Vorheriges Thema: Tian Long Ba Bu (2003) - MV Nächstes Thema: Yasha - Japan 2000 (Ito Hideaki,Abe Hiroshi,Kashiwabara Sh.) |
| Autor |
Nachricht |
Masako CineMaster


Anmeldedatum: 27.05.2008 Beiträge: 365
|
Verfasst am: Mo Nov 24, 2008 19:10 Titel: The Golden Bowl (Japan 2002) - Review |
|
|
The Golden Bowl
Original-Titel: ゴールデンボウル
Japan 2002
Regisseur: Inomata Ryuichi
Musik: Ootsubo Naoki (大坪直樹)
Darsteller:
Kaneshiro Takeshi als Akutagawa Shu
Kuroki Hitomi als Sakura Hitomi
Enomoto Kanako als Yashiro Midori
Shofukutei Tsuruko (笑福亭鶴光) als Hoshino Yoichi
Otaki Hideji als Besitzer der Bowlingbahn
Matsumoto Rio als Akira
Ogawa Naoya (小川直也) als Goro
Degawa Tetsuro als Yuji
Fujisawa Taigo als Hiromi
Segawa Eiko (瀬川瑛子) als Kato Chiaki
Ogi Shigemitsu als Tsutomu
Takewaki Muga (竹脇無我) as Kuroda Masanobu
Umemiya Masako
Sakai Masato
Matsuura Aya (Folge 9)
Parker Bohn III als Frank Cache (Folge 10)
Yoshikawa Hinano (SP)
Das musikalische Thema:
Worum es im Groben geht:
TV-Serie, die im normalen Alltag angesiedelt ist, mit viel Herz und Humor. Von der Struktur her hat sie mich an ein Lied mit 11 Strophen erinnert, da jede Folge ein ähnliches Strickmuster bzw. eine ähnliche Melodie hat, jedoch immer wieder phantasievoll variiert wird (nur allein die verschiedenen Gegner, gegen die die Helden antreten müssen, sind des Ansehens wert ) und sich in der Intensität steigert.
Herz der Serie sind die Beziehungen zwischen den Figuren: Akutagawa Shu (Kaneshiro Takeshi) arbeitet an der Börse und verbringt seine Freizeit in einer Bowlingbahn, in der er der beste Bowler ist. Manchmal besucht er noch das Planetarium, wo er seiner ehemaligen Freundin Hitomi (Yoshikawa Hinano) hinterhertrauert, die nun so fern ist wie die Sterne. Dieser trifft auf Sakura Hitomi (Kuroki Hitomi), eine selbstbewusste Hausfrau, der im Bowling auch so schnell niemand etwas vormacht. Im "Refrain" einer jeden Folge spielen die beiden nun im Team um den Erhalt der Bowlingbahn, um die der alte Besitzer regelmäßig mit einem singenden Yakuza im weißen Anzug wettet, mit dem ihn etwas zu verbinden scheint. Während dieser Bowlingturniere kommen sich Hitomi und Shu streitend näher und helfen sich mit viel Engagement und Taktgefühl aus den unmöglichsten Situationen.
Schön anzusehen sind auch: der Barmann und die alleinerziehende Mutter und die übrigen Mitarbeiter der Bowlingbahn.
Bemerkenswert war für mich auch das ganze Styling - die ganze Serie gleitet immer wieder in die 50er hinüber, von der Musik her sowieso Paul Ankas "You are my destiny" von 1958 taucht als Thema immer wieder auf), aber auch die goldenen Zeiten der Kegelbahn scheinen in den 50ern gelegen zu haben - sieht doch alles noch irgendwie aus wie "damals".
Persönliche Erkenntnisse
Ich fand es bemerkenswert, dass man beim Bowling anmutig aussehen kann, und witzig, wie man die Stellung der übrig gebliebenen Kegel auf menschliche Beziehungen hin interpretieren kann.
Dann bin ich lange dagesessen mit einem Gefühl von "Warum verschwendet man solche Schauspieler für eine an sich zwar schöne, aber doch "harmlose" Serien, die von Mittelliga-Schauspielern auch gut bewältigt werden hätte können"? Bis die letzten zwei Folgen kamen und mich die Spielsplatz-Schaukel-Szene wirklich umgehauen hat.
Und ich habe endlich verstanden, inwiefern Japaner Emotionen wohl anders ausdrücken als Menschen mit anderem kulturellem Hintergrund. (Achtung: Ich beziehe die folgenden Ansichten nur aus den Filmen, die ich gesehen habe. Ich war noch nie in Asien, aber ich glaube, dass sich auch aus Filmen Tendenzen der Realität ablesen lassen.) Ich glaube, Asiaten sind tendenziell zurückhaltender als Europäer und diese wiederum als Amerikaner. Dies liegt zum einen daran, dass trotz aller Brüche, traditionelle Strukturen noch stärker sind und vieles nicht gesagt oder gezeigt werden muss, weil es sich automatisch aus der Situation ergibt, offensichtlich ist, wenn man die Kultur drumherum kennt. Außerdem vermute ich, dass ein anderes Höflichkeitsverständnis herrscht, in dem Zurückhaltung eine große Rolle spielt. Deshalb haben die gezeigten Emotionen dann auch anderes Gewicht, mE wiegen sie schwerer.
Was mich zum japanischen Lächeln bringt, Asiaten lächeln ja angeblich ständig. Da gibt es das Höflichkeitslächeln, das wohl einfach die Situation freundlich gestalten soll (und das ich als wesentlich angenehmer empfinde als das überschwengliche "Du bist mein bester Freund"-Gehabe eines amerikanischen Verkäufers). Und dann gibt es da noch ein sehr in sich gekehrtes Lächeln, das in den Filmen manchmal in den schlimmsten Situationen auftaucht und das ich so eigentlich nur aus Japan kenne. Die Personen erzählen dann lächelnd, wie geliebte Menschen verstorben sind oder dass sie sich scheiden lassen wollen oder schwer krank sind... Obwohl sie lächeln, sind die Gesichter traurig.
Leider habe ich auf YouTube keine nicht-spoiler-verseuchten Kostproben gefunden. Die Aufnahmen beim Dreh, sind nicht gerade vielsagend, geben aber vielleicht wenigstens einen Minieinblick.
Aufnahmen "Behind the Scenes"
Quellen und Link-Tipps:
http://wiki.d-addicts.com/Golden_Bowl
http://jdorama.com/drama.635.htm
_________________ Normalerweise sind dem Krieger die Wege des Konfuzianismus, des Buddhismus, der Teezeremonie und des Nô gleichgültig. Wenn aber jemand wirklich einem Weg folgt, wird er Gemeinsamkeiten mit Menschen feststellen, die anderen Wegen folgen. Dabei ist wichtig, dass jeder sich ernsthaft und sorgfältig auf dem Weg seiner Wahl übt.
Miyamoto Musashi (Das Buch der fünf Ringe, Erde) |
|
| Nach oben |
|
 |
|
|
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
|
|