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Raoul Duke Bin neu hier


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Verfasst am: Di Jan 02, 2007 00:18 Titel: Wonderland - Filmkritik |
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Regie: James Cox
Schauspieler: Val Kilmer, Kate Bosworth, Lisa Kudrow, Josh Lucas, Dylan Mc Dermott (desweiteren Paris Hilton in einem glücklicherweise auf 30 Sek. beschränktem Kurzauftritt)
Story: Der ehemals weltgrößte Pornostar John Holmes (Val Kilmer), berühmt geworden durch seinen außergewöhnlich großen Penis und zahlreicher schmutziger Sex-Videos ist am Ende seiner Karriere und gefangen inmitten der schmutzigen Drogenszene Los Angeles im Jahr 1981. Von hohen Schulden getrieben, die zum größten Teil auf seine Drogensucht zurückführen, ist er schon vor einiger Zeit in den Dunstkreis einer Dealergruppe aus der Wonderland Avenue geraten.
Wegen des Erzählstils, der nacheinander das Geschehen aus den Perspektiven und Darstellungen einiger der Beteiligten schildert (die in entscheidenden Details, vorallem was die eigene Schuld am Geschehen betrifft, stark voneinander abweichen), ist nicht ersichtlich wie sich das Folgende im Detail abspielt. Fakt ist, dass die Wonderland Gang (wahrscheinlich auf Anregung Holmes hin) einen der mächtigsten Großdealer LA's, zudem Holmes freundschaftlichen Kontakt hält, in dessen Villa überfallen, jenen demütigen, einem seiner Leibwächter in den Allerwertesten schießen und Drogen, Waffen und Cash im Wert von insgesamt 3.000.000 Dollar erbeuten. Doch jener Großdealer lässt dass nicht auf sich sitzen und nimmt auf grausame Art und Weise Rache. Dank Holmes (ob unter Zwang seines vorgeblichen Freundes des Großdealers oder aus Ärger über seinen seiner Ansicht nach zu kleinen Anteil am Überfall bleibt unersichtlich, da es auch hier wieder verschiedene Perspektiven gibt und dahingestellt bleibt welche stimmt) verschafft sich eine Gruppe aus Schläger, mit Eisenrohren bewaffnet, Zugang zum Haus in der Wonderland Avenue.. Resultat - .. Das Haus der Wonderland Avenue Gang wird zum Schauplatz eines Blutbades, alle bis auf einen der Bandenmitglieder, der sich nur durch Zufall nicht im Haus aufhielt, bleiben mit zertrümmerten Schädeln zurück, vier von ihnen tot, die Frau von einem der Gangster schwer verletzt und ebenfalls mehr tot als lebendig.
Kritik: Ein interessanter Film, allemal.. Zumal das Grundgeschehen auf einer tatsächlich wahren Geschichte basiert. Es gab tatsächlich einen Pornostar mit dem Namen John Holmes, auch die Morde in der Wonderland Avenue gab es wirklich (der "LA-Crime"-Bericht ist im üppigen Bonusmaterial der DVD zu finden) und bis heute ist die genaue Rolle John Holmes bei den Morden ungeklärt. Die Polizei hatte sogar den Verdacht dass Holmes selbst Hand anlegte und mindestens einen der Morde selbst ausführte, jedoch konnte ihm eine Verwicklung nie bewiesen werden, sodass es bei Verdächtigungen blieb und Holmes schließlich aus der Untersuchungshaft entlassen wurde und bis zu seinem Tod einige Jahre später (an Aids) ein freier Mann war.
Die Handlung des Films ist rasant und packend, dank der schauspielerischen Leistungs Val Kilmer's werden mehr als deutlich die tiefen menschlichen Abgründe des Pornostar Holmes aufgezeigt. Plagen jenen doch immer wieder Skrupel am Getanen und Geschehenen, bricht er einmal sogar in Weinkrämpfen zusammen, ändert er doch im Laufe des Films nicht einen Deut sein Verhalten, je nach Schilderung des Geschehenen ist sogar zu vermuten dass er noch skrupelloser und grausamer handelt. Auch seine wesentlich jüngere Freundin ( dargestellt von Kate Bosworth ), von der zu vermuten ist dass er für sie tatsächlich soetwas wie Liebe emfpindet, benutzt er im Endeffekt genauso skrupellos wie seine Ex-Frau (gespielt von "Friends"-Darstellerin Lisa Kudrow). Kurz, für kaum eine der Figuren entwickelt man im Lauf der rasanten und packenden ca eineinhalb stündigen Handlung soetwas wie Sympathie oder Verständnis. Eben darauf will der Film auch hinaus, erbarmungslos brutal werden die dunklen Abgründe menschlichen Verhaltens aufgezeigt.
Die knappe Handlung, die sich wie oben zu sehen recht schnell zusammenfassen lässt, wird durch die ungewöhnliche Erzählweise gerettet. Abwechselnd erzählen die einzelnen Figuren das Geschehene (hauptsächlich Ermittlern der Mordkommision, die dahinterzukommen versuchen was sich abspielte), bezeichnend und für Filme ungewöhnlich, lässt sich am Ende (und auch nach mehrmaligem Ansehen des Films) nicht genau sagen, welche der geschilderten Versionen denn nun stimmt, dies überlassen die Filmemacher geschickt dem Zuschauer.
Fazit: Ein brutaler außergewöhnlicher Streifen über "Sex, Waffen, Geld und Mord" (Zitat DVD-Cover), der nicht jedermanns Geschmack trifft, vorallem die Morde in der Wonderland Avenue die in unzensierter, brutaler Länge und ziemlich detailreich gezeigt werden, könnten für zart besaitetere Personen zuviel des Guten sein. Allen anderen, denen solcherlei Szenen nicht ans Eingemachte gehen und sich von der beabsichtigt verwirrenden Erzählweise nicht abschrecken lassen, ist der Film meiner Ansicht nach auf jeden Fall zu empfehlen, ein packender und spannender Thriller der in jeder guten Filmsammlung stehen sollte.

_________________ "He, who makes a beast out of himself, gets rid of the pain of being a man" Dr. Johnson
"Jules, if you give that fuckin' nimrod fifteen hundred dollars, I'm gonna shoot him on general principles." Vincent Vega
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nuazo CineMaster


Anmeldedatum: 30.09.2006 Beiträge: 492
Wohnort: München
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Verfasst am: Di Jan 02, 2007 00:44 Titel: |
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Ein fabelhaftes Review, hab Dank
Die Story spricht mich sehr an, der Grundstein des Plots (drogenabhäniger, abgestürzter Pornostar) erinnert mich auch sehr an "Boogie Nights". Interessant für mich wird der Film durch die von dir beschriebene Erzählweise. Das Teil werde ich mir definitiv früher oder später zu Gemüte führen - ich hoffe eher früher
Was mich aber noch interessiert, vielleicht hab ichs auch überlesen, bei welcher Gelegenheit erzählen die Figuren die Versionen des Überfalls? Sind sie bei der Polizei zum Verhör oder wie muss man sich das vorstellen?
Welche Wertung gibst du dem Film? _________________ MyDVDs
Ich hab mal einem Mann ausgeredet den Sears Tower zu sprengen, aber ich schaffs nicht, dass meine Frau aus dem Bad kommt und meine Tochter aufhört zu telefonieren. - Verhandlungssache |
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Raoul Duke Bin neu hier


Anmeldedatum: 31.12.2006 Beiträge: 15
Wohnort: Stuttgart
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Verfasst am: Di Jan 02, 2007 04:00 Titel: |
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Danke für das Lob, erstmal.
Richtig, ich vergaß zu erwähnen dass die Figuren die Planung des Überfalls, den Überfall selbst und die Morde mithilfe von Rückblenden schildern, nachdem dies alles passiert ist, hauptsächlich beim Verhör durch zwei Ermittler der Mordkomission, Holmes auch teilweise seiner Ex-Frau und einem befreundeten Cop von der Sitte.
Wertung: 8,5 / 10
Ach ja, kein Wunder dass die Story dich an Boogie Nights erinnert, soweit ich weiß, basiert der Film auch auf John Holmes alias "Mister 33 Zentimeter".  _________________ "He, who makes a beast out of himself, gets rid of the pain of being a man" Dr. Johnson
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