Vorheriges Thema: Cold Creek Manor – Das Haus am Fluss Nächstes Thema: Rambo 4 - John Rambo |
| Autor |
Nachricht |
plam CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 676
Wohnort: Jena
|
Verfasst am: Do Okt 02, 2008 21:25 Titel: The Strangers |
|
|
Mein zweiter Ausflug beim diesjährigen Fantasy Filmfestival führte mich in diesen Film, welcher am 20.11.2008 in den deutschen Kinos anlaufen soll.
Im Mittelpunkt stehen Kristen und James, die nach der Hochzeit von Freunden die Nacht im abgelegenen Haus von James´ Eltern verbringen wollen. Allerdings herrscht eine abgekühlte Stimmung zwischen den Beiden, schon während der Fahrt zum Haus wird kaum ein Wort gewechselt. Als sich das Pärchen doch endlich wieder etwas näher kommt, klopft es energisch an der Tür - um 4 Uhr morgens.
Der verwirrte Besucher kann schnell abgewimmelt werden, mit der Versöhnung scheint es sich allerdings für diese Nacht auch erledigt zu haben. So beschließt James nochmal loszufahren um Zigaretten zu holen. Kaum ist er verschwunden, hämmert es erneut an die Tür. Von diesem Augenblick an überschlagen sich die Ereignisse. Das junge Paar wird fortan von drei Maskierten terrorisiert...
Viel gibt es zu diesem Film nun tatsächlich auch nicht zu sagen. Die Handlung, wie gerade skizziert, ist verständlicherweise eher überschaubar, die Darsteller machen ihre Sache recht gut. Und dennoch ist dieser Film ohne jeden Zweifel zu empfehlen. Zunächst schafft es der Regisseur Bertino, der hier sein Debüt abliefert, eine beeindruckende Atmosphäre aufzubauen - und zwar von der ersten Sekunde an. Das Intro erinnert ein wenig an Tobe Hoopers "Texas Chainsaw Massacre", ohne dass dieser Film in irgendeiner Weise von Bertino plumpt kopiert wurde. Doch allein schon diese düstere Einleitung legt den Fahrplan für die kommenden 80 Minuten fest.
Interessant ist dabei, dass die "Bösen" über lange Zeit überhaupt nicht zu sehen oder zu hören sind. Die beiden Protagonisten, oder vielmehr deren Angst vor dem Ungewissen, welches zunächst vor der Tür, dann aber ganz offensichtlich schon im Haus lauert, ist die eigentliche Attraktion des Films. Und eben diese Angst lässt beim Betrachter einen je spezifischen, subjektiven Film im Kopf entstehen. Denn jeder hat doch seine ganz persönlichen Ängste, so ganz allein nachts in einem Haus mitten im Wald.
Erst gegen Ende wird dann aus dem überdurchschnittlich guten und sehenswerten Kammerspiel eine etwas härtere Angelegenheit, vor allem aber auch deshalb, weil der Film erneut nicht daran interessiert ist, plausible Erklärungen zu liefern. Erneut, ich hatte dies schon im Thread zu Them angedeutet, entspricht dies doch gerade vielmehr noch einem realitätsnahen Anspruch. Tatsächlich sind sich diese beiden Filme - The Strangers und Them - erstaunlich ähnlich. Dieser Umstand hat wohl auch eine leidige Debatte ausgelöst, welches Drehbuch denn nun zuerst fertig gewesen sei und wer deshalb eventuell von wem abgekupfert haben könnte. Auf derartige Diskussionen würde ich jedoch nichts geben.
Dennoch sei ein kleiner Tipp empfohlen: Denn so spannend und fesselnd "The Strangers" auch ist, an das Spannungsniveau von "Them" kommt er einfach nicht heran, kann dagegen aber durch eine deutlich bessere Atmosphäre punkten. Dennoch bietet es sich daher an, lieber "The Strangers zuerst zu sehen und dann erst "Them", andernfalls wirkt "The Strangers" gerade in Sachen Spannung - vorsichtig formuliert - langweilig, da "Them" hier wirklich Maßstäbe setzt.
Und dennoch ist "The Strangers" absolut kein langweiliger, vorhersehbarer Film geworden, ganz im Gegenteil: Allein die Tatsache, dass der Film mit seinem Ende beginnt, zeigt doch, zu was Regisseur Bertino in der Lage ist. Denn trotz des Endes am Beginn, bietet der weitere Fortgang stets die Möglichkeit eines Umschlagens der Handlung, man weiß wie es endet und doch kann noch Alles ganz anders werden.
_________________ plams DVD-Sammlung
FilmDenken - Texte zum Film |
|
| Nach oben |
|
 |
Kittie CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 932
Wohnort: Gegenerde
|
Verfasst am: Do Okt 02, 2008 22:03 Titel: |
|
|
| Diesen Film habe ich mir auch schon vorgemerkt - ich glaube damals wegen Liv Tyler - und nachdem ich das hier nun gelesen habe, ist es sicher, dass ich diesen Film sehen will. Ob ich es ins Kino schaffe, kann ich jetzt noch nicht sagen, aber wenn dann 'ne DVD erscheint ist der Film fällig. |
|
| Nach oben |
|
 |
Kat CineMOD


Anmeldedatum: 18.06.2008 Beiträge: 1087
Wohnort: No Man's Land
|
Verfasst am: Di Okt 07, 2008 00:19 Titel: |
|
|
Da ich einen Abend zuvor den Film Motel gesehen habe, konnte mich The Strangers nicht wirklich mitreißen.
Im Prinzip handelt es sich um die gleiche Story, nur das diesemal zwei Frauen als Täter mit von der Partie sind.
Them habe ich noch nicht gesehen, werde es nun aber nachholen.
Die Schreckmomente, die hier teilweise sehr ruhig gehalten waren, empfand ich ziemlich unheimlich.
Allerdings funktioniert es nur knapp zwei bis dreimal, wenn man als einziger die Maske hinter dem Hauptdarsteller entdeckt und dieser ahnungslos weiter läuft.
Das Ende war spätestens als der Junge die Hand ausgestreckt hat sehr vorhersehbar.
Da nutzt es auch nichts, nochmal schnell die Musik als Schockunterstützung laut aufzudrehen.
Im Punkt Musik muss ich sagen, dass mir die Sache mit dem Plattenspieler überhaupt nicht zugesagt hat.
Klar, er solte untermalen, dass jemand im Haus ist oder ein anderes Mal sollte der Text passend sein, aber es war einfach zu viel des Guten.
Liv Tyler hin- oder her, aber was besonderes war der Film nicht gerade.
Wiegesagt, er weist für mich sehr starke Parallelen zu Motel auf und hat vom Ende her etwas von dem Trupp aus The Devil Rejects. _________________ Lips red as blood, hair black as night. Bring me your heart, my dear, dear Snow White |
|
| Nach oben |
|
 |
plam CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 676
Wohnort: Jena
|
Verfasst am: Di Okt 07, 2008 08:22 Titel: |
|
|
"Motel" kenne ich nicht, habe aber ebenfalls an diversen Stellen lesen können, dass sich beide Filme stark ähneln. Den Vergleich zu "The Devil Rejects" kann ich beim besten Willen nicht ganz nachvollziehen, bzw. ist mir nicht ganz klar, was Du mit Deinem letzten Satz auszusagen versuchst. _________________ plams DVD-Sammlung
FilmDenken - Texte zum Film |
|
| Nach oben |
|
 |
Kat CineMOD


Anmeldedatum: 18.06.2008 Beiträge: 1087
Wohnort: No Man's Land
|
Verfasst am: Di Okt 07, 2008 18:41 Titel: |
|
|
Ist etwas unglücklich ausgedrückt, ich weiß. Was ich meine ist:
Das die drei nur aus Spaß an der Freude töten, genau wie die drei in The Devil Rejects.
Zugegeben, ich hätte auch jeden beliebigen anderen Film aus diesem Genre
nehmen können, aber dieser ist mir zuerst eingefallen.
_________________ Lips red as blood, hair black as night. Bring me your heart, my dear, dear Snow White |
|
| Nach oben |
|
 |
plam CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 676
Wohnort: Jena
|
|
| Nach oben |
|
 |
plam CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 676
Wohnort: Jena
|
Verfasst am: Do Okt 09, 2008 08:37 Titel: |
|
|
Nun habe ich mich doch noch dazu genötigt gefühlt, mir "Motel" anzusehen, doch ich muss sagen, dass mir ein Vergleich zwischen "The Strangers" und "Motel" eher unangebracht ist. Warum?
Zugegeben, auf den ersten Blick ähneln sich beide Filme, wir haben jeweils ein junges, zerstrittenes Paar, welches mitten im Nirgendwo die Nacht verbringen muss/will und dabei von drei Wahnsinnigen terrorisiert wird. Das wars dann aber auch schon mit den Gemeinsamkeiten und es offenbaren sich tiefer greifende Unterschiede, welche beide Filme stark auseinander driften lassen.
"The Strangers" ist ein Stück unabhängiges, kammerspielartiges Thrillerkino aller erster Güte, "Motel" dagegen ganz übliche, vorhersehbare, genre-konventionelle Stangenware à la Hollywood. Der entscheidende Unterschied zwischen beiden Filmen liegt aus meiner Sicht vor allem in der Motivation der Paare, die Nacht an den jeweils grundverschiedenen Orten zu verbringen, denn daraus resultiert schließlich die Grundthematik für beide Filme, welche die Angst, allein im Dunkeln zu sein ist. Während das Paar in "Motel" gezwungen ist, in einem Motel, abseits jeglicher Zivilisation die Nacht zu verbringen, also die Nacht in der Fremde unter Fremden verbringen muss, wählt das Paar in "The Strangers" einen Ort der Sicherheit, nämlich das Haus der Eltern, ein wohlvertrauter Ort. Dies ist für mich ganz entscheidend, wenn ich mir Gedanken über meine eigenen Urängste allein zuhause oder allein in der Fremde mache...
Während sich die Einen in trügerischer Sicherheit wähnen, wissen die Anderen von Beginn an vom Unbehagen des Ortes, an dem sie sich befinden. Und genau mit dieser Unterscheidung machen beide Filme, was die Angst angeht auch weiter, wenngleich "The Strangers" dann wesentlich raffinierter fortfährt als "Motel". Allein schon die von mir in diesem Thread erwähnte Tatsache, dass "The Strangers" im Grunde keinerlei Gräultaten zeigt, offenbart doch, dass der Film darauf setzt, die ganz subjektiven Ängste seiner Zuschauer zu aktivieren. Jeder von uns malt sich doch selbst Schrecksenszenarien im Kopf aus, was passieren würde, wenn man selbst plötzlich in den eigenen vier Wänden Opfer einer solchen Tat werden würde. "The Strangers" gibt in dieser Hinsicht nichts von seinem Schrecken preis, genauer formuliert: er gibt keine Horrorshow vor, die uns dann erschrecken oder abstoßen soll, der wahre Horror findet ganz im Sinne Hitchcocks im Kopf eines jeden einzelnen Zuschauers statt. Ganz genau deshalb hat das Böse hier auch ganz konsequent bis zum Schluss kein Gesicht. Es ist der blinde Fleck des Films, der von jedem Zuschauer selbst ausgefüllt werden kann.
Dagegen bekommt das Böse in "Motel" von Anfang an ein Gesicht, wir kennen die Freaks im Motel und es ist von diesen ersten Minuten an klar, dass dies einer dieser typischen Filmchen ist, die uns die bösen, kranken Spinner fernab der großen Bundesstraßen der USA zeigt. Nicht gerade eine filmische Innovation. Aber auch ansonsten setzt man durchweg auf die Phantasielosigkeit seines Publikums. Während das Handeln der drei Maskierten in "The Strangers" tatsächlich völlig unmotiviert bleibt - niemand kann sagen, warum die Drei das tun, was sie tun - bekommen unsere Wahnsinnigen in "Motel" auch gleich noch eine Profession zugeschrieben: Snuff-Movies drehen und damit verliert der Film erneut ein sehr entscheidendes, beängstigendes Element. Wie auch schon Batmans Joker machen die Drei in "The Strangers" doch auch deshalb soviel Angst, weil sie völlig emotionslos und ohne ersichtlichen Grund vorgehen. Die Motelmitarbeiter haben immerhin einen Grund und das schadet dem Film mehr, als das es ihm gut tut.
Und Last but not least noch eine Anmerkung zum Sounddesign beider Filme, denn auch hier erweist sich "Motel" als äußerst schwach. Seht Euch den Film von mir aus nochmal ganz genau an und achtet darauf, wann und warum man sich erschreckt. Es sind weniger die Bilder und Ereignisse darin, die uns zusammenzucken lassen, als vielmehr das damit grundsätzlich einhergehende mächtige Rumsen und Krachen auf der Tonspur. Und ich mag solche Filme eigentlich nicht, die nicht von sich aus Bilder produzieren können die mich erschrecken, sondern - quasi auf der Tonspur - immer noch die Information zum Erschrecken mitführen müssen. "The Strangers" ist dagegen nahezu geräuschlos und trotzdem kann und wird man sich erschrecken. Das Auftauchen des Maskierten in der Küche, den nur wir Zuschauer wahrnehmen, erfolgt absolut ohne Musik, und sonstige "BUUH"-Effekte und ist trotzdem so angsteinflößend, dass man sich zusammenknäuelt auf seinem Kinosessel. An solchen Momenten fehlt es "Motel" ganz und gar. Zwar erschrickt man sich auch hier oft genug, tatsächlich sind es aber stets Tongeräusche, die uns hier in erster Linie erschrecken lassen. Und diese zählen nunmal zum Sounddesign und nicht zur Erzählung selbst. Unsere Protagonisten im Film können diese Geräusche nicht hören, sie sind nur für uns als Zuschauer gemacht, damit sich auch jeder brav erschrecken kann. Und wenn ein Horrorfilm so arbeitet, und viele Filme arbeiten leider so, dann offenbart er damit auch stets sein Unvermögen, Schrecken Kraft seiner Bilder zu verbreiten. "The Strangers" wirkt dem Entgegen. Und auch deshalb ist er um Längen besser als der eher langweilige Film "Motel". _________________ plams DVD-Sammlung
FilmDenken - Texte zum Film |
|
| Nach oben |
|
 |
ronaldklump CineFan

Anmeldedatum: 09.05.2008 Beiträge: 80
|
Verfasst am: Fr Nov 07, 2008 15:55 Titel: |
|
|
Ich finde auch, dass der Film Motel um Längen schlägt. Die gesamte Atmo ist einfach viel besser und auch die Schockmomente. Besonders durch die Musik wird eine unglaubliche Spannung erzeugt
Habe auch schon häufiger gelesen, dass die Kartoffelsackmaske wohl so lächerlich aussieht.
Aber mal ehrlich. Wie würdet ihr euch den nfühlen, wenn da plötzlich so jemand vor euch ständ. Den würdet ihr sicher nicht auslachen. Ich würde mich jedenfalls zu Tode erschrecken.
Den Vergleich mit Them finde ichauch nicht richtig.
Natürlich gibt es ähnliche Elemente. Aber die gibts in jedem Film in jedem Genre.
Rundum ist Strangers super umgesetzt. Da gibts nix zu rütteln.
Und der Cast überzeugt auch total. Gerade Liv Tyler in einer ganz neuen Rolle setzt noch einen drauf J
Sie ist auch mit Speedman im Interview. Die beiden hatten wohl richtig Spaß beim Dreh:
http://technorati.com/videos/youtube.com%2Fwatch%3Fv%3Dudytv14dE-s |
|
| Nach oben |
|
 |
Kittie CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 932
Wohnort: Gegenerde
|
Verfasst am: So Dez 14, 2008 01:33 Titel: |
|
|
Ich komme grad aus dem Kino.
The Strangers ist ein toller Film. der gefällt mir wirklich gut und ich weiß noch nicht ob dieser hier oder Them mir mehr zu sagt. Er ist verdammt spannend und ich bin froh, dass die Kamera hier nicht drauf gehalten hat. Hätte sie es getan, würde das die FSK 18 erklären, aber so würde ich den doch eher als FSK 16 einstufen, aber was mache ich mir eigentlich noch über die FSK Gedanken!?
Liv Tyler war auch wieder bezaubernd. Es ist auch schon mal sicher, dass die DVD in meine Sammlung wandern wird. Dann wird es auch die Review geben und ich muss dann auch noch vorher ein paar Fragen für mich beantworten.
The Strangers ist nun auch ein toller Jahresabschluß für mich, der Kinobesuch hat sich vollkommen gelohnt und ich werde mal schauen, dass ich morgen meinen (Film-) Jahresrückblick zusammen bekomme. |
|
| Nach oben |
|
 |
gartenzaun Bin neu hier

Anmeldedatum: 13.03.2009 Beiträge: 10
|
Verfasst am: Fr März 13, 2009 14:43 Titel: |
|
|
Hey... ich bin neu hier und bin ein ganz mega großer Filmfan!!!!
Da ich ein Fan von subtilem, unterschwelligen und vorallem gruseligen Horror bin, aber Splatter nicht ausstehen kann, wollt ich mal fragen, was mich so bei dem erwartet.
Oder wohl eher, warum der die FSK Freigabe von 18 Jahren bekommen hat? (also die uncut...)
Erwartet mich jetzt hier eher abschlachten und allemöglichen Gedermespritzereien oder hallt das gute gruselige Horrorkino...?
Story, trailer und so spricht ja eher für letzteres, aber warum die 18ner
freigabe?
Ist die Brutalität jedoch Teil der Story und sehr gut auf qualität, wei zum Beispiel bei Pans Labyrinth angesetzt, kann ich es noch einsehen.
Die Splatterfilme die ich gesehen habe fand ich langweilig und sie wirkten auf mich alle so unecht...
na ja. Bin gespannt auf eure antworten und zum Schluss noch ein dickes Lob an das Forum hier  |
|
| Nach oben |
|
 |
|
|
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
|
|