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Wes Craven's Dracula

 
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Crenshaw
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Wohnort: Berlin

BeitragVerfasst am: Sa Aug 16, 2008 17:41    Titel: Wes Craven's Dracula

Wes Craven‘s Dracula



Regie : Patrick Lussier

Inhalt : Diese modernisierte Vlad Dracul-Fassung greift in groben Zügen die altehrwürdige Version vom Bram Stoker auf und mixt etliche Elemente der Popkultur hinzu.

Dracula (Gerard Butler, „Phantom der Oper“, „300“), von seinem Erzfeind Van Helsing in einem Silbersarg gefangen gehalten, wird durch einen Bande geldgeiler Schatzräuber (die sich von einer Museumsplünderung Gold und Juwelen versprechen) versehentlich zum Leben erweckt.



Zusammen mit seinem uncharismatisch-nervigen und trotteligen Gehilfen Simon ( Belmont ? Konamis „Castlevania“ lässt grüssen)und allerlei Vampirjäger-Equipment macht sich Van Helsing‘s Nachfahre ( Christopher Plummer) auf, dem Untoten die Stirn zu bieten – doch der Fürst der Finsternis scheint schier unbesiegbar und seine Legionen der Nacht mehren sich rasend schnell.

Vampire sind (ähnlich wie Zombies und Werwölfe) cool, ganz egal, wie viele schlechte Filme es zu diesem Thema schon gibt – ich als leidenschaftlicher World of Darkness – Vampire: the Masquerade-Spieler kann mich Filmen zu diesem Thema kaum entziehen. Also auf ein neues…
Eine herbe EnttäuschungIm wesentlichen beläuft sich dieses „Wes Craven Präsentiert“-Videothekenfilmchen auf junge Darsteller, die planlos durch die Gegend laufen, mächtig geschminkte, üppige junge Frauen, die im Halblicht stöhnen und lechzen und ein bisschen Blut, das von Zeit zu Zeit an die Wand gespritzt wird.



Gerard Butler gibt eine ziemlich milchig-dürre Figur ab, wenn er sich mit einer Pop-Art-Jesus-Ikone unterhält und ihr weismacht, dass er der die nötige Freiheit und Erlösung liefern werde. Über die restlichen Darsteller sollte man ohnehin den Mantel des Schweigens hüllen. Neben den drei Vampirbitches gibt es eh nur zwei Protagonisten, die es irgendwie ins Finale schaffen und Dracula zufällig töten, alle anderen Figuren ( mit Ausnahme Van Helsings) sind zweidimensional und absolut belanglos.



Die ordentlichen Grundelemente des Vampirmythos : die Fehde des fanatischen Van Helsing mit vollem Arsenal an netten Vampirkiller-Gimmicks mit dem erotisch-megalomanischen Dracula, gotischen Kulissen, die in die urbane Wolkenkratzer-Welt übergehen, die Übertragung der tragischen Liebesgeschichte in die heutige Zeit nach Art eines Baz Luhrmann - werden von Anfang an kontinuierlich abgebaut und erreicht irgendwann einen traurigen Tiefpunkt. Mit dem Tod Van Helsings scheidet die einzige angenehme klassische „Dracula“-Figur aus dem Rennen und macht Platz einer abstrus konstruierten Story von Seelenwanderungen, Geschwafel über christliche Mythologie und sehr sinnlosen Kampfsequenzen. Die erschaffenen Vampire sind dumm, nerven mit billigen Sprüchen und sind extrem leicht zu töten.


Natürlich gibt es auch grandios überflüssige Schockeffekte wie Telefonklingeln oder Schulterantippen durch vertraute Personen, die sich unbemerkt von hinten anschleichen. Die Effekte sind –selbst für das Jahr 2000 - wenige an der Zahl, schlecht und einfallslos. Die Dialoge halten sich auf dem peinlichen Niveau von „Ich glaube diese ganze Akte X-Scheisse einfach nicht“, „Bald wirst du das ganze Ausmaß meiner Vergeltung zu spüren bekommen“ und „Blut ist leckerer als Schokolade, wusstest du das ?“

Da der Film von Virgin gesponsert worden ist, sind fast in jeder Einstellung die Firmenlogos zu sehen, was das Mass an akzeptablem Product Placement sprengt und extrem nervt.


Fazit : Glaubt den ordentlichen Kritiken im Netz nicht : Wes Cravens Dracula ist durch und durch schlecht. Er ist ein dümmlicher Mix aus der Neutapezierung einer klassischen Literaturgeschichte, schlechter Hardrock-Musik, halbnackten Frauen mit Fangzähnen und vielen Zugeständnissen an die verblödete Pop-Jugend von heute, die biblische Motive und klassische Literatur nur noch aus dummen West-Filmen kennt.

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