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Zimmer 1408 Filmkritik

 
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plam
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BeitragVerfasst am: Di Sep 18, 2007 14:40    Titel: Zimmer 1408 Filmkritik



ZIMMER 1408 - im Kino


Regie: Mikael Håfström
Darsteller: John Cusack, Samuel L. Jackson, Mary McCormack, Len Cariou
Laufzeit: 94 min.



Zum Inhalt:

Mike ist ein eher unbeachteter Schriftsteller, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, in Zimmern, in denen angeblich Geister ihr Unwesen treiben zu übernachten um über die Spukerlebnisse zu schreiben. Dabei muss auch er feststellen, dass er nur allzu oft von Hotelbesitzern fernab der Highways "benutzt" wird, damit er über deren Anwesen Gruselgeschichten schreibt und so die Besucherzahlen in den besagten Hotels nach oben treibt. Doch eines Tages erhält er eine Postkarte, die sein Interesse sofort weckt: Die Karte stammt aus dem New Yorker Dolphin Hotel und auf ihr steht lediglich, dass Mike das Zimmer 1408 nicht betreten soll.

Dort angekommen will ihm der Hotelmanager das Zimmer erwartungsgemäß nicht zur Verfügung stellen und ist bemüht, unzählige Warnungen und Horrorgeschichten zu nennen, um Mike von seinem Vorhaben abzubringen, jedoch ohne Erfolg. Und so begibt sich Mike für eine Nacht in das Zimmer 1408 und muss alsbald feststellen, dass dies ein großer Fehler war...


Kritik:

Zimmer 1408 basiert auf der gleichnamigen Kurzgeschichte von Stephen King und damit ist auch schon die größte Sorge, die man im Vorfeld dieses Films haben kann, benannt. Denn King-Verfilmungen sind entweder grandios, oder totaler Müll. Zimmer 1408 machte dabei zunächst durchaus Mut und Hoffnung, dass dies einer der besseren Filme auf Grundlage eines King-Romans sei. Samuel L. Jackson und John Cusack sind schließlich nicht gerade dafür bekannt, ihre Gesichter in schlechten Drehbüchern zu verewigen. Auch der schwedische Regisseur Mikael Håfström, sicherlich nicht einer der ganz Großen im Filmgeschäft, aber unbedingt der Garant für Trashfilme, spricht zunächst eher für den Film und eine erwartbare Qualität.

Tatsächlich macht der Film am Beginn eine durchaus gute Figur. Zugegeben, etwas abgekuckt hatte man wohl schon bei "Shining", ebenfalls eine King-Verfilmung unter der Regie von Kubrick entstanden und ebenfalls in einem Hotel situiert. Doch davon abgesehen versucht Zimmer 1408 dem Anspruch eines Grusel- und Spukfilms im Jahr 2007 gerecht zu werden. Protagonist Mike selbst nimmt all die Horrormärchen und die toten Geistern, die in alten Gemäuern ihr Unwesen treiben, nicht mehr allzu ernst und ist vor allem damit beschäftigt, einen Mythos nach dem anderen unbrauchbar zu machen. Doch dann kommt Zimmer 1408 und all die Geschichten, die sich darum ranken. Samuel L. Jackson vermag wahrlich etwas Unheimliches zu vermitteln und mit jedem seiner Worte drängt man, genau wie Cusack auch, darauf, endlich selbst in dieses Zimmer zu gelangen, um zu sehen, was es mit all den Toten auf sich hat. Jackson sagt dabei an einer Stelle im Film auch, dass es sich bei Zimmer 1408 nicht um einen gewöhnlichen Geist handelt, "Zimmer 1408 ist anders". Und damit sollte er recht behalten....

...denn von nun an gehts rasant abwärts mit dem kompletten Film. Zunächst gut gewählte Ideen, welche den Grusel vorantreiben sollen, verpuffen recht schnell und können so den stetigen Abbau der Spannung auch nicht mehr abfangen. Klar, 2007 kann man uns eben nicht mehr so zum Gruseln bringen, wie vielleicht noch vor etlichen Jahren. Spuk meets Digitalism und damit muss es wohl zwangsläufig auch zum derzeit obligatorischen "viel Lärm um nichts" im Kino kommen. Denn was der Film in der Folge zeigt, sind eher belanglose, unmotivierte Versuche, mit neuen Effekten zu schocken. Dass alles wirkt aber derart an den Haaren herbeigezogen und vorhersehbar, so dass der Film hier jegliches Potential verspielt.

Lange ruhige Passagen werden plötzlich attackiert durch vereinzelte, mit der Zeit dann aber auch langweilige Schockmomente, die sich vor allem auf der Tonspur breit machen. Mit Grusel hat dies nichts mehr zu tun, der Schock funktioniert auf Grund der enormen Lautstärke, die die Tonspur kurz immer wieder auffährt. Und spätestens dann, wenn Cusack zum dritten oder vierten Mal einen Toten durch sein Zimmer spazieren gehen sieht weiß auch der letzte Zuschauer, dass hier sowieso nichts passiert. Langweile macht sich breit. Wieso die Toten hier noch rumlaufen, was die komische Figur im Schacht zu suchen hat und noch eine Vielzahl weiterer Mystik-Elemente bleiben schlussendlich auch noch unerklärt.

Was übrig bleibt ist ein Film, der den Anschein erweckt: Hauptsache es ist laut. Dabei wäre wahrlich mehr drin gewesen. Diese King-Verfilmung reiht sich dann wohl eher in die Gruppe der nicht sehenswerten Filme ein. All die guten Ansätze - Fragen danach, was real und was irreal ist - verlieren sich irgendwo im Nichts der schwarzen Leinwand. Jackson hatte Recht: Zimmer 1408 ist anders. Hier geht es nicht mehr um den einfachen Geist der frühen Spukfilme, hier geht es um etwas Neues. Schade nur, dass wohl den Machern des Films selbst noch nicht ganz klar war, was dieses Neue sein könnte, nur so ist das absolut unbefriedigende Ende zu erklären. Wer was Neues in diesem Genre sehen will, dem sei nach wie vor "Silent Hill" nahegelegt. Dort wird das Potential eines Gruselfilms adäquat genutzt und bis zur surrealen Übertreibung weitergetrieben, ohne dass dies einfach nur laut und plump wirkt. Schade, Schade...

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BeitragVerfasst am: Di Sep 18, 2007 14:58    Titel:

Hmmm sehr schade. Hatte mir nach dem Trailer sehr sehr viel von dem Film versprochen. Bin selbst auch großer King-Fan und mag auch die meisten der Verfilmungen ganz gut leiden ( ES, Dreamcatcher, Shining usw.). Bin jetzt aufgrund deiner Kritik stark ins Zweifeln geraten, ob ich mir den Film im Kino anschauen soll. Mal schauen. Hab noch 2 Freikarten hier rumfliegen, die wollen ja auch irgendwie genutzt werden... Danke auf jeden Fall für den hervorragenden ersten Einblick! Smile
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viophem
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BeitragVerfasst am: Di Sep 18, 2007 15:06    Titel:

Der Film war wirklich nicht sehr pralle. Jedoch trösten mich einige gute Szenen darüber hinweg!
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plam
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BeitragVerfasst am: Di Sep 18, 2007 17:06    Titel:

Seppel hat Folgendes geschrieben:
Hmmm sehr schade. Hatte mir nach dem Trailer sehr sehr viel von dem Film versprochen. Bin selbst auch großer King-Fan und mag auch die meisten der Verfilmungen ganz gut leiden ( ES, Dreamcatcher, Shining usw.). Bin jetzt aufgrund deiner Kritik stark ins Zweifeln geraten, ob ich mir den Film im Kino anschauen soll. Mal schauen. Hab noch 2 Freikarten hier rumfliegen, die wollen ja auch irgendwie genutzt werden... Danke auf jeden Fall für den hervorragenden ersten Einblick! Smile


Im Zweifelsfalle sollte man sich dann sowieso immer selbst ein Bild machen, dank Deiner Freikarten bist Du zumindest vor einer finanziellen Fehlinvestition geschützt (auch wenn die Karten dann weg sind).

Vielleicht gefällt Dir "Zimmer 1408" ja auch ganz gut. Denn wie ich sehe, magst Du beispielsweise "Dreamcatcher". Den fand ich persönlich in der ersten Hälfte auch erstmal "hui" und danach nur noch "pfui". Daher bin ich vielleicht nicht unbedingt der beste Ansprechpartner, wenn es um King-Verfilmungen geht.
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BeitragVerfasst am: Di Sep 18, 2007 17:54    Titel:

plam hat Folgendes geschrieben:
Vielleicht gefällt Dir "Zimmer 1408" ja auch ganz gut. Denn wie ich sehe, magst Du beispielsweise "Dreamcatcher". Den fand ich persönlich in der ersten Hälfte auch erstmal "hui" und danach nur noch "pfui". Daher bin ich vielleicht nicht unbedingt der beste Ansprechpartner, wenn es um King-Verfilmungen geht.



Stimmt auch wieder, das Ende von Dreamcatcher war echt arg mies. Vor Allem wenn man das "richtige" Ende aus dem Buch kennt. Wenigstens gibts das auf der DVD als Special dazu, immerhin etwas. Werd ihn mir wohl doch anschauen denk ich Smile
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plam
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 19, 2007 10:06    Titel:

Seppel hat Folgendes geschrieben:
Werd ihn mir wohl doch anschauen denk ich Smile


Mach das! Deine Meinung als King-Fan würde mich dazu dann sowieso sehr interessieren.
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Seppel
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BeitragVerfasst am: Mi Sep 19, 2007 10:57    Titel:

So. Grad beschlossen: Samstag gibts einen lecker ausgedehnten Kinoabend mit mir und meiner Freundin. Geschaut werden Disturbia und Zimmer1408. Reihenfolge muss ich mir noch überlegen. Werd euch dann die Tage berichten was ich davon halte.
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Crenshaw
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BeitragVerfasst am: Fr Sep 21, 2007 12:20    Titel:

okay, das war es also auch hierzu. plam - danke für die ausführliche review Mosher #1Bang ure head dann doch schon lieber nochmals Kubricks "Shining" Wink schade, ich dachte, es ließe sich ein gutes horror-combo mit "28 Days again" machen.
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