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Tokyo Story

 
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yun
CineMaster
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Anmeldedatum: 28.03.2008
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BeitragVerfasst am: Fr Okt 16, 2009 14:03    Titel: Tokyo Story

Tokyo Story

(Japan 1953)



Regie: Yasujiro Ozu
Drehbuch: Kogo Noda und Yasujiro Ozu
Musik: Kojun Saito
Kamera: Yuharu Atsuta
DarstellerInnen: Chishu Ryu, Chieko Higashiyama, Setsuko Hara, So Yamamura und Haruko Sugimura

Spielfilmlänge: 140 min



Worum es geht:

Ein altes Ehepaar möchte seine in der Stadt Tokio lebenden erwachsenen Kinder besuchen. Da diese ihre eigene Familien, Sorgen und Probleme haben, wird das alte Ehepaar von einem zum anderen weiter gereicht. Niemand hat noch Zeit für sie und am Ende fahren sie erschöpft und zum großen Teil enttäuscht von ihren schlechten Erfahrungen wieder nach Hause.









Zum Regisseur Ozu Yasujiro:

Einer der ganz großen Namen des japanischen Kinos ist Ozu Yasujiro (1903 - 1963), er wird im gleichen Atemzug mit anderen Größen wie Mizoguchi Kenji, Naruse Mikio und Kurosawa Akira genannt und genauso wie diese hat er ein Thema, welches ihn beschäftigt, und das leicht abgewandelt in allen seinen Filmen im Zentrum seines Interesses steht.

Es sind die kleinen Ereignisse, die im zwischenmenschlichen Bereich stattfinden, genauer gesagt, innerhalb der japanischen Großfamilie, welche Ozu, sensibel beobachtend und mit einem ausgeprägten Sinn für die feinsten Nuancen, wiedergibt, wobei er keinen besonderen Wert auf eine Handlung legt, dafür aber auf den augenblicklich stattfindenden Moment, indem er darin aufzeigt, wie Menschen innerhalb einer Familie miteinander umgehen.

Rein äußerlich geschieht wenig bis gar nichts, man nimmt Teil am Leben der einzelnen Mitglieder einer Familie und erlebt sie in ganz alltäglichen Situationen. Ein mögliches Drama findet nur sehr leise und unauffällig unterhalb der Oberfläche eines äußeren Geschehens statt. Es sind die kleinen Dinge, die nicht mehr stimmen. Die Unterschiede zwischen Vorkriegs- und Nachkriegsgeneration, dass sich veränderte Frauenbild (welches von Ozu unterstützt wird) und schließlich das langsame und unauffällige und nicht mehr aufzuhaltende Auseinanderbrechen der traditionellen Großfamilie.

Wie ein Chronist beschreibt Ozu diese Veränderungen, ergreift dabei nur selten Partei und scheint auch nicht anzuklagen, doch mit jeder Filmeinstellung wissen wir, dass da etwas unwiederbringlich verloren zu gehen droht, dafür aber auch etwas Neues hinzukommt, wie gut oder wie schlecht das Neue dagegen aber sein wird, das lag in den Händen des japanischen Publikums.



Dies und Das:

Ozu Yasujiros filmischer Stil ist einmalig und unverwechselbar:

Er verwendete immer eine feste (unbewegte) Kameraeinstellung (zumindest habe ich in seinen Filmen nie einen Kameraschwenk gesehen), die sich in der Höhe der Augen eines nach japanischer Art auf dem Fußboden sitzenden Menschens befindet.

Ozu benutzte für alle Aufnahmen dasselbe 30 mm Objektiv (wodurch eine ganz eigentümliche Nähe zu den Dingen und Menschen innerhalb eines Raumes entsteht).



An dieser Einstellung kann man sehr gut erkennen, wie niedrig sich das Objektiv der Kamera befunden haben muss.


Die Schauspieler schauen, wenn sie im Film mit ihrem Gegenüber sprechen, den Zuschauer des Filmes oft in die Augen, sprechen ihn damit quasi direkt an (normalerweise ist es ja ein Tabu, wenn Schauspieler in die Kamera blicken).

Ozu bevorzugt und unterstützt in seinen Filmen ein modernes Frauenbild, welches sich in der Nachkriegszeit Japans entwickelt hat (modern bedeutet hier aber nicht unbedingt westlich!). Die Noriko Trilogie (Tokyo Story, Late Spring und Early Summer) ist dafür vielleicht das anschaulichste Beispiel. Noriko (auch wenn es sich in den drei Filmen immer um eine andere Noriko handelt, die immer von der selben Schauspielerin Setsuko Hara dargestellt wird) ist eine moderne junge Frau, die selbstbewusst ihren Standpunkt zu vertreten weiß und sich von der Familie nichts mehr vorschreiben lässt. Einerseits besitzt sie eine große innere und äußere Stärke und Unabhängigkeit (weil sie arbeiten geht und ihr eigenes Geld verdient, was zu dieser Zeit wohl noch eine Ausnahme darstellte), andererseits ist sie sich auch traditioneller Werte sehr wohl bewusst (was sich in einer gewissen Fürsorge und füreinander da sein innerhalb der Familie und der Generationen zeigt).





Von den 54 Filmen des Regisseurs, sind bis heute leider nur noch 35 erhalten. Tokyo Story gilt als der bedeutendste Film Ozus.
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