Vorheriges Thema: An Eye For An Eye Nächstes Thema: D-Day - Filmkritik |
| Autor |
Nachricht |
Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4981
Wohnort: Oferdingen
|
Verfasst am: Fr Sep 26, 2008 15:25 Titel: Wuxia - Hintergründe und Infos zum Genre |
|
|
WUXIA Ein Erklärungsversuch für Einsteiger oder warum Chinesen fliegen können - Teil 1
Those who have never read Chinese martial arts fiction often assume that books of this genre are simply tales of macho fights and, therefore , are meant for unsophisticated readers who have a taste for violence . On the contrary, martial arts novels are widely read by Chinese of every gender, class, profession, and level of education. Highly entertaining as they are, the interaction between characters are no less sophisticated than any other type of fiction.
Rebecca S. Tai über den Wuxia-Roman
Wahrscheinlich gibt es in Deutschland kein asiatisches Genre, das so mißverstanden ist, wie das des chinesischen Wuxia-Films: Kritiker lassen es möglichst links liegen oder handeln es von vornherein (und auch fälschlich) als reinen Eskapismus ab und diejenigen die den asiatischen Film hauptsächlich der Kampfkunst (im Sinne des westlichen Martial Arts Filme, nämlich als Show Off der Fähigkeiten eines Kampfkünstlers) wegen anschauen, schütteln die Köpfe über die fantastischen Einlagen.
Daher möchte ich hiermit einen Thread eröffnet, in dem zum einen zumindest der Versuch gemacht werden kann, das Genre ein wenig zu erklären (wobei es sehr weite bis sehr enge Definitionen des Begriffs gibt, was eine einfache Darstellung nach dem Motto das Wuxiagenre ist so und so und so natürlich völlig unmöglich macht) und der zum anderen denjenigen, die sich für das Genre interessieren, die Möglichkeit gibt, sich darüber zu auszutauschen.
Die Experten unter uns möchte ich jedoch vorwarnen: Ich bin keine Wuxiafachfrau! Mein Hauptziel ist es, Vorurteile gegen ein Genre abzubauen, dem ich sehr viel Respekt und Liebe entgegenbringe und einen Ort für Anhänger und zukünftige Anhänger von Wuxia Xiaoshuo (Wuxia Fiction) zu schaffen. Ich kann nur versprechen mit größtem Bemühen vorzugehen. Unvollständig wird das Ganze jedoch trotzdem bleiben müssen und manche meiner Vergleiche werden nicht völlig zufriedenstellend sein können. Eventuell könnten sich sogar Fehler einschleichen. Wenn ihr solche findet, dann wäre ich dankbar, wenn ihr mich darüber informieren würdet, damit ich diese verbassern kann.
Ethymologie oder was heißt eigentlich „Wuxia“
Das Wort Wuxia ist eigentlich eine Zusammenziehung der zwei chinesischen Wörter „wǔ“ und „xiá“.
Wie immer gibt es für diese Wörter keine wirklich akkurat passenden Übersetzungen. Ich werde daher versuchen, das Ganze ein wenig zu umschreiben. (Vielleicht kann Joy ein paar bessere Übersetzungen für mich finden?):
武 wǔ:
Dieses Zeichen steht für Dinge die mit Kampfkunst und Kriegswesen in Verbindung stehen. Man könnte es vielleicht mit ”was die Kampfkunst betrifft” wiedergeben.
俠 xiá:
Diese Zeichen wird im englischen oft mit „Chivalrous“ oder gar mit „Knight-errant“, also mit Ritter oder ritterlicher Person wiedergegeben. Eine Übersetzung mit der ich (und wahrscheinlich andere auch) nicht so richtig glücklich bin. Mit einer ritterlichen Person vebindet man automatisch einen abendländischen Kodex, der nicht den asiatischen Vorstellungen entspricht, die dieses Wort bezeichnet. Ich würde daher tendieren, das Wort lieber neutraler als heldenhafte Person oder einfach Held zu bezeichnen.
Von dem, was noch so an Bedeutung in dem Wort mitschwingen würde, wäre wohl auch die Bezeichnung „fahrender Held“ passend.
Das Wuxia-Genre ist also im Grunde genommen das Genre, das sich mit „fahrenden Helden, die mit Kampfkunst zu tun haben“ beschäftigt.
Gemeint ist damit, daß es sich um Geschichten oder Filme handelt, deren Protagonisten es kreuz und quer durch die sogenannte „Martial World“, die Jianghu schlägt (Begriffserklärung folgt weiter unten!)
Ursprünge und Entwicklungen:
Nach John Christopher Hamm in ”Paper Swordsmen - Jin Yong and the Modern Chinese Martial Arts Novel” reichen die Wurzeln des Wuxiaromans schon sehr weit zurück. Um genau zu sein verweist er auf den Historiker Sima Qian (um hundert vor Christus), der exemplarisch die Taten einiger Outlaw Schwertkämpfer beschrieb und dann sehr stark darauf einging, daß diese sich vielleicht nicht an die Gesetze des Staates hielten, aber einem eigenen Ehrenkodex folgen würden.
Damit beschreibt er einen Grundzug späterer chinesischer Wuxia Fiction.
Die ersten chinesischen Heldengeschichten waren zumeist Geschichten um reale Personen, wie die des Attentats Jing Ke’s auf den Kaiser von Jin (zum Beispiel verfilmt in Chen Kaiges ”Der Kaiser und sein Attentäter”).
In der Tang Dynasty entwickelten sich diese Biographien und Legenden dann zu fiktionalen Erzählungen und es kamen (nach John Christopher Hamm) zwei Elemente dazu, die aus der späteren Wuxia-fiction nicht mehr wegzudenken sind: 1. die weiblichen Heldinnen und 2. die übernatürlichen Elemente (auf die ich später noch eingehen werde).
Im 14. Jahrhundert kam mit den Erzählungen der ”Rebellen vom Liang Schan Moor” ein weiterer Aspekt dazu, der Grundlage für die heutigen Wuxiaerzählungen ist. Die Helden wurden nun in eine abenteuerliche Umgebung versetzt, mit gefährlichen Pässen, Wasserwegen, Bambuswäldern, Kneipen und verlassenen Tempeln etc. Die Helden hatten ihren Platz gefunden.
Kleiner Exkurs: Jianghu, die Welt der Helden:
An diesem Punkt ist es nun aber wirklich unumgänglich den Begriff „Jianghu“ zu erklären. „Jianghu“ setzt sich aus zwei Zeichen zusammen: 江 / jiāng dem Zeichen für Fluß und 湖 / hú dem Zeichen für See. Auch dieser Begriff bringt Übersetzer zum Verzweifeln. Und nicht nur, weil es kein schönes Wort zum Übersetzen gäbe, sondern weil der Begriff mehrere Bedeutungsebenen hat. Zum einen beschreibt er die Wasserwege, die Inspiration für die Abenteuerwelt der Helden waren und ist als zweites dadurch auch Bezeichnung für die Welt der Helden (ähnlich wie Rollenspiel - und Fantasywelten: Mittelerde, Fearun… etc.). Gleichzeitig dient er aber auch im Übertragenen Sinne als Bezeichung der Welt des fahrenden Volkes als eine Gesellschaft, die innerhalb der normalen Gesellschaft mit eigenen Regeln und Moralvorstellungen existiert. Es ist also nicht nur Begriff für eine Örtlichkeit, sondern auch ein soziologischer und ein ethischer Begriff.
In der englischsprachigen Literatur wird Jianghu oft mit ”River and Lake Community” übersetzt. Und heutzutage tendiert man sogar dazu den Begriff Jianghu als festen Ausdruck stehen zu lassen. Und das ist meines Erachtens auch die beste Lösung.
Ich selbst nenne Jianghu, wenn ich mit Leuten rede, die nie etwas mit Wuxia-Fiction zu tun hatten gerne ”die Welt/Gemeinschaft der chinesischen Schwertkämpfer”. Das ist aber im Grunde genommen nicht korrekt. Denn zur Jianghu gehört alles, was zu dieser eigenen sozialen Gemeinschaft paßt: Händler, Betrüger, Bettler, Heiler, Giftmischer etc., alles was sich irgendwie als fahrendes Volk bezeichnen läßt. Die Martial Artisten selbst bilden innerhalb der Jianghu dann oft noch einmal eine eigene Gemeinschaft, nämlich die der Brüder vom grünen Wald bzw. der Greenwood Society (Und hier weiß ich jetzt ausnahmsweise die chinesische Bezeichnung nicht… ).
Welche Gruppen zur Jianghu gehören, ist heutzutage auch ein wenig vom Autor abhängig. Jeder schafft da seine eigene Welt und nicht bei jedem Autor ist sie noch mit einem historischen China verbunden. Ein Autor wie Gu Long zum Beispiel schafft für jede seiner Geschichten eine eigene Fantasywelt, die von chinesischer Geschichte nur noch inspiriert ist. Jin Yongs Romane spielen alle in derselben ”Welt” und seine Jianghu ist fast immer stark verbunden mit historischen Ereignissen Chinas.
Und es gibt heutzutage auch geniug Science Fiction Erzählungen, die auch Wuxia sind und eben innerhalb einer Art Cyberjianghu spielen (wenn ich das mal so beschreiben darf.. )
So, damit sind wir eigentlich schon bei allen Elementen angekommen, die heutige Wuxia-Fiction auszeichnet und damit ist das fast genug für einen ersten Teil. Einen kleinen Abschnitt werde ich noch behandeln und für diesen Abschnitt ist es vielleicht noch erwähnenswert, daß die neuzeitliche Wuxiaerzählung in den 50er und 60er Jahren ihren Höhepunkt hatte.
Warum Wuxia nicht mit westlicher Fantasy zu vergleichen ist:
Es gibt einen Punkt, den ich unbedingt betonen möchte und deshalb hier einen eigenen Abschnitt schaffe. Es besteht ein großer Unterschied von westlicher Fantasyliteratur zu chinesischer Wuxia-Fiction. Uhd hierbei beziehe ich mich gar nicht mal auf die viel längere Tradition. Die westliche Fantasyliteratur (in dem Sinne, wie man sie im Buchladen unter der Rubrik Fantasy findet) steckt ja noch in den Kinderschuhen im Vergleich zum Wuxiaroman.
Mir geht es um einen anderen wichtigen Punkt. In unseren heutigen Ezählungen wird das Genre Fantasy und das Genre Historie (mit Ausnahme mancher Gothic-Erzählungen) zumeist strikt getrennt. Aber in China ist das nicht der Fall. Soviele historische Elemente wie ein Wuxiaroman haben kann, soviele Wuxiaelemente kann auch eine historische Geschichte oder gar eine Biographie (besonders eines Martial Artisten) haben.
Es ist wichtig dies zu wissen, wenn man Kampfsportfilme mag und sich chinesische Martial Arts Filme leiht. Denn auch diejenigen, die keine Fantasyfilme sind, sind von der Tradition der Wuxiaerzählungen beeinflußt!
Übrigens gibt es Wechselwirkungen von Wuxia und westlichen Werken. In den neueren Wuxiaerzählungen finden sich Einflüsse von Shakespeare, griechischen Legenden und Tragödien, Dumas (der Ältere), europäischen Legenden (Dracula) etc..
Umgekehrt haben die Wuxiaerzählungen starken Einfluß auf westliche Filme (Star Wars, Matrix usw...) und vor allem Comics (das liegt ulkigerweise daran, daß einige beliebte Charaktere amerikanischer Comics von Exilchinesen oder von Amerikanern mit ostasiatischen Vorfahren geschaffen wurden).
WUXIA Ein Erklärungsversuch für Einsteiger oder warum Chinesen fliegen können - Teil 2
Hier wird in Kürze ein kleiner Beitrag zu den Fähigkeiten und Fertigkeiten der Helden in Wuxia Xiaoshuo entstehen.
WUXIA Ein Erklärungsversuch für Einsteiger oder warum Chinesen fliegen können - Teil 3
In diesem dritten und letzten Abschnitt meiner Vorstellung des Wuxia Genres möchte ich mich ein wenig mit wiederkehrenden oder typischen Themen in den heutigen Wuxiaromanen befassen. Dabei geht es vor allem um Themen aus Geschichten von Jin Yong und Gu Long, da mir diese erstens am vertrautesten sind und zweitens beide zu den anerkanntesten Autoren von Wuxia Romanen zählen.
Der Abschnitt wird dann veröffentlicht werden, sobald ich ein wenig mehr Zeit und Ruhe habe, um ihn adäquat zu verfassen.
Bisher benutzte Quellen:
John Christopher Hamm: ”Paper Swordsmen - Jin Yong and the Modern Chinese Martial Arts Novel”, Honolulu 2006
Vorwort von Rebecca S. Tai (Übersetzerin) in GU Long: ”The Eleventh Son – A Novel of Martial Arts and Tangled Love”, New Jersey 2005
Zuletzt bearbeitet von Namu am Mi Okt 01, 2008 15:10, insgesamt 2-mal bearbeitet |
|
| Nach oben |
|
 |
Joy CineMOD


Anmeldedatum: 20.02.2007 Beiträge: 405
|
Verfasst am: Sa Sep 27, 2008 00:35 Titel: |
|
|
sehr informativ und leicht verständlich beschrieben!!
bisher habe ich keinen fehler entdecken können und ich würde mich freuen, wenn du noch ein bisschen mehr auf deine persönliche eindrücke/vorstellungen/wahrnemungen eingehen würdest.
ich freu mich schon auf den zweiten teil!  _________________
   |
|
| Nach oben |
|
 |
Nomak CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 1436
Wohnort: Ziersdorf
|
Verfasst am: Sa Sep 27, 2008 09:39 Titel: |
|
|
Zum Fan wirst du mich zwar für dieses genre nicht rekrutieren können aber interessant finde ich das ganze auf jeden fall! Du gibst mir damit zumindest die chance mal zu verstehen wie es zu dem allen gekommen ist und das steigert zumindest mein Verständnis für diese Art film! Großen Dank jedenfalls! Bin schon gespannt auf Teil2 wenns um Feuerbälle und ähnliches geht  _________________ Homecinema:
AV-Receiver: Denon AVR-1911, DVD-Blu-Ray-Player: Playstation 3 (250GB), Projektor: Sanyo PLV-Z4000, Boxen: Elac Linie 120 5.1 Set, Sat-Receiver: Kathrein UFS 910, Leinwand: WS-Spalluto Elastic Frame |
|
| Nach oben |
|
 |
Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4981
Wohnort: Oferdingen
|
Verfasst am: Mi Okt 08, 2008 18:28 Titel: |
|
|
| Nomak hat Folgendes geschrieben: |
Bin schon gespannt auf Teil2 wenns um Feuerbälle und ähnliches geht  |
Das übersteigt dann irgendwie doch die chinesischen Fähigkeiten
Aber ich habe neulich eine koreanische Serie gesehen, in der eine Dame Feuerbälle schmeißen konnte.
@Joy: Du wolltest etwas persönliches hören, nur war mir jetzt nicht klar, was Du da eigentlich im Sinn hattest, darum schreibe ich mal ein bißchen etwas über meine Präferenzen.
Also meine Lieblingshelden sind höchstwahrscheinlich Linghu Chong (aus Xiao Ao Jiang Hu aka Swordsman von Jin Yong), Wu Ji (aus Heaven Sword & Dragon Sabre von Jin Yong), Chu Liu Xiang (aus Chu Liu Xiang von Gu Long) und Wei Xiaobao (aus The Deer & the Cauldron aka The Royal Tramp aka The Duke of Mount Deer von Jin Yong)
Wenn man die älteren Romane noch dazu nimmt, dann mag ich natürlich auch noch Sun Wukong (also den Monkey King) aus der Reise nach Westen.
Hauptfigurenhelden, die ich nicht mag: Helmsman Chen (aus Book & Sword von Jin Yong)
Von den Frauen (Haupt-und Nebenfiguren) mag ich ganz gerne Doublet (aus The Deer & the Cauldron aka The Royal Tramp aka The Duke of Mount Deer von Jin Yong), Madame Hong (ebenfalls aus The Deer & the Cauldron aka The Royal Tramp aka The Duke of Mount Deer von Jin Yong), Huang Rong (aus The Legend of the Condor Heroes von Jin Yong), Yilin (aus Xiao Ao Jiang Hu aka Swordsman von Jin Yong), Spider (aus Heaven Sword & Dragon Sabre von Jin Yong), Black Pearl (aus Chu Liu Xiang von Gu Long), Lian Xing (aus The Handsome Siblings von Gu Long) und Feng Siniang (aus The Eleventh Son von Gu Long).
Frauen, die ich weniger mag: Green Girl (aus The Deer & the Cauldron aka The Royal Tramp aka The Duke of Mount Deer von Jin Yong) und Orchid (aus Fox Volant of the Snowy Mountain).
Unheimlichste Antagonisten: Ouyang Feng (aus The Legend of the Condor Heroes von Jin Yong)
Unheimlichste Antagonsitinnen: Little Mister (aus The Eleventh Son von Gu Long) und Mistress No Mercy (aus Heaven Sword & Dragon Sabre)
Figuren, die ich besonders "cool" finde: Hong Qigong, Huang Yaoshi (beide aus The Legend of Condor Heroes von Jin Yong) und Blue Phoenix (aus Xiao Ao Jiang Hu aka Swordsman von Jin Yong)
Meine Lieblingsliebesgeschichte, bzw. mein liebstes Paar: Mastermind Xu und ... -leider habe ich ihren Namen vergessen (aus Book & Sword von Jin Yong).
Wie man sieht, mag ich im allgemeinen die Figuren, von denen ich auch gelesen habe lieber und wie man ebenfalls sieht, ist die Auswahl an Wuxia-Romanen, die man in einer mir verständlichen Sprache zu lesen bekommt, doch recht eingeschränkt...
So, jetzt fällt mir erst einmal nichts mehr ein...
Uch ah ja, beinahe hätte ich es vergessen: meine Lieblingsgeschichte ist Xiao Ao Jiang Hu (Swordsman), aber das weiß in der Zwischenzeit wirklich jeder Besucher unseres Forums...  |
|
| Nach oben |
|
 |
Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4981
Wohnort: Oferdingen
|
Verfasst am: Do Okt 09, 2008 13:13 Titel: |
|
|
Mir ist noch eingefallen: ich kann auch meine Lieblingsintros von Wuxiaverfilmungen mit Euch teilen.
Mein Allerliebstes ist das von "Legend of the Condor Heroes" (CCTV 2003):
Aber dann bin ich heute morgen noch über eines gestolpert in der Serie, die ich gerade gucke (Sword Stained With Royal Blood) und das gefällt mir auch ganz gut:
@Nomak: bei dem letzten Video kann man sehr gut sehen, daß die Verfilmung von Kampfkunststilen aus Wuxia-Geschichten wirklich eine Kunst für sich ist. Die hier Gezeigte ist ganz toll geworden (auf einem größene Bildschirm sieht es allerdings besser aus).
Intros/Openings, die ich weniger mochte: Das von Tian Long Ba Bu (2003) und das von Return of the Condor Heroes (2006)
Zuletzt bearbeitet von Namu am Do Okt 09, 2008 13:24, insgesamt einmal bearbeitet |
|
| Nach oben |
|
 |
Masako CineMaster


Anmeldedatum: 27.05.2008 Beiträge: 365
|
Verfasst am: Do Okt 09, 2008 13:18 Titel: |
|
|
| Namu hat Folgendes geschrieben: |
| Nomak hat Folgendes geschrieben: |
Bin schon gespannt auf Teil2 wenns um Feuerbälle und ähnliches geht  |
Das übersteigt dann irgendwie doch die chinesischen Fähigkeiten  |
nee - die Jungs vom "Fire Evil" in Spirit of the Sword (浣花洗剑录 / Huan Hua Xi Jian Lu ) können das  _________________ Normalerweise sind dem Krieger die Wege des Konfuzianismus, des Buddhismus, der Teezeremonie und des Nô gleichgültig. Wenn aber jemand wirklich einem Weg folgt, wird er Gemeinsamkeiten mit Menschen feststellen, die anderen Wegen folgen. Dabei ist wichtig, dass jeder sich ernsthaft und sorgfältig auf dem Weg seiner Wahl übt.
Miyamoto Musashi (Das Buch der fünf Ringe, Erde) |
|
| Nach oben |
|
 |
Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4981
Wohnort: Oferdingen
|
Verfasst am: Do Okt 09, 2008 13:25 Titel: |
|
|
| Masako hat Folgendes geschrieben: |
| Namu hat Folgendes geschrieben: |
| Nomak hat Folgendes geschrieben: |
Bin schon gespannt auf Teil2 wenns um Feuerbälle und ähnliches geht  |
Das übersteigt dann irgendwie doch die chinesischen Fähigkeiten  |
nee - die Jungs vom "Fire Evil" in Spirit of the Sword (浣花洗剑录 / Huan Hua Xi Jian Lu ) können das  |
Oh Mist, ich versorge Nomak mit falschen Infos!
Haha, dann weiß ich jetzt wohl, was ich nach Sword Stained... gucken muß. Feuerbälle sind mir bisher nicht untergekommen. Dafür kenne ich einige Chinesen, die lokale Stürme und Unwetter beschwören können (Taoisten natürlich ).
Und in den koreanischen Varianten können die Helden sogar Berge und Landstriche versetzen.
(Müssen wie immer noch eins draufsetzen, die Koreaner... )
- Mir wird das dann allerding als dann doch ein bißchen zu viel des Guten.  |
|
| Nach oben |
|
 |
Nomak CineMaster


Anmeldedatum: 20.09.2006 Beiträge: 1436
Wohnort: Ziersdorf
|
Verfasst am: Do Okt 09, 2008 18:19 Titel: |
|
|
also der trailer zu "Legend of the Condor Heroes" spricht mich wirklich sehr an!
Auch die Musik gefällt mir. Eine synchronisierte Fassung hab ich auf die schnelle nicht gefunden. Wirds auch nicht geben oder?
Der von der Serie ist weniger mein Geschmack auch wenn hier Wuxia Kampfstile "schön" dargestellt wurden  _________________ Homecinema:
AV-Receiver: Denon AVR-1911, DVD-Blu-Ray-Player: Playstation 3 (250GB), Projektor: Sanyo PLV-Z4000, Boxen: Elac Linie 120 5.1 Set, Sat-Receiver: Kathrein UFS 910, Leinwand: WS-Spalluto Elastic Frame |
|
| Nach oben |
|
 |
Namu Die CineGLobe Perle

Anmeldedatum: 21.09.2006 Beiträge: 4981
Wohnort: Oferdingen
|
Verfasst am: Do Okt 16, 2008 11:17 Titel: |
|
|
| Nomak hat Folgendes geschrieben: |
also der trailer zu "Legend of the Condor Heroes" spricht mich wirklich sehr an!
Auch die Musik gefällt mir. Eine synchronisierte Fassung hab ich auf die schnelle nicht gefunden. Wirds auch nicht geben oder?
|
Leider gibt es von Legend of Condor Heroes weder eine synchronisierte Fassung, noch eine offizielle DVD-Version, die englische Untertitel hat.
Das ist ziemlich schade.
Um das ein bißchen näher zu erklären:
Die Intros, die ich jetzt gepostet habe, sind beides Intros chinesischer Serien nach Jin Yong Romanen. Es ist einfach so, daß ich persönlich jetzt ein großer Fan dieses Autors bin. Seine Geschichten sind sehr verwurzelt im chinesischer Geschichte und er hat eine große Begabung darin, sehr lebendige Figuren zu kreieren (auch wenn sie sehr oft Variationen eines bestimmten Typus sind ). Ihre Interaktionen sind logisch und menschlich und seine Erzählung zumeist sehr vielschichtig.
Nun ist der gute Mann politisch sehr engagiert, das heißt, er ist sehr kritisch gegenüber diversen Machthabern, so daß seine Romane lange Zeit, sowohl in Taiwan (wo er herkommt), als auch in der Volksrepublik China verboten waren. Da er in Hong Kong arbeitete, verbreiteten sich seine Werke also von dort aus und waren dort begehrter Stoff für Filme und TV-Serien.
Die Filme sind zum Teil sehr verwirrend geworden. Jin Yong Romane haben oft zwischen 3-5 Bände. Wenige seiner 15 Wuxia-Romane sind kürzer. In den Filmen hat man oft irgendwelche Seitengeschichten seiner Romane abgewandelt, die Handlung total verkürzt und die Personen nicht mehr eingeführt, so daß das für die Zuschauer, sollten sie nicht von vornherein mit der Geschichte vertraut sein, manchmal nach großem Chaos aussieht.
Du hast ja selbst mit so einem Film Deine schlechten Erfahrungen gemacht, oder? - Soweit ich mich erinnere, warst Du ja von "The Swordsmaster" nicht so begeistert, oder?
"Swordsmaster" beruht auf Jin Yongs "Heaven Sword & Dragon Sabre".
Ich mag diese Geschichte, aber mich verwundert es nicht, daß Du den Film nicht mochtest, denn die ursprüngliche Geschichte erstreckt sich über 4 Bände. Irgendwie wäre das so, als wollte man den gesamten Herr der Ringe plus den kleinen Hobbit in einen einzigen 90 Minuten Film stecken... Da bliebe auch keine ordentliche Geschichte mehr übrig.
(Naja, ich habe "Swordsmaster nicht gesehen, aber der hatte dazu wohl auch noch eine Machart die Dir nicht gefällt.)
Abgeschlossene TV-Serien sind für Jin Yong Geschichten also einfach das bessere Medium!
In der Zwischenzeit sind auch in der Volksrepublik China Jin Yong Romane erlaubt. Es gibt nun in China einen recht engagierten Produzenten für Historienverfilmungen Zhang Jizhong, der im Jahr 2000 angefangen hat, auch Jin Yong Romane in einer Reihe von Serien recht vorlagengetreu zu verfilmen.
Seinem ersten Werk, Swordsman (das wie Joy-shi mal sagte, wohl die erste Verfilmung eines Jin Yong Romans der Volksrepublik ist), sieht man an manchen Stellen noch ein ganz klein wenig an, daß es der erste Versuch ist (man erkennt eben, daß manche Stellen im Studio gedreht wurde, wahrscheinlich war das Budget auch geringer als in den Folgesrerien), aber insgesamt haben alle Zhang Jizhong Serien ein sehr hohes Produktionsniveau, auch wenn sie nicht unbedingt alle gleich gut sind.
The Legend of Condor Heroes, Zhang Jizhongs zweites Jin Yong Projekt, toppt die anderen Serien vielleicht sogar noch einmal, was Produktionsaufwand und Schauspielkunst betrifft, die Serie an sich hat aber leider den Fehler, daß sie evtl. ein klein wenig zu lang ist und die Spannung eher auf konstantem Niveau bleibt, anstatt auf einen Höhepunkt zuzusteuern.
Zusammenfassend würde ich ganz frech behaupten Zhang Jizhongs Jin Yong Verfilmungen sind momentan das Beste, was man an Wuxia Verfilmungen bekommen kann!
(Natürlich ist das aber auch Gecshmackssache. Ich habe nichts dagegen, wenn diese Behauptung angezweifelt wird. )
Bisher hat er folgende Jin Yong Romane verfilmt:
- Swordsman (CCTV 2000/2001)
Dies ist und bleibt wohl auch meine Lieblingsserie.
Die bekommt man realtiv gut, weil sie in diversen Ländern auf DVD mit englischen Untertiteln herausgegeben wurde.
Die USA Version, die unter dem Titel "Laughing in the Wind" erschienen ist, ist da vielleicht sogar noch die realtiv unpraktischste, weil die in 4 Boxen a je 10 Folgen erschienen ist und höchstwahrscheinlich viel teurer ist, als die Komplettboxen aus anderen Ländern.
- The Legend of Condor Heroes aka "The Legend of the Eagle Shooting Heroes" (CCTV 2002/2003)
Die Geschichte der Condor Heroes ist mit den Mongolen, ihrer Einigung unter Dschinghis Khan und ihren Ansturm auf das chinesische Reich verknüpft, sowie mit der Eroberung Song-Chinas durch Jin-China, da eine der Hauptpersonen in der Mongolei aufwächst und eine andere als Jin-Prinz.
Von dieser Serie gibt es - soweit ich informiert bin - keine DVD-Version mit englischen Untertiteln.
- Tian Long Ba Bu (CCTV 2003)
Hm, ich behalte hier lieber den Originalnamen, weil ich den englischen Namen, dem man der Serie verpaßt hat, nämlich "Heaven Dragon the 8th Episode" nicht mag. Die gängige englische Bezeichnung des Romans wäre "Demi Gods and Semi Devils".
Kami mag die Serie nicht und mir gefällt sie dafür recht gut. Ich gebe aber zu, daß sie ihre Macken hat.
Es gibt momentan eine malayische DVD-Box der Serie, die englische Untertitel hat.
- Return of the Condor Heroes (CCTV 2006)
Diese Serie ist jetzt die einzige der Zhang Jizhong Jin Yong Verfilmungen, die ich noch nicht gesehen habe. Kami meint, es sei die Beste (wenn ich das richtig verstanden habe).
Es ist eine Verfilmung des zweiten Romans aus der Reihe "Condor Heroes".
Die Serie war auf jeden Fall sehr beliebt, so daß es hiervon auch wieder diverse DVD-Boxen mit englischen UT aus aller Herren Länder gibt.
(Die US-gegionfree-Box kann man zum Beispiel über Marktplatz von amazon.co.uk oder amazon.com bestellen. Sie ist unter dem Titel "Condor Hero" erschienen)
- Sword Stained With Royal Blood (2007)
Sword Stained... hat einen stärkeren geschichtlichen Schwerpunkt als die anderen bisher genannten Serien und erzählt vom Untergang der Ming Dyanstie. Sie hat besonders schön gestaltete Actionszenen, leidet zum Ausgleich aber an ein, zwei anderen Punkten.
Die Serie gibt es mit englischen UT als US regionfree Box-Set von Taiseng. Sie hat sogar eine ordentliche Bild-und Tonqualität. Von den genannten Serien ist sie mit 30 Folgen a ca. 45 Minuten die kürzeste.
- The Royal Tramp (2008)
Royal Tramp, das kurz nach Sword Stained... während der Qing-Dynastie spielt, ist ein bißchen eine eigenwillige Erzählung. Es ist Jin Yongs letztes Werk, mit dem er sich vor vielen Jahren zu Ruhe gesetzt hat und seitdem hat er keinen weiteren Wuxiaroman mehr geschrieben. Eigentlich nimmt der Roman mehr Wuxiatypische Elemente auf die Schippe. Und auch die Hauptperson hat nur noch sehr wenig mit einem "Xia" zu tun.
Die Bücher sind sozusagen gleichzeitig Wuxiaroman und gleichzeitig Dekonstruktion eines solchen und sind im Großen und Ganzen recht vergnüglich.
Leider wurde die Serie so chaotisch zusammengeschnitten (manche Szene gehen endlos und wiederholen sich, so daß man sie gründlich satt hat), während manches ganz weggeschnitten wurde, was aber für den Sinn der Handlung nötig gewesen wäre und manches geht so schnell, daß man nicht mehr kapiert, was eigentlich geschieht.
Insgesamt halte ich diese Serie daher von den genannten für am wenigsten empfehlenswert.
Dafür bekommt man sie aber auch mit englischen Untertiteln von Taiseng. Die Qualität der Taiseng Box läßt jedoch stark zu wünschen übrig: Sie ist einfach nur miserabel!
Momentan produziert Zhang Jizhong eine weitere Serie nach einem Jin Yong Roman:
- Heaven Sword & Dragon Sabre (vorraussichtlich 2009)
Das wäre dann die Verfilmung des dritten und letzten Werkes der "Condor Heroes". Die Geschichte spielt aber einige Jährchen nach Legend of... und Return of....
Von Jin Yong gibt es die folgenden Romane auf englisch:
- Book and Sword
- The Deer and The Cauldron (in 3 Bänden erschienen. Das ist der Roman zu "The Royal Tramp")
- Fox Volant of the Snowy Mountain
Als englischsprachige Comics, aber ein bißchen gekürzt gibt es:
- Heaven Sword & Dragon Sabre
- The Legendary Couple (damit ist allerdings "Return of the Condor Heroes" gemeint)
Die Intertextualität von Jin Yong Geschichten ist übrigens recht hoch. daher macht es manchmal Sinn, die Serien nicht in beliebiger Reihenfolge zu sehen. Es ist vielleicht besser Sword Stained... vor Royal Tramp zu sehen oder lesen.
Und die Condor Heroes Geschichten in der Reihenfolge Legend of..., Return of..., Heaven Sword...
Zwingend notwendig wäre es aber nicht. Die Geschichten sind trotz allem schon eigenständig.
@Joy-shi: He, jetzt sollte ich etwas persönliches schreiben und habe das getan und jetzt kommt hier gar nichts von Dir zurück!
Du darfst ruhig auch gerne etwas persönliches zum Thema sagen!
Und die anderen natürlich auch...  |
|
| Nach oben |
|
 |
|
|
|
|
Du kannst keine Beiträge in dieses Forum schreiben. Du kannst auf Beiträge in diesem Forum nicht antworten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht bearbeiten. Du kannst deine Beiträge in diesem Forum nicht löschen. Du kannst an Umfragen in diesem Forum nicht mitmachen.
|
|
|
|