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The Wind That Shakes The Barley - Filmkritik

 
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Crenshaw
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Anmeldedatum: 08.01.2007
Beiträge: 784
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BeitragVerfasst am: Fr Feb 09, 2007 01:32    Titel: The Wind That Shakes The Barley - Filmkritik

The Wind That Shakes the Barley

Regie : Ken Loach
Buch : Paul Laverty


Irland, 1916. die beiden brüder Damien ( Cillian Murphy, den kennt ihr aus Red Eye und natürlich Batman Begins )und Teddy geraten gemeinsam auf die seite des bewaffneten widerstandes gegen die britischen besatzer - die sich schritt für schritt als IRA formiert, sich waffen beschafft, schützlinge ausbildet und tief in ihrem inneren von tiefstem, unnachgiebigem hass gegen England geprägt ist.
Damien gibt die möglichkeit einer ärztlichen karriere in London auf, um den republikanern hilfreich zur seite zu stehen.
sein bruder Teddy etabliert sich rasch als lokaler drahtzieher der geheimarmee.
die spirale des verderbens beginnt sich immer rascher zu entfalten, als die britischen streitkräfte, aufgebracht durch den guerillakrieg der IRA-terroristen, beginnen, zu radikalen gegenmassnahmen gegen die zivilbevölkerung überzugehen.
dies stärkt aber nur den zusammenhalt der IRA-angehörigen und weckt die sympathien der bevölkerung, die sich nach unabhängigkeit von der britischen krone sehnt.
Damien, begleitet von seiner liebe Sinead ( gespochen wie Shannett - oha ) und Teddy kämpfen seite an seite ihren erbitterten partisanenkrieg gegen die englischen soldaten, bei dem neben soldaten eiskalt auch minderjährige verräter und verdächtige gutsherren hingerichtet werden.das blatt wendet sich jedoch, als Teddy infolge des abzugs der streitkräfte selbst zum angehörigen der neuen irischen einheiten wird, während Damien weiterhin treu der linie der IRA ergeben bleibt...


nach so einem film bleibt man erstmal eine weile im sessel sitzen. hier ist es vor allem dem absolut realistischen und daher wohl vollkommen Hollywood-untypischem-schluss zu verdanken, dass ein solch nachhaltiger, trauriger und unangenehmer geschmack bleibt.
hier wird die geschichtliche realität im erzkatholischen Nordirland zu anfang dieses jahrhunderts erzählt, unbeschönigt, ohne filmelemente wie wir sie gerne in Jerry Bruckheimer-und Gary Marshall-filmen hätten. in ruhig gehaltenen bildern, die immer wieder die elementare schönheit Irlands einfangen, wird die alte "hass und gewalt bringt erst recht hass und danach - gegengewalt"-weisheit in kammerspielartigen gelegenheiten und ausgetragenen gefechten eindringlich geschildert. das tempo des films ist recht niedrig, während die laufzeit eher lang ist. daraus ergibt sich ein hoher anspruch der thematik, die es verlangt, dass man sich bildern der brutalität aussetzt, zu welcher nur die spezies mensch in der lage ist. das psychologische spiel, das - wie in den meisten ethnischen konflikten- wird in unangenehmer klarheit dargestelt - auch wenn vielleicht nicht allzuviel dazugehört und es im wesentlichen darauf hinausläuft, dass menschen sich nicht alles gefallen lassen müssen und rasch das fass des einzelnen zum überlaufen gebracht werden kann.die gegenschläge der einen seite provozieren stets neue gewalt - und inzwischen dieser geschehnisse stehen menschen, die ihre angehörigen verlieren oder misshandelt sehen und sich städnig fragen des "wozu" und "wie-lange-noch" ausgesetzt sehen.am ende von "TWTSTB" stellt sich dann auch die unglaubliche frage, was der einzelne bereit ist, für seine überzeugung zu tun - ungeachtet aller menschlichen aspekte.

der film ist ziemlich sehenswert und bildet eine unangenehm ernste geschichtsstunde.dazu muss man erstmal in der stimmung sein.
er ist doch ein stück entfernt von "Der Pianist" oder "Schindlers Liste", aber er schlägt sich mehr als tapfer.
es ist nur etwas lang und hätte von einer straffung enorm profitiert.
schlussendlich weiss das irische drama weiss seine unmenschliche botschaft, wo gewalt und blinder hass enden kann und die in der stille mit den im wind mitgehenden gräsern verborgen liegt, zu überzeugen. zu stark sind die geschehnisse, die das land und die darin lebenden leute zerreissen.

anspruchsvoll und nicht einfach, aber lohnenswert.
das ist so ein film, bei dem ich mir danach sagte : gottseidank werden heute auch noch solch kleine feine filme gemacht, die man sich in kleinen heimeligen kinos angucken kann - in zyklopischen multiplexen zwischen American Pie-fortzsetzungen und Fast and the Furious
geht es gar nicht.

Sad Sad Crying or Very sad Crying or Very sad

4 von 5.


Zuletzt bearbeitet von Crenshaw am Fr Feb 09, 2007 14:24, insgesamt einmal bearbeitet
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Namu
Die CineGLobe Perle


Anmeldedatum: 21.09.2006
Beiträge: 4981
Wohnort: Oferdingen

BeitragVerfasst am: Fr Feb 09, 2007 09:42    Titel:

Hey, vielen Dank für diese Review und schön dass sich jemand den Film angesehen hat!!!

Ich habe mir auch lange überlegt, ob ich ihn sehen will. Hab ziemlich viel darüber gelesen. Der Regisseur hat ja auch einen ziemlich guten Ruf. Aber bis jetzt hatte ich mich nicht getraut, ihn anzusehen, weil ich befürchte, dass er mich zu arg mitnimmt.
Nachdem, was Du jetzt schreibst, halte ich es auch für sinnvoller ihn mir auf DVD anzusehen und nicht im Kino.
Filme die einem auf die Seele schlagen, schaue ich lieber zu Hause.


P.S.: Hübscher neuer Avatar, den Du da hast!
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Crenshaw
CineMaster
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Anmeldedatum: 08.01.2007
Beiträge: 784
Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Fr Feb 09, 2007 14:25    Titel:

danke. der gute Mark Renton hatte auf dauer meine WAHRE seite nicht deutlich genug repräsentieren können Mosher #1Bang ure head
_________________
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