mich beim Anschauen von „The Evil Twin“ nur schwer wach halten und später habe ich es sehr bedauert, daß der Film so viele Möglichkeiten vertut, denn ich war von der Idee und der optischen Schönheit mancher Szenen eigentlich doch angetan.
Ich wünschte von Herzem, jemand könnte ein Gothic-Remake zu diesem Film machen! Ich liebe Gothic-Geschichten einfach und der Inhalt dieses Films wäre geradezu prädestiniert für eine solche!

Aber leider werden immer nur Filme zu Remakes verarbeitet, die eh schon erfolgreich waren, niemals Filme, bei denen man auf diese Art etwas reparieren könnte, was im Original schief gelaufen ist!





Korea-DVD
R3 / NTSC
Bear Entertainment/ HB Entertainment
Keep Case
Laufzeit laut Coverangabe: 95 min
Bild: 1.85:1 anamorphic widescreen
Ton: Koreanisch DD 5.1
Untertitel: Koreanisch, Englisch
Extras: Making Of, Poster Shooting, Premiere (oder Promo-Veranstaltung?), Trailer, 4-seitiges Minibooklet

Das ist eine Minimalausgabe einer koreanischen DVD Erstauflage, woran man sehr gut erkennen kann, daß der Film in Korea nur mäßigen Erfolg hatte und man auch nicht erwartete, daß er im Ausland gut ankommen würde...





Zuletzt bearbeitet von Namu am Mo Aug 11, 2008 15:53, insgesamt 2-mal bearbeitet
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Namu
Die CineGLobe Perle


Anmeldedatum: 21.09.2006
Beiträge: 4981
Wohnort: Oferdingen

BeitragVerfasst am: Mo Aug 11, 2008 15:35    Titel:

Ich habe obige Preview heute endlich mal durch die lang überfällige, vernichtende Review ergänzt. Wink
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Kat
CineMOD
CineMOD


Anmeldedatum: 18.06.2008
Beiträge: 1087
Wohnort: No Man's Land

BeitragVerfasst am: Mi Okt 15, 2008 22:21    Titel:

Diesmal darf ich Danke sagen, dass du über den Film rezensiert hast, denn ich war am überlegen, ihn mir anzusehen.
Aber so wie ich das sehe, ist er schon allein weil er in einer anderen Epoche spielt nichts für mich.
Auch die Geschichte ist jetzt nicht so der Hit und die Review hat hiermit schlimmeres verhindert. ;o)
Und die "ach, was für ein schlechter Mensch ich doch vorher war" Story hatte ich ja schon in Voice gesehen. Wink
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