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Kat CineMOD


Anmeldedatum: 18.06.2008 Beiträge: 1087
Wohnort: No Man's Land
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Verfasst am: Mo Aug 17, 2009 23:49 Titel: Windstruck |
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Windstruck
Originaltitel: Nae yeojachingureul sogae habnida/ 내 여자친구를 소개합니다
Regisseur: Jae-young Kwak
Drehbuch: Jae-young Kwak
Darsteller: Ji-hyun Jun, Hyuk Jang, Ye-jin Im, Ki-woo Lee
Land: Südkorea, Hong Kong
Jahr: 2004
Genre: Komödie, Drama, Romanze (= RomCom mit viel Herzschmerz)
Laufzeit: ca. 123 Minuten
Darum geht’s:
Kyung-jin Yeo ist eine junge, passionierte Polizistin, die es liebt die bösen Buben hinter Gitter zu bringen. Als ein Dieb die Tasche einer Frau klaut, macht sie sich auf die Verfolgung und erwischt dabei Myung-Woo, der selbst den Übeltäter verfolgt. Fälschlicherweise schleppt sie ihn auf das Revier. Tage später treffen die beiden wieder aufeinander, als Myung-Woo für ein Sozialprojekt eine Polizistin bei der Arbeit begleiten muss. Durch einen Zufall geraten sie in eine Schießerei und da Kyung-jin ihn mit Handschellen an sich gefesselt hat, muss er ihr überall hin folgen. Zwischen den beiden entsteht schon bald mehr, als nur eine Freundschaft, bis die beiden durch einen tödlichen Einsatz getrennt werden.
Meinung:
Man kommt gar nicht daran vorbei, Parallelen zwischen My Sassy Girl zu ziehen. Nicht zuletzt, weil Hauptdarstellerin Ji-hyun Jun/ Gianna Jun und Regisseur Jae-young Kwak schon in diesem Film gemeinsam zusammen gearbeitet hatten.
Windstruck fängt sehr gut an und Kyung-jin regt ab der ersten Szene zum lachen an. Mal wieder hat sie einen armen Tropf an ihrer Seite, der viele ihrer Macken über sich ergehen lassen muss. Der erste Eindruck von ihr war, dass sie sehr dominant und hitzköpfig ist und ihren Job eine Spur zu Ernst nimmt. - Das allerdings war herrlich amüsant, wenn sie Myung-Woo durch die Straßen jagt und ihn dann ins Polizeirevier schleppt.
Ich denke ein bisschen an ihren Charme macht die Tatsache aus, dass sie die Hälfte der Zeit wie betrunken wirkt und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt. Und keine kann so schön schmollen wie Ji-hyun Jun.
Die Ausdrücke, die der Mafiaboss ab ließ waren sehr heftig und drückten auf Anhieb die gute Stimmung, die der Film bis dahin aufgebaut hatte. Gut fand ich hingegen wieder, dass er für die Aggressionen, die er aufgebaut hat, von jemand ganz anderem gerügt wurde. Hier konnte der Film zum ersten Mal überraschen.
Ich bin gerade bis kurz vor die 30 Minute gekommen, als ich eine Pause machen musste, weil ich Tränen gelacht habe, als sie morgens aufwacht, durch die Handschelle schlüpft, sich kratzt und die Handschelle wieder anlegt... und schon allein die Tatsache, dass alle Polizisten sämtliche Schlüssel mitgenommen hatten, war witzig.
Das Klavierstück in der Kennenlern-phase untermalt die Beziehung zwischen den beiden und hebt die Stimmung. Nach einiger Zeit wurde es von Knocking on Heaven's Door in der Orchesterversion vertrieben (wunderschön!). Und die Oldies waren zwar nicht mein Fall, passten aber gut ins Geschehen.
Ich fand es zudem sehr gut, dass man nicht erfahren hat, welche Kugel Myung Woo getroffen hat.
Außerdem war es unfreiwillig komisch, dass keiner der Suizidversuche von Kyung-jin gelingen wollte. Am besten hierbei war die rettende „Hand“. Ich weiß nicht, wie man auf so eine Idee kommt, aber ich musste mit dem Kopf schütteln,- positiv gemeint. Davon abgesehen konnte der Film zu diesem Zeitpunkt gar nichts mehr an meiner Meinung ändern.
"If I die, I wish to be the wind."
Ich finde es immer klasse, wenn Erzählungen durch Bilder unterstützt werden. So auch Kyung-jin's Geschichte über die wunderschöne Prinzessin,- die natürlich von ihr gespielt wurde. Kurze Zeit später musste ich schon wieder vor lachen auf Pause drücken.
Nach ¾ der Spielzeit hat der Film komplett von Comedy zu Drama gewechselt. Hierbei möchte ich anmerken, dass Ji-hyun Jun hier eine schauspielerische Glanzleistung abgeliefert hat. Man konnte den Schmerz und die Trauer regelrecht spüren.
Zu Beginn noch sehr hitzköpfig, konnte man im Verlauf der Geschichte sehen, wie Kyung-jin reifer wurde. Nach Myung-Woo's Ableben wurde ihr alles gleichgültig, was ihr auch einen kleinen Tick Coolness gab und danach konnte man die Hoffnung in ihren Augen wieder sehen.
Was mich verblüfft hat ist, dass sie das Drama nach dem Unfall so glaubhaft gespielt hat, was in Blood: The last Vampire hingegen nicht so wirkte. Es ist zu vergleichen mit Vicki Zhao's Darbietung in So Close.
Windstruck beinhaltet viele gute Ideen, wie zum Beispiel der Tausch zwischen den Zwillingsschwestern, die Comic Strips in den Büchern und die Neckereien von Kyung-jin und Myung-Woo in dem ersten Teil des Filmes.
Das einzige, was ich an Windstruck bemängeln muss ist der zu lange Abschied zwischen den beiden, der wirklich haarscharf am Abgrund zum Kitsch balanciert ist. Was sich in ihrer Wohnung zuvor abspielt hatte war hingegen Magie.
Mit dem Schluss haben die Macher aber wieder einen Schmunzler gelandet. Für Insider wahrscheinlich mehr, als für Außenstehende. Ich möchte es auch gar nicht verraten. Ich habe mich aber köstlich amüsiert
Ich bin froh, den schlechten Blood: The last Vampire gesehen zu haben, der mich auf Ji-hyun Jun/ Gianna Jun aufmerksam gemacht hat. Beziehungsweise: wieder.
Fazit:
Windstruck ist eine wunderbare Hommage an die wahre Liebe, die auch über den Tod hinaus geht.
Die erste Stunde kann man herzhaft lachen,- in der zweiten Hälfte kann man heulen, bis einem die Taschentücher ausgehen. Der Film besticht nicht nur durch ein tolles Drehbuch, sondern lebt vor allem durch seine grandiosen Hauptdarsteller Ji-hyun Jun (The Man who once was Superman) und Jang Hyuck (Volcano High).
Windstruck ist daher eine runde Sache und sehr empfehlenswert.
Zuletzt bearbeitet von Kat am So Aug 08, 2010 17:14, insgesamt einmal bearbeitet |
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Yin Chi CineMaster


Anmeldedatum: 05.08.2009 Beiträge: 1797
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Verfasst am: Do Aug 27, 2009 18:39 Titel: |
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Windstruck würde ich im Großen und Ganzen auch positiv bewerten. Was mir in der ersten Hälfte schon etwas gegen den Strich ging, war einerseits Kyung-jin Yeos teilweise schon ziemlich brutales Verhalten gegenüber Myung-Woo. So als sie beispielsweise ihm statt eines Kusses einen glühenden Holzstab gegen die Lippen drückte. Das machte sie in meinen Augen nicht besonders sympatisch.
Myung-Woo andererseits spielte seinen Part ein bissl zu deppisch und ließ wirklich alles mit sich machen. Bis zu seinem Tod habe ich auch nicht wirklich verstanden, was das eigentlich für eine Beziehung sein sollte. Suchte Kyung-jin Yeo nur einen Prügelknaben - sozusagen als Verlägerung ihres Verhaltens als Polizistin ins Private ? Myung-Woo Wünsche an Kyung-jin Yeo waren dahingegen sehr eindeutig.
Was beiden allerdings gemein war, war eine gewisse Naivität und Unreife. So hätte es Myung-Woo eigentlich besser wissen müssen, als er sich in Kyung-jin Yeo Verbrecherjagd einmischte und dabei sein Leben verlor.
Lustig fand ich die Szene aus einer früheren Verfolgungsjagd, in der einer der Verbrecher zusammen mit Myung-Woo zwischen zwei Mauern eingeklemmt war. Insgesamt war der erste Teil des Filmes sehr vergnüglich, der des öfteren zum Schmunzeln anregte.
Nach Myung-Woos Tod veränderte sich Kyung-jin Yeo radikal. So ist ihr offenbar erst durch sein Ableben klar geworden, was sie an ihm hatte. Mit Sicherheit spielten auch ihre Schuldgefühle eine Rolle. Sie wollte nicht mehr weiterleben. Aber ihr selbstmörderisches Verhalten als Polizistin im Einsatz und ihre Selbstmordversuche brachten nicht den gewünschten Erfolg.
Stattdessen fand sie Myung-Woo wieder in diversen Zeichen, die er ihr gab bzw. hinterließ. In diesem Teil konnte ich mich dann auch besser in Kyung-jin Yeo hineinversetzen. Ihr Schmerz ging auch mir nahe.
Tja, und das Ende fand ich dann auch wieder ziemlich süß! Windstruck ist so gesehen ein Film, der eine relativ große Bandbreite an Gefühlen bei mir auslöste. 
Zuletzt bearbeitet von Yin Chi am Sa Aug 29, 2009 20:38, insgesamt einmal bearbeitet |
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Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4981
Wohnort: Oferdingen
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Verfasst am: Do Aug 27, 2009 21:26 Titel: Re: Windstruck |
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| Kat hat Folgendes geschrieben: |
Genre: Komödie, Drama, Romanze (= RomCom mit viel Herzschmerz)
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Hihihi.
Da muß ich Dir unbedingt etwas erzählen: da es in Korea doch so oft Komödien gibt, die zu Dramen wechseln, hat ein Bekannter einer Freundin von mir diese nun in Dramödien umbenannt...
Ich glaube aber, im Gegensatz zu RomCom ist Dramödie wohl wirklich kein gängiger Begriff mehr...
@Windstruck: Bin damals nicht so ganz warm mit dem Film geworden, da ich mich nicht so recht mit den Figuren anfreunden konnte.
@Kat: Wenn Du mich also wirklich, wirklich ärgern willst, dann müßtest Du zum Videoabend bei mir mit My Sassy Girl UND Windstruck aufkreuzen.
(Allerdings kann ich My Sassy Girl in der Zwischenzeit fast wieder sehen...) |
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Kat CineMOD


Anmeldedatum: 18.06.2008 Beiträge: 1087
Wohnort: No Man's Land
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Verfasst am: Fr Aug 28, 2009 00:15 Titel: |
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Namu, zum vor-ärgern hier ein kleiner Windstruck Clip ;o):
Nein, quatsch. ..... Dramödien ist aber auch ein sehr passender Begriff. Werd' ich mir merken.
Ich habe mich in der letzten Woche sehr intensiv mit diesem Film beschäftigt, weswegen ich die Vorstellung des Regisseurs auch etwas nachvollziehen kann. Achtung, dass bezieht sich jetzt auch auf Yin Chi's Kritik:
Jae-young Kwak gibt seinen Charakteren (hier ist es wieder die Protagonistin) gerne eine Leidensgeschichte mit auf den Weg, welche ihr Handeln etwas erklärt. In My Sassy Girl war es der Verlust ihres Freundes, in Windstruck ist es die Zwillingsschwester, die den Schmerz in Kyung-jin auslöste (wegen ihr ist sie auch Polizistin geworden). Natürlich kann der arme Tropf nichts dafür, aber zu diesem Spiel gehören immer zwei und wenn er es mit sich machen lässt, dann ist er selber Schuld. Zudem war nach der Aktion beim Wohnungseinrichten ziemlich klar, dass er hinter ihre Fasade gesehen hat... Die Brennstabaktion hingegen hätte wirklich nicht sein müssen.
Noch kurz etwas zu dem Video:
Wenn man den Film nicht gesehen hat, dann wird es einem verdammt kitschig vorkommen. Wenn man ihn allerdings kennt und die Geschichte und deren Figuren einen fesseln konnten, dann sollte der Clip seine Wirkung entfalten können. |
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Yin Chi CineMaster


Anmeldedatum: 05.08.2009 Beiträge: 1797
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Verfasst am: Sa Aug 29, 2009 20:37 Titel: |
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@Namu, ganz ehrlich, so richtig warm geworden bin ich mit den beiden Hauptfiguren auch nicht. Im zweiten Teil konnte ich Kyung-jin Yeos Verhalten allerdings etwas besser nachvollziehen. War mir jetzt aber nicht ganz sicher, ob es nicht eventuell mit der koreanischen Kultur zu tun hat, dass da einige Verhaltensweisen in meinen Augen unverständlich blieben...
@Kat, 'My Sassy Girl ' kenne ich noch nicht. Aber da ich die DVD schon besitze, werde ich sie auch demnächst sichten. In einigen Foren wird der Film als einer des besten koreanischen Streifen überhaupt bewertet. Bin mal gespannt, wie meine Reaktion ausfallen wird.
Du hast vollkommen recht, Kat, Kyung-jin Yeo scheint irgendwie zu versuchen das Leben ihrer Schwester mitzuleben - andererseits trotzdem ihr eigenes Selbst miteinzubeziehen. Worauf die weißen Tasten ihres Klavieres hinweisen.
Dass mit dem Hinter-die-Fassade-Blicken ist mir jetzt beim Wohnungseinrichten nicht aufgefallen. Allerdings erinnere mich an einen Zettel auf der Klaviatur auf dem stand, dass Myung-Woo gerne Kyung-jin Yeos eigentliches Selbst sehen möchte.
Kat, im Großen und Ganzen kann ich Kyung-jin Yeos und Myung-Woos Verhalten verstandesmäßig nachvollziehen und teilweise auch emotional. Trotzdem bleiben mir beide Charaktere irgendwie fremd. Das bedeutet allerdings nicht, dass ich Windstruck für einen schlechten Film halten würde. Aber dass hatte ich ja oben schon geschrieben. 
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Kat CineMOD


Anmeldedatum: 18.06.2008 Beiträge: 1087
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Verfasst am: Sa Aug 29, 2009 21:57 Titel: |
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Als besten Film würde ich My Sassy Girl nun nicht bezeichnen, aber ich find ihn recht gut. Wenn du ihn gesehen hast, wirst du bestimmt auch diesen AHA-Effekt in Bezug auf das Ende von Windstruck haben. Außerdem ist es zum schreien komisch, wenn sie sich übergibt (mal wieder) und er selber würgend in der Tür steht (ich hatte Tränen gelacht).
Nochmal kurz zu dem Klavier: Die weißen Tasten hatte Myung-Woo extra für sie anfertigen lassen. Den Zettel hatte sie dann leider auch erst nach seinem Tod gefunden. _________________ Lips red as blood, hair black as night. Bring me your heart, my dear, dear Snow White |
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Yin Chi CineMaster


Anmeldedatum: 05.08.2009 Beiträge: 1797
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Verfasst am: So Aug 30, 2009 10:27 Titel: |
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@Kat, wow, Du scheinst eine Nachteule zu sein wie ich, wenn ich mir die Zeiten Deiner letzten Beiträge so ansehe. Also, ich habe heute Nacht die Zeit genutzt um mir auch My Sassy Girl anzusehen...und fand ihn um Längen besser als Windstruck.
Meine auch, dass man zuerst My Sassy Girl sehen sollte und dann erst Windstruck, da es doch einige Parallelen zwischen beiden Filmen gibt und My Sassy Girl besser erklärt, warum sich die Protagonisten so und nicht anders verhalten. Aber Weiteres dazu noch im betreffenden Thread dieses Filmes.
Natürlich ist mir jetzt auch das Ende von Windstruck klar - lol!  |
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