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The Spirit of the Sword - Nicholas Tse, Gillian Chung

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Nitschewo
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BeitragVerfasst am: Fr Sep 12, 2008 23:36    Titel: The Spirit of the Sword - Nicholas Tse, Gillian Chung

The Spirit of the Sword



Originaltitel: 浣花洗剑录 / Huan Hua Xi Jian Lu
aka Rinsing Flowers and Purifying Swords, Sword Bathed in Flowers

China 2007

Genre: Wuxia
Fernsehsender: CTV
Folgen: 40 zu je 45 Minuten
Drehbuch: Novelle von Gu Long
Regie: Tan You Ye, Chen Wing Ge

Darsteller:


Nicholas Tse als Hu Yan Da Zang


Gillian Chung als Zhu Er 珠儿


Anni Yi als Prinzessin Tuo Chen 脱尘郡主


Patrick Yam als Zi Yi Hou 紫衣侯


Qiao Zhen Yu als Fang Bao Yu 方宝玉

Yang Rui als Ben Yue 奔月
Zhao Hong Fei als Mu Lang Shen Jun 木郎神君
Ji Chun Hua als Bai San Kong 白三空
Zhou Li als Bai Yan Zhu 白艳烛
Xu Xiang Dong als Wang Dian 王巅




Inhalt:

Ein Samurai soll nach China reisen um sieben berühmte Schwerter zu beschaffen. Auf seiner Suche wird er unvermeidlich das Opfer eines Komplotts und es kommt zu einer Gegenüberstellung mit dem hiesigen Schwertmeister. Die alte Stadt, in der die Schwerter versteckt sind, wird zum Zentrum wilder Kämpfe. Es bedarf ungemeiner Anstrengungen um die gewalttätigen Auseinandersetzungen zu beenden.


Gillian Chung und Nicholas Tse


Lied im Vorspann: Final Destination (终点站 / Zhong Dian Zhan) von Nicholas Tse
Lied im Abspann: Unguessable You (猜不出的你 / Cai Bu Chu De Ni) von Annie Yi


Quelle: http://wiki.d-addicts.com/The_Spirit_of_the_Sword


Zuletzt bearbeitet von Nitschewo am Mi Sep 24, 2008 17:43, insgesamt einmal bearbeitet
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Masako
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BeitragVerfasst am: Sa Sep 13, 2008 09:51    Titel: Re: The Spirit of the Sword - Nicholas Tse, Gillian Chung

Sehr gut - da warst du ja gestern Abend noch richtig fleißig Smile
Ich habe nur noch auf YouTube geschaut und ergänze das jetzt einfach:

Final Destination (终点站 / Zhōng Diǎn Zhàn) von Nicholas Tse
Gehe zu Youtube Download Video



eine Kampfszene (mit dem typischen Nicholas-Tse-vor-dem-Kampf-Blick Wink)
Gehe zu Youtube Download Video



und ein MV
Gehe zu Youtube Download Video


_________________
Normalerweise sind dem Krieger die Wege des Konfuzianismus, des Buddhismus, der Teezeremonie und des Nô gleichgültig. Wenn aber jemand wirklich einem Weg folgt, wird er Gemeinsamkeiten mit Menschen feststellen, die anderen Wegen folgen. Dabei ist wichtig, dass jeder sich ernsthaft und sorgfältig auf dem Weg seiner Wahl übt.
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Nitschewo
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BeitragVerfasst am: Sa Sep 13, 2008 11:37    Titel:

Danke Masako!! Very Happy
Der YouTube-Seite hatte ich letzte Nacht auch mal kurzzeitig einen Besuch erstattet... Nun wohne ich ja am Datenfeldweg und nachdem ich nach einer gefühlten Ewigkeit immer noch kein komplettes Video zu sehen bekam, brach ich die Aktion kurzerhand ab... Naja und ungesehen was einstellen wollte ich auch nicht... Confused
Wenn ich mal wieder in der Zivilisation sein sollte, werde ich mir die Teile zu Gemüte führen Wink Very Happy
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Namu
Die CineGLobe Perle


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BeitragVerfasst am: Mi Sep 17, 2008 10:08    Titel:

Wie weit seid ihr den in der Zwischenzeit? - Gibts schon ein paar erste Eindrücke zu schildern?
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Masako
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 17, 2008 10:59    Titel:

Ich bin gestern bei Folge 6 angelangt und färb einfach mal wieder alles weiß Wink
Zur Geschichte:
Nitschewo meinte, es kommt einem "alles so bekannt vor" und das trifft es gut: wir haben wieder zwei Brüder, die nichts voneinander wissen und sich recht bald auf gegnerischen Seiten wiederfinden. Der Jüngere (Fang Bao Yu 方宝玉) kann kein Kung Fu, weil der Großvater verhindern will, dass er in einem der zahllosen Kämpfe in Jianghu sein Leben läßt. Er läßt ihn statt dessen Bücher lesen und der Kleine lernt heimlich Kung Fu. (Wing Chun läßt grüßen.) Der Ältere (Hu Yan Da Zang 呼延大臧) wurde von einem Samurai großgezogen, der in einem Duell stirbt und ihn vorher nach China schickt, um die sieben von neun göttlichen Schwertern zu suchen, die ihm noch fehlen. Außerdem soll er so viele Kämpfe suchen wie möglich, um den "Spirit of the sword" zu erkennen bzw. seine Ausbildung so abzuschließen. Na ja, und dann zieht der Held durch die Lande und plättet einen Martial Artist nach dem anderen, wodurch er natürlich sehr beliebt wird. Müssen die Duelle eigentlich immer bis zum Tod gehen? Warum sind die alle so wild aufs Sterben??
Ganz nett finde ich Ben Yue 奔月 (Yang Rui), die sich mit Fang Bao Yu anfreundet und ein wenig auf ihn aufpasst. Entsetzlich nervig ist nur, dass die beiden pubertierende Kinder sind in der Darstellung.
Da ist Zhu Er 珠儿 (Gillian Chung) schon eine Ecke seriöser und hat für mich einige schöne, unsentimentale witzige Bemerkungen gebracht.
Bis jetzt die sympathischste [ist das deutsch?] Figur für mich ist Zhao Hong Fei als Mùláng Shén Jūn. Der ist auch ziemlich cool, muss aber nicht ständig töten dafür.
Ach ja - und dann gibt es da noch die totgeglaubte Mutter von den beiden, die in einer Zweitausgabe des Blumenpalastes lebt und diesen leitet. Sie hat doch starke Ähnlichkeit zu Yāo Yuè...

Die Deko ist nicht übermäßig aufwändig, aber okay (soweit ich das beurteilen kann). Die Klamotten für meinen Geschmack ein wenig zu phantasievoll.
Die Kampfszenen sind ein wenig irritierend, weil sie mit ständigem Tempowechsel gezeigt werden. Aber durch die Zeitlupenaktionen bekomme ich wenigstens mit, was passiert.
Schauspielerisch fand ich es bis jetz in Ordnung, kam aber noch nichts, was mich wahnsinnig berührt hätte.

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Nitschewo
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 24, 2008 18:28    Titel:

Mittlerweile habe ich die achte Folge hinter mir gelassen. Nun möchte ich einfach ein paar meiner Eindrücke schildern... Im Großen und Ganzen bin ich mit Masako einer Meinung. Sie hat das sehr schön erfasst.

Die Geschichte kommt einem teilweise recht bekannt vor und vielleicht ist das der Grund warum sie mich bis jetzt noch nicht so richtig fesseln konnte. Kommt vielleicht noch… Trotzdem macht mir die Serie Spaß. Es gibt interessante, sympathische Charaktere deren Schicksal man einfach verfolgen möchte.

Für mich wären dies Hu Yan Da Zang (Wen wundert’s?) und der Duke Zi Yi Hou, den ich von Folge zu Folge sympathischer und interessanter finde... Und der nebenbei auch noch ganz ordentlich spielt...
Von den Mädels sind mir Zhu Er und die Prinzessin Tuo Chen die Liebsten…

Ansonsten sollte man einfach nicht vergessen, dass es eine TV-Serie ist. Wer unbedingt teure Kostüme, unbewegliche Kulissen Wink , oscarverdächtige Schauspielleistung, phantastische Effekte und makellose Kampfszenen braucht, ist hier falsch...

Lezteres gibt es dafür relativ oft… Allerdings sind die Kampfszenen etwas enervierend, eben aufgrund der, von Masako schon erwähnten, häufigen Geschwindigkeitswechsel. Nicht weniger seltsam sind manche Kameraeinstellungen, besonders wenn die Kämpfer im hohen Tempo über den Boden flitzen und man hierbei nur ihren Kopf sieht.

Noch kurz zu den Untertitel, da sich vielleicht der Ein oder Andere dafür interessiert. Naja, sie sind mal wieder nicht fehlerfrei, aber ich habe schon wesentlich Schlimmeres erlebt.
Mir persönlich ist das auch gar nicht so wichtig. Letztendlich weiß man was gemeint ist und zudem bin ich froh, dass ich die Serien/Filme überhaupt mit englischen Untertiteln zu sehen bekomme.

Die beiden Tonspuren, Kantonesisch und Mandarin, sind rein technisch gesehen jedenfalls wunderbar.

In den Ausgangsthread habe ich noch ein paar Bilder der Darsteller eingefügt.
Die Inhaltsangabe in der Vorstellung möchte ich natürlich auch noch ändern. Ich habe hier einfach nur den Text vom Cover übersetzt.
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Masako
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 24, 2008 21:08    Titel:

Freut mich, deine Eindrücke hier zu sehen Very Happy

Nitschewo hat Folgendes geschrieben:
Mittlerweile habe ich die achte Folge hinter mir gelassen.

Und die "Szene fürs Herz" in Folge 8 ist doch wunderschön, oder? sorry.gif
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Masako
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BeitragVerfasst am: Mo Okt 13, 2008 15:57    Titel:

Uffz, gestern Nacht habe ich es geschafft - ich bin durch.
Achtung: Wer das Folgende (spoiler-geweißte) liest, sollte auch fertig sein! Ich habe sehr viel erwähnt! Äh - und sorry, dass es sooo lang geworden ist - irgendwie ist es etwas mit mir durchgegangen Embarassed

Der Bogen der Geschichte

Man geht mit den Figuren eine lange Reise (sowohl geographisch als auch innerlich). Manche entwickeln sich unglaublich, aber immer nachvollziehbar (Baoyu durch seine Intensiv-"Trainingswoche" und die ganzen Krisen, durch die er geht) und/oder langsam genug, um noch glaubwürdig zu sein (Dazang hält durch die sich entwickelnden Freundschaften und Liebesbeziehung sein Lonely-Warrior-Dasein einfach nicht durch, weil es auch immer weniger Sinn macht) . Aber die Figuren gehen auch einen harten Weg, alle mehr oder weniger für die Ziele der Mächtigen missbraucht, die im Hintergrund ihre Fäden ziehen (Bai Sankong als deutlicher Vertreter und - viel, viel krasser: Mulang) und größtenteils selbst Elemente der Netze anderer sind (der "arme" Wang Dian, der doch eigentlich nur reich sein wollte, Bai Sankong, der sich einfach verrechnet hat und wahrscheinlich sogar Mulang, obwohl er in der Serie an der Spitze der Raubtierkette steht) .

Dieses Intrigengerangel macht es auch in der Mittelphase der Serie nicht gerade einfach, dem Ganzen noch zu folgen: Wir haben wieder die "rechtschaffenen" Kämpfergruppen und die "bösen", und wieder sind die guten und die bösen Jungs (und Mädels) bunt durch die Gruppierungen gemischt. Manche folgen auch einfach nur ihren Überzeugungen und tun, was sie für richtig halten, auch wenn es von außen betrachtet das Falscheste ist. So verfolgt der "Löwenschrei"-Shaolin-Mönch Baoyu und Benyue und greift auch später Dazang an, was in vielen Fällen einfach in Missverständnissen begründet liegt.

Doch auch, wenn die Gruppierungen sich bald deutlich herauskristalisieren, gibt es einige Längen und endlose Gespräche, die die Handlung nicht gerade vorantreiben. Am nervigsten fand ich hier gegen Ende hin die Beziehung Tuochen/Mulang. Einerseits hat mich Tuochen geärgert, von der man am Anfang ja wirklich den Eindruck einer starken Persönlichkeit gewinnt, die sich Mulang gegenüber dann jedoch als regelrecht hörig erweist und alle seine Manipulationsspielchen mitmacht. Andererseits war eben auch der Ablauf dieser Szenen immer der gleiche, einschließlich der Tränen am Ende.

Am Ende werden jedoch alle Fäden schön miteinander verknüpft und so ist es eine - wenn auch stellenweise vorhersehbare - runde Geschichte.

Personen / Drehbuch / Schauspieler

Dazang ist am Anfang völlig durchdrungen vom "Weg des Schwertes", für den es sich zu leben und töten und selbstredend zu sterben lohnt. Er entdeckt im Laufe der Serie immer mehr Menschliches in sich, das er sich auch immer mehr zu leben traut. Ich fand es sehr schön, wie es Nicholas Tse gelungen ist, diese Entwicklung darzusstellen, indem er emotionale Gesten des Dazang immer sehr zaghaft gestaltet hat. Man sieht deutlich, dass Dazang sich hier auf ungewohnten Pfaden bewegt.

Baoyu geht vielleicht den weitesten Weg - vom unerträglichen Teenie am Anfang zum gereiften, fürsorglichen, "harten" Erwachsenen am Schluss. Er ist wesentlich emotionaler und eine grundtreue Seele. Gegen Ende gibt es eine Szene, in der er mit seinem Großvater konfrontiert wird und diesem schildert, was er durch ihn durchgemacht hat. Qiao Zhen Yu hat mich da völlig mitgenommen. Er hat mich ohnehin beeindruckt: eigentlich sieht er für vieles, was in der Serie durch ihn geschieht, noch viel zu jung aus und auch seine Äußerungen kommen irgendwie nicht altersentsprechend und doch hat er es geschafft, keine unfreiwillige Komik aufkommen zu lassen und die ganzen Belastungen, denen er ausgesetzt ist - und ihn erwischt es mit Abstand am härtesten von allen - glaubwürdig mit ihren Konsequenzen darzustellen. Hier fand ich es sehr angenehm, dass die Drehbuchautoren auch Krisen- und Jammerszenen eingebaut haben - so betrinkt er sich einige Male einfach, weil er es nicht mehr aushält.

Zhuer ist eine sympathische, stellenweise resolute und sehr treue Figur. Wenn ich jetzt darüber nachdenke, kommt sie aber ein wenig zu kurz. Eigentlich ist es häufig einfach ihre Aufgabe, sich von Dazang oder Baoyu retten zu lassen oder zwischen den Beiden zu vermitteln. Schön sind die Szenen bei der buddhistischen Nonne, nachdem sie ihr Gedächtnis verloren hat. Da bringt sie ein komödiantisches und friedvolles Element mit ein, das in der über weite Strecken doch eher niedergedrückten Stimmung der Serie ein angenehmes Wechselspiel bringt. Gillian Chung verleiht ihr eine warme, herzliche Art. Es ist in der Regel einfach angenehm, wenn sie in einer Szene dabei ist.

Benyue kostet dagegen echte Nerven. Ein Kompliment an die Drehbuchautoren, die hier einen etwas eckigeren Charakter geschaffen haben, der aber in sich logisch ist: Das Mädchen wurde einfach zu sehr verwöhnt und hat zu viel heile Welt mitbekommen. Das Ergebnis ist eine ich-bezogene, quenglige, naive junge Dame, die aber glücklicherweise das Herz am rechten Fleck hat. Yang Rui ist einfach zu sehr zum Schütteln, wenn sie ihr schmollendes Gesicht aufsetzt und den Nörgelton (oder war der synchronisiert?). Ich hoffe einfach mal, dass sie das spielt und nicht wirklich so ist.

Der krasseste Charakter ist wohl Mulang. Was bin ich am Anfang hingeschmolzen, ob seiner edlen, rechtschaffenen, sanften, vergebungsbereiten Art - und in was für ein Aas hat er sich verwandelt! Interessant fand ich bei ihm die Farbsymbolik in der Kleidung: in seiner edlen Phase trägt er meistens grün und zurückhaltende Erdfarben, und als Gestapo-Offizier (die haben die staatliche Geheimpolizei, in der er ein großes Tier ist, wirklich in den Untertiteln mit Gestapo übersetzt!) trägt er rot und schwarz oder intensiv-farbig-teuer-aussehend. Zhao Hong Fei hat beide Seiten für mich überzeugend gezeigt, doch hatte ich auch bei ihm das Problem, das er für einige Szenen einfach zu jung und zu wenig wuchtig wirkt. Ein wenig mehr physische Präsenz hätte dieser Rolle imo gut getan, andererseits kommt so auch das "taktische" Element in Mulangs Persönlichkeit deutlicher zum Tragen. Nichtsdestotrotz hat er mir echt das Herz gebrochen Wink Auch wenn es sich angedeutet hat, hätte ich ihm so einen Umbruch nicht zugetraut.

Mit Tuochen hatte ich meine bereits erwähnten Schwierigkeiten, für meinen Geschmack war ihr Charakter auch gegen Ende hin etwas sehr tränenreich gestaltet. Davon abgesehen, dass ich ihre Kostümierung ziemlich gruslig fand - wenigstens diese wird zum Ende hin immer besser (auch erkennt man schließlich, dass ihre Kleidung auf ein Wüstenvolk hinweisen soll), aber am Anfang hat sie einen ganz seltsamen europäisches-19. Jh.-Look, der einfach nicht passt.

Gut gefallen haben mir wieder Zi Yi Hou - der Herzog - und Yanzhu - die heilige Mutter. Sie kommen beide sehr menschlich rüber, wie sie versuchen zu überleben, ihren Verantwortungen gerecht zu werden, ihre Lieben zu schützen und auch ein wenig Glück im Leben erleben zu dürfen.

Herausgestochen hat für mich auch Kämpfer Jin. Auch er ist kein glatter Charakter - entweder wurde er genial gecastet oder der Schauspieler ist echt begnadet: Er hatte sogar ein absolutes Alkoholiker-Gesicht. Für mich eine sehr stimmige Figur: ein eigentlich kaputter Mensch, der jedoch trotzdem sein Mögliches tut, um seinen Beitrag zu leisten.

Die wirklichen Stars der Serie waren für mich auf jeden Fall Baoyu und Mulang. Beide haben ein großes Persönlichkeitsspektrum, waren überzeugend gespielt und haben ein gutes Gegnerpaar ergeben.

Noch einige kurze Anmerkungen

Insgesamt haben mir - von Tuochen abgesehen - die Kostüme sehr gut gefallen. Die Stoffe sind wunderschön und gut zusammengestellt. (Man beachte beispielsweise die Krägen von Mulang in der Endphase.) Sie haben eine gewisse Pracht in die Serie gebracht, die ohne nicht in dieser Weise vorhanden gewesen wäre.

An die Tempowechsel in den Kampfszenen hatte ich mich mit der Zeit gewöhnt und am Schluss habe ich diese Szenen gerne gesehen - ich bin oft genug zu langsam, um wirklich zu sehen, was sich vor meinen Augen abspielt und hier konnte ich endlich mal die Choreographie verfolgen.

Exkurs:
Die Gesellschaft der Jianghu und dass ihre edlen Mitglieder eigentlich gar nicht dabei sein wollen


Ich bin ja noch eine ziemliche Novizin im Gebiet der Wuxia-Serien, aber was mir immer tragischer auffällt ist, dass die Kämpfer des Jianghu (die 大侠 / dà xiá) immer eher darunter leiden, in dieser Welt der Kämpfe und Intrigen leben zu müssen, in der häufig genug Unschuldige zu Opfern werden und die Stärkeren und Mächtigeren (oft auch einfach die Verschlageneren) das Sagen bekommen. Häufig hat ihr Leben ein stark aufopferndes Element. Sie träumen von einem Leben in der Landwirtschaft im Frieden mit ihrer Familie (die beste Zeit für Zhuer und Dazang in der Serie ist die Zeit, die sie bei der buddhistischen Nonne mit Feld- und Hausarbeit verbringen) oder davon, sich den Künsten widmen zu können. Viel ergreifender als in der Musikszene mit Qu Yang und Lin Zhenfeng in Xiao Ao Jianghu kann man diesen Wunsch nach Frieden und dem Schönen im Leben kaum darstellen.
Statt dessen werden sie ständig in schmutzige Kämpfe verwickelt, weil sich - wenn sie es nicht tun - gar niemand kümmert.
So wird es eine ziemlich ambivalente Geschichte: Einerseits haben wir strahlende Helden (Baoyu würde am Anfang alles dafür geben, einer der tollen Kämpfer sein zu dürfen), die aber meist auch ziemlich unter dem leiden, was von ihnen gefordert wird. Auch hier ist Baoyu wieder ein gutes Beispiel: In einer Szene beklagt er sich bitterlich (und mit Recht) darüber, dass er jetzt zwar ein Ausnahmekämpfer geworden ist, aber mit all seinen (physischen) Möglichkeiten weder sich noch die Menschen, die ihm wichtig sind, vor Unglück und Schaden bewahren kann. In den Anfangsszenen, in denen er noch nicht kämpfen kann, wirkt er wesentlich glücklicher.

Resümee

Von der Geschichte her fand ich die Serie in vielem wenig originell und auch die Schlussentwicklungen waren kaum überraschend. Die Aufmachung ist modern und dadurch vielleicht stellenweise etwas steril. Für mich lagen die Stärken bei den Personen und dem, wie sie dargestellt wurden. Viele sind mir ans Herz gewachsen und sie haben mich "mitgenommen". Ich könnte mir gut vorstellen, dass für einige eindeutig zu viel Beziehungsgewirr und -leid vorkommt, aber für mich hat es sich noch in akzeptablen Grenzen gehalten.
Mir hat die Serie Spaß gemacht und ich werde sie mir sicher irgendwann wieder anschauen.

Nachtrag

Viele schöne Bilder gibt es hier:
http://ent.sina.com.cn/f/hhxjl/p/index.html
http://ent.sina.com.cn/f/hhxjl/p/5.html
http://ent.sina.com.cn/f/hhxjl/p/4.html
http://ent.sina.com.cn/f/hhxjl/p/3.html
http://ent.sina.com.cn/f/hhxjl/p/2.html
http://ent.sina.com.cn/f/hhxjl/p/1.html
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Namu
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BeitragVerfasst am: Sa Okt 18, 2008 16:45    Titel:

Also nachdem ich jetzt bei Folge 10 angekommen bin, kann ich ja ein kleines Viertelstatement geben.

Zuerst einmal: Ich habe mich etwas gewundert, daß die Geschichte in der gleichen "Welt" spielt wie Chu Liu Xiang, weil man ja eigentlich sagt, Gu Long würde jeden seiner Romane in einer eigenen "Welt" spielen lassen. Nun, das hier ist dann wohl die Ausnahme. Die Geschichte hat ähnliche Gruppierungen wie Chu Liu Xiang in ähnlicher Bedeutung (Water Palace, Beggar's Sect...) und sogar ähnliche Figuren.
Der Duke könnte mit seinem Boot, seiner Insel, seinen Dienerinnen und seinen Problemchen mit dem Water Palace eine ältere Ausgabe von Chu Liu Xiang selbst sein. Mit der Ausnahme, daß Chu Liu Xiang natürlich eine etwas ambivalentere Persönlichkeit ist (da er auch die Hauptperson seiner Geschichte ist... Wink) und der Duke natürlich leider kein Meisterdieb ist. So hat er auch eine etwas andere Beziehung zum Gift des Water Palace als Chu Liu Xiang und das Gift wirkt auch in den Chu Liu Xiang Geschichten schneller.
Die Figur des Dazang erinnert dafür halb an den Japaner, der in Chu Liu Xiang nach China reiste, halb an Chu Liu Xiangs Freund Yi Dian Hong (Gu Long scheint diese Art Figuren zu mögen, Flawless Flower aus den Handsome Siblings könnte man ja auch in diese Kategorie stecken...).
Hm und Prinzessinen aus Steppen, Wüsten oder kargen Bergregionen - also romantischen Ortschaften - kommen wohl auch öfter mal in Gu Long Geschichten vor.

Ansonsten finde ich die Figuren ganz sympathisch. Vor allem die Hauptfiguren Dazang und den kleinen Baoyu (man darf ja nicht vergessen, daß er immerhin 8 Jahre jünger ist als Dazang und völlig anders aufgewachsen ist).
An Dazangs Figur sehr gut dargestellt, wie zwei unterschiedliche Weltanschauungen aufeinandertreffen.
(@Masako, wegen Deiner Frage: In Japan war es üblich, Duelle bis zum Tod zu führen.)

Die Klamotten fand ich übrigens jetzt im Gegensatz zu Euch ganz o.k..
Aber ich habe da anscheinend einfach andere Präferenzen. Confused

Dafür finde ich bisher die Actionszenen ziemlich langweilig. Und die arme Prinzessin wurde vom Actionregisseur manchmal schon im Stich gelassen...
Nun, man darf aber nicht vergessen, daß ich gerade zuvor eine Serie mit besonders schön gestalteten Actionszenen gesehen haben und meine Ansprüche jetzt wahrscheinlich einfach auch recht hoch sind.


Alles in allem, ist es bis auf ein paar in die Länge gezogene Stellen bisher recht unterhaltsam gewesen.


Zuletzt bearbeitet von Namu am Mo Okt 20, 2008 10:48, insgesamt 3-mal bearbeitet
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Namu
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BeitragVerfasst am: So Okt 19, 2008 19:36    Titel:

Äh, ich wollte nur noch einmal anmerken, daß ich es nicht negativ finde (wenn schon eher das Gegenteil), daß die Geschichte Gemeinsamkeiten mit Chu Liu Xiang hat.
Beim nochmaligem Durchlesen meines letzten Posts ist mir aufgefallen, daß sich das anhört, als wolle ich das der Serie ankreiden, was aber gar nicht meine Absicht war.
Die Ähnlichkeiten fielen mir eben einfach nur auf (... und weil Masako den Duke so mochte, wollte ich das schon irgendwie betonen, weil ihr ja dann evtl. Chu Liu Xiang auch sympathisch sein könnte - was mich freuen würde. Very Happy).
Die Geschichten sind aber - trotz Gemeinsamkeiten -, wenn man sie in ihrer Gesamtheit vergleicht, völlig unterschiedlich (das heißt die Subplots der Chu Liu Xiang Geschichten, die ich kenne - gibt ja diverse davon -, sind auf jeden Fall anders).
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