Namu Die CineGLobe Perle

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Verfasst am: Mi Jan 24, 2007 15:34 Titel: The Taste of Tea |
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Cha no aji
aka The Taste of Tea
Japan 2004
Regie: ISHII Katsuhito
Kamera: MATUSHIMA Kosuke
Musik: Tempo Little
Animation: KOIKE Takeshi
DarstellerInnen: BANNO Maya, ASANO Tadanobu, SATO Takahiro, TEZUKA Satomi, MIURA Tomokazu, GASHUIN Tatsuya, TSUCHIYA Anna, NAKAJIMA Tomoko,
"They're like perverted aliens from some unknown world..."
Hajime leidet an dem typischen Teenagerproblem: er hat sich in die neue Klassenkameradin verliebt, ist aber zu schüchtern sie anzusprechen.
Seine kleine Schwester hat derweil ganz andere Sorgen, denn sie wird auf Schritt und Tritt von ihrem überlebensgroßen Selbst verfolgt. Sie fragt sich, ob sie es auf die gleiche Art loswerden kann, wie ihr Onkel als kleiner Junge den Geist eines Yakuzas loswurde.
Besagter Onkel ist auf Urlaub, schlendert umher und trifft auf alte und neue Bekannte.
Hajimes Mutter will wieder in ihren Job als Mangazeichnerin zurückfinden, dabei erhält sie Unterstützung vom Großvater, der ein wenig senil zu sein scheint.
Der Großvater unterstützt auch einen anderen Onkel, ebenfalls Mangazeichner und mit Hajimes Vater zerstritten, bei seinem Projekt ein Lied aufzunehmen.
„The Taste of Tea“ erzählt die Geschichte einer ganz normalen und doch nicht ganz normalen japanischen Familie. Dabei erlebt jedes Familienmitglied wiederum seine eigene Geschichte. Die Geschichten sind nur lose miteinander verbunden, manchmal berühren sie sich. um dann wieder auseinanderzutrifften.
Zwischen diesen Hauptgeschichten gibt es auch noch ein paar Charaktere, die immer mal wieder am Rande auftreten und vielleicht ihre eigene Geschichte zu erzählen hätten.
Eine wirkliche Aussage trifft der Film dabei nicht und will das wahrscheinlich auch gar nicht tun.
Für die ästhetischen Reize sorgen die vielen Landschaftsaufnahmen. Vor allem grüne Reisfelder und blühende Kirschbäume verleihen dem Film etwas märchenhaftes.
Ein paar wenige Computereffekte geben dem ganzen schließlich noch einen leicht surrealen Touch. Diese Effekte sind eher einfacher Art, aber sie fügen sich sehr gut in den Film ein und passen auch sehr gut zu den skurrilen und liebenswerten Charakteren. Man sollte da auch im Hinterkopf behalten, daß es sich bei „The Taste of Tea“, um einen japanischen Independent-Film handelt, und nicht um einen Hollywood-Blockbuster, dem ein Riesenbudget für Spezialeffekte zur Verfügung steht.
Von der Art her einnert der Film ein wenig an Kitanos „Kikujiro“. Denn auch dort finden sich diese merkwürdigen Randcharaktere, traumhaften Elemente und nur eine geringe Anzahl an Dialogen.
Für den Film wurden, mal abgesehn von Asano Tadanobu (Ichii, Last Life In the Universe, Zatoichi, Hana), der den einen Onkel spielte und dem Darsteller des Vaters, Miura Tomokazu (Suvive Style 5+), relativ unbekannte Darsteller mit wenig Filmerfahrung verpflichtet. Von diesen haben mich besonders Tezuka Satomi, die die Mutter spielte und Banno Maya als kleine Tochter beeindruckt.
Aber auch die anderen haben sehr gut in ihre jeweiligen Rollen gepaßt.
Es ist ein wenig schade, daß der Film relativ viel Zeit an die Geschichte des Sohnes verschenkt, den diese ist zwar einerseits wohl ein wichtiger Bestandteil des Teenagerslebens, andererseits ist es ein schon oft verfilmtes Thema, daß weit weniger interessiert, als die Geschichten der anderen Familienmitglieder.
„The Taste of Tea“ war einer der schönsten, lustigsten, liebenswertesten und auch interessantesten Filme, die ich in letzter Zeit gesehen habe. Wenn man die Chance hat, ihn zu sehen, sollte man sich das nicht entgehen lassen!
Außer natürlich, wenn man auf eine zusammenhängende Story und „wirkliche“ Handlung nicht verzichten kann!
Korea Limited Edition
„The Taste of Tea“ ist in Korea als Teil 8 einer Reihe japanischer Independent-Filme erschienen. Alle Filme dieser Reihe sind auf 1000 DVDs limitiert.
R3 / NTSC
2 Discs
Filmlaufzeit: ca. 143 min
Audio: Japanisch DD 2.0 Surround + DD 5.1 Surround
Untertitel: Koreanisch, Englisch
Extras: Trailer, TV-Spot, MTV-Programm, in Cannes, Making Of, Premierenaufnahmen, SuperBig, Vorschau zu „Nice no mori – The First Contact“
Diese DVD entspricht in etwa der japanischen DVD von Rentrak, ist aber um einiges billiger. Von einer europäischen oder japanischen DVD-Veröffentlichung ist mir bisher nichts bekannt. Ich hoffe aber, daß es irgendwann dazu kommen wird!

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