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Crenshaw CineMaster


Anmeldedatum: 08.01.2007 Beiträge: 784
Wohnort: Berlin
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Verfasst am: Fr März 02, 2007 17:14 Titel: The Island |
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The Island, USA, 2005
Regie : Michael Bay (The Rock, Armageddon, Bad Boys, Pearl Harbor)
Buch : Caspian Treadwell-Owen & Alex Kurtzman
ins kino habe ich es damals nicht mehr für den film geschafft, also kaufte ich mir den streifen spontan auf dvd in der steelbook-fassung. damit hatte ich mich natürlich vertan, da schon 6 monate später die limitierte steelbook-mit OST-fassung ganze 10 euronen billiger zu haben war ( wohl doch nicht so limitiert wie alle dachten). gesehen habe ich ihn erst jetzt, mit meinem eingeschossenen movie-team, da wir alle in bester Michael Boom-Boom-Bay-laune für exorbitante explosionen, one-liner und schicke frauen waren.
aber es kam alles anders. ein bisschen anders jedenfalls.
Story :
Lincoln Six-Echo (Ewan McGregor) und Jordan Two-Delta (Scarlett Johansson) sind zwei bewohner einer zukünftigen welt. nach dem nuklearen holocaust (heck, wieviele reviews liessen sich mit diesem einzeiler eigentlich einleiten ? egal, it's just me...) ist die erdbevölkerung beinahe komplett ausgelöscht worden, übrig geblieben sind nur noch gigantische komplexe inmitten eines verseuchten wasteland. in diesen kolossalen bauwerken fristen tausende der überlebenden ihr dasein, in einer klinisch reinen, makellos aufgeräumten welt, die vollständig von computern und sicherheitsteams kontrolliert wird.
menschliche nähe ist nicht erlaubt.
es gibt strikte ordnungsvorschriften, um mit querulanten fertig zu werden, die sich gegen die computerbestimmten programme auflehnen, welche von kleidung bis hin zu diätplänen und arbeit/freizeitsvorschriften reichen und den alltag diktieren. als ultimatives lebensziel können sich die leute auf eine lotterie freuen, denn bei einer calvinistisch angehauchten, harten arbeitsleistung besteht die möglichkeit, ein ticket zur INSEL zu gewinnen, dem letzten unversuchten, paradiesisch anmutenden stück Erde.
Lincoln wird von diversen alpträumen geplagt, in denen er an Jordans seite abenteuer in idyllischen landschaften erlebt, die er noch nie zu gesicht bekommen haben kann. die geschehnisse eskalieren, als Lincoln bei einem ausflug ins "verseuchte gebiet" feststellt, dass es gar keine verseuchung in der außenwelt gibt, und stattdessen erfährt, dass alle lotteriegewinner der INSELreise auf grauenvolle art und weise umgebracht werden. nun wird es ernst : nachdem feststeht, dass er für die INSEL auserkoren worden ist, schnappt sich Lincoln Jordan und flieht mit ihr aus dem komplex ins ungewisse.
gejagt werden die ausreißer von Dr.Merrick, dem Anstaltsleiter (Sean Bean) und dem gnadenlosen söldner Albert Laurent (Djimon Hounsou)...doch was hat es mit er INSEL wirklich auf sich ? was wurde vor den menschen geheimgehalten ? und ist das ganze überhaupt eine tragfähige
sci-fi-plattform für einen Bruckheimer / Bay-film, in dem teuere luxuskarossen und ganze gebäude in einzelteile zerlegt werden ?
My two cents :
Oi. Das ist mit Sicherheit der ernsthafteste Bay-film den ich je gesehen habe. Er spricht soviele aktuelle gesellschaftskritische aspekte an, dass ich kaum noch hinterherkomme.
für mich haben sich nämlich jede menge interpretationsmöglichkeiten ergeben (anders als bei Pearl Harbor oder Bad Boys II), genausoviel wie ehrfurchtsmomente ob der gigantischen, aufwändigen kulissen und der krachenden actionszenen.
nun erstmal einen tiefen schluck Huxley's Brave New World, Orwell's 1984, Dick's Minority Report, Bradbury's Fahrenheit 451 und Wimmer's Equilibrium genommen und ab geht die show.
die gezeigte welt ist perfekt. alle menschen sind in bester körperlichen verfassung, kleiden sich identisch, die computer schreiben ihnen vor, wie sie sich optimal ernähren müssen, welche schuhe sie anziehen und welche videospiele sie zu konsumieren haben. auf grossleinwänden erscheinen makellose, wunderschöne models, die das wetter mitteilen, den neusten klatsch loswerden und nebenbei ankündigen, wer sich unvorschriftsmäßig verhalten hat. überwachen lassen sich sogar die träume, und das mittels nano-neuro-transmittern, die die traumbilder im gehirn wahrnehmen und sie als rechner-dateien hochloaden können
(sehr beruhigend, nicht wahr ?) es gibt keine ereignisse, kaum emotionen, keine liebe, lediglich arbeits-bestimmungen, deren zweck sich nicht deuten lässt. den einzigen lichtblick bietet die lotterie als blinkendes lebensziel. sounds familiar ?
umso schlimmer ist die wahrheit, die hinter dieser blütenreinen fassade steckt. diese ist nämlich gezeichnet von habgier und merkantilismus, dem überwinden von tod und natürlicher alterung und der unendlichen angst vor dem einsetzenden zerfall des menschlichen körpers.
schon mal das neue Sharon Stone-plakat bei Douglas gesehen ? "Jetzt schöner als mit 20", dazu gibt es eine bis zur unkenntlichkeit verändertes, beinahe androgynes photoshop-bild.
die welt spaltet sich in arme und hässliche individuen, die es sich nicht leisten können, den tod zu knacken und wunderschöne gestalten, die das nötige kleingeld dafür haben. den rest besorgt flugs die moderne technologie ohne rücksicht auf ethik, moralische wertmaßstäbe oder die bedeutung eines menschenlebens. and remember...we care !
interessant und paradox ist es vor allem, dass diese ganzen ideen in einen film reingepackt wurden, der in erster linie von seichter unterhaltung in werbeclip-ästehetik, attraktiven frauen und massig explosionen lebt. das macht er jedoch erstaunlich gut. mE funktioniert diese mischung sogar besser als das einerlei macho-gedudele mit derben stunts und autojagden ohne viel sinn. den gibt es hier zu genüge und deswegen werden die autojagden und schiessereien nicht langweilig, sondern können den film mit überlänge recht gut tragen.
der zuschauer fragt sich zunächst, was dieser ganze überbau der schönen neuen welt soll, aber danach halten die offenen fragen nach dem geheimnis um die INSEL die stimmung und spannung aufrecht. da nimmt man auch ein paar logikbrüche und die üblichen klischees in kauf.
Ewan McGregor mimt den haupthelden auf die üblich smarte art und weise, Ms.Johansson ist ein schickes mädel in engen designerklamotten (gut so ! wollte ich mehr ? wollen männer überhaupt mehr ? scherz komm raus ), Steve Buscemi klopft seine gewohnten underdog-gags und Sean Bean muss sich für seine bösewichterrolle nicht sehr anstrengen. die darsteller sind vielleicht auswechselbar, doch es ist die story, die es mir angetan hat. für so mutig hätte ich Bay eigentlich nicht gehalten. The Island vermittelt bei weitem keine großartig neuen erkenntnisse über die westliche konsumgesellschaft, die sich selbst zerfrisst. auch greift er diese nicht überkritisch an, sondern stellt sie gewissermassen zur begutachtung frei und packt actioneinlagen hinein. das allein ist aber schon eine ganze menge mehr, als viele anderen budgetstarke filme in dieser richtung unternehmen.
vielleicht war dies der grund, weshalb der film trotz des üblichen Bruckheimer-budgets beinahe floppte.
noch was : okay, das kann man auch alles anderes sehen, nämlich so, dass die geschichte aus den von mir genannten socio-sci-fi-vorlagen billig zusammengeklaut hat und dass trotzdem keine intelligente, stichaltige gesellschaftskritik herausgekommen ist.
der kritik ausgesetzt sollte das dreiste, permanent schimmernde product-placement sein, ohne unterlaß wird hier auf xBox, msn, puma, cadillac, mercedes, sony, casio, nokia, und samsung verwiesen. das ist vielleicht nervig, kommt aber so oft vor, dass ich mich mit dem gedanken beruhigte, dass der film eigentlich nur unsere krass werbehaltige konsumwelt detailgetreu darstellt, ohne gross aus der reihe zu tanzen. was soll's ?
was unbestritten ist jedoch in diesem fall die furiose action, die hier auf dem screen abläuft.
ständig wird man ungewollt daran erinnert, dass hier ein budget von knapp 400 mio.dollar zum einsatz kam, wenn luxus-Cadillacs zerschrottet oder autobahnabschnitte demoliert
werden. die kulissen sind beeindruckend und die kameraarbeit über jeden zweifel erhaben.
filmtechnikfreunde dürften allein dem schon genug stoff abgewinnen. davon rofitiert auch die heimische kinoanlage, denn es gibt guten, massiven sound und ein gutes bild in feinen goldbraunen wie weissblauen tönen.
enttäuschend ist dagegen die langweilige musik, die so stark an Hans Zimmer's Gladiator erinnert, dass ich dachte, hey, lasst mich doch mal was in eurem blöden tonstudio machen, ich nehme noch variationen aus Speed, Spider-Man und Face/Off rein, hört sich viel besser an.
boni gibt es auf der dvd kaum, wohl deswegen, weil der film, wie gesagt, keine grossartige resonanz im kino fand. der OST der limited edition ist überhaupt nicht doll und die paar trailer und das bisschen filmwerbung sind kaum der rede wert.
also folks, leiht euch den film aus, guckt ihn euch an, wenn ihr einen krachbummstreifen sehen wollt. ich bin sicher, ihr werdet überrascht sein. kein film, der eine intellektuelle leistung vollbringt, sondern ein state-of-the-art-actioner, dem reflexionswerte, soziokulturelle aspekte zugrundliegen.
4,5 von 5 actionpunkten für die optische opulenz und diverse hintergrundgedanken über unsere reale welt.
_________________ FSK 6 = Der Held ist ein Mädchen.
FSK 12 = Der Held bekommt das Mädchen.
FSK 16 = Der Bösewicht bekommt das Mädchen.
FSK 18 = Jeder bekommt das Mädchen. |
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Evil Bin neu hier


Anmeldedatum: 28.02.2007 Beiträge: 13
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Verfasst am: Mo März 05, 2007 23:54 Titel: |
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Den Film gibt es für schlappe 7 €. Also kaufen! Vom Titel und Cover hat der mich gar nicht gereizt. Deshalb war die Überraschung um so größer!
Top Movie! _________________ Lust auf Horror, Grusel, Mystery, Thriller und Fantasy? Lust auf hoerspiele? Lust auf www.hoergruselspiele.de? |
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Sargatanas Bin neu hier


Anmeldedatum: 13.05.2007 Beiträge: 16
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Verfasst am: So Mai 13, 2007 13:20 Titel: |
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Auch ich habe diesen Film erst geschaut nachdem eine Freundin mir versicherte, dass er wirklich gut sei.
Ich persönlich hätte ihn mir niemals gekauft, aber die Überraschung was umso größer. Die Story ist in sich schlüssig und Ewan McGregor einfach nur ein spitzenklasse Schauspieler.
Man muss halt bedenken, dass ab und an einige Szenen etwas unrealistisch sind, aber Leutz....wozu schaut man sich Filme an? |
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Kat CineMOD


Anmeldedatum: 18.06.2008 Beiträge: 1087
Wohnort: No Man's Land
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Verfasst am: Mo Mai 26, 2008 00:08 Titel: |
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Michael Bay Fans werden jedenfalls nicht enttäuscht werden, denn Action gibts genug. Am besten hat mir der Sturz mit dem Firmenlogo gefallen,- Adrenalin pur.
Die Dialoge waren, naja, nicht besonders berauschend und Jordan Two Delta hatte auch nicht wirklich die Hammer Sätze im Drehbuch. Ich meine: "Gut gemacht." :-/ Außerdem, ist es auf der Flucht nicht verdammt schwer, mit hochhackigen Schuhen zu rennen? Denn das tun sie ja permanent.
Was mit der Weile echt genervt hat, war diese permanente Werbung für Produkte. Das Nokia immer wieder gerne genommen wird ist ja klar, aber der Film war echt voll diversen Marken wie gleich zu Beginn Puma, X-Box (was allerdings recht nett anzusehen war), Msn oder Calvin Klein, was ich für zu übertrieben hielt. Da schaut Jordan also den Originalclip von Scarlett Johansson, der plötzlich ihre sexuellen Sinne erweckt. Komischerweise wurden diese ja ausgeschaltet, aber dann waren sie doch wieder da. Tja, schieben wir das mal wieder auf die Natur.
Steve Buscemi kann ich ja zu Beginn nie leiden, auch weil er immer die gleiche Rolle zu haben scheint, seine Sprüche haben allerdings wieder für den Witz gesorgt und die Szene mit Lincoln und Jordan in der Bar recht amüsant. "Gib mir deine Nummer." - "Two Delta." Muaha.
Ansonsten hat mich der ganze Film an Werke wie Minority Report, I, Robot und wegen der Plantage auch an Matrix und Blade Trinity erinnert. Wirklich neue Sachen gabs nicht zu sehen.
Bis zur Mitte kreiste der Film um´s Mittelmaß, konnte dann aber im Entspurt noch zwei Punkte rausreißen, weswegen es insgesamt 7 von 10 Klonen gibt.
Achja, Scarlett schauspielert dann doch weitaus besser, als sie singt. _________________ Lips red as blood, hair black as night. Bring me your heart, my dear, dear Snow White |
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