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yun CineMaster


Anmeldedatum: 28.03.2008 Beiträge: 2262
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Verfasst am: Do Sep 17, 2009 17:17 Titel: The Naked Island |
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The Naked Island
(Japan 1960)
Regie und Drehbuch: Kaneto Shindo
Musik: Hikaru Hayashi
Darsteller: Nobuko Otowa, Taiji Tonoyama, Shinji Tanaka und Masanori Horimoto
Genre: Drama
Spielfilmlänge: 93 min
Ein Film, der mit seinen malerischen Bildern, seinem ungewöhnlichen Erzählfluss und seiner hypnotischen Musik eine kaum zu beschreibende Wirkung auf seine Zuschauer entfaltet.
Eine Familie, die von den Erträgen der Felder leben muss, die sie auf einer, vielleicht eine Meile vor der gewundenen Küste liegenden kleinen Insel bewirtschaften. Eine Insel auf der es weder einen Fluss, noch einen Bach, noch einen Teich, noch eine Wasserquelle gibt. Jeder einzelne Tropfen Wasser, der für die Pflanzen auf den Feldern, für das Vieh und für den Bedarf der Menschen gebraucht wird, muss in hölzernen Bottichen vom Festland aus auf einem kleinen Ruderboot zur Insel gebracht, dort einen schmalen und steilen Trampelpfad nach hoch oben auf das Plateau der Insel getragen werden, wo sich die Felder und die Hütte der Familie befinden.
Tagein und Tagaus erleben wir den Lebensrhythmus der Familie von Frühmorgens bis Spätabends, über die einzelnen Jahreszeiten und über die Jahre hinweg. Noch vor Sonnenaufgang aufstehen, zum Festland hinüber rudern, die vier Bottiche mit Wasser füllen, die vollen Bottiche zum Ruderboot tragen, wieder zurück zur Insel rudern, Frühstücken und im Anschluss wieder zurück zum Festland, um den ältesten Sohn zur Dorfschule zu bringen und auf den Rückweg wieder die Bottiche voll Wasser zurück zur Insel zu bringen, dort die schweren Bottiche den schmalen Trampelpfad hinauf zu den Feldern tragen, die Pflanzen begießen, das Vieh versorgen und wieder zurück zum Festland und am Nachmittag den ältesten Sohn von der Schule abzuholen, nicht zu vergessen, die Bottiche wieder mit Wasser zu füllen und wieder zurück zu ihrer Insel.
Tagein und Tagaus im Wechsel der Jahreszeiten.
Die karge Ernte wird dann am Ende des Jahres schließlich zum Festland gebracht und im Dorf verkauft, natürlich schaut man auf die Inselbewohner herab, da sie zwar unvorstellbar fleißig und bis an die Grenze der Erschöpfung arbeiten, aber auch arm sind. Armut ist in ihren Augen, wie überall sonst auf der Welt, ein Makel.
Während des Filmes wird kein einziges Wort gesprochen und die Bilder und die Handlung besitzen einen ganz eigenen Rhythmus, der sich sehr schnell auf den Zuschauer überträgt und ihn für sich gefangen nimmt und man leidet jede einzelne Minute mit den Darstellern mit. Nie zuvor habe ich mir Gedanken darüber gemacht, wie kostbar Wasser sein kann und was es heißt, bis an die Grenze der Erschöpfung arbeiten zu müssen und wie grausam es ist in Armut zu leben.

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