Baby and I

 

Südkorea 2008
auch bekannt als «Baby and Me»
Genre: Komödie
Regie: Kim Jin-young
DarstellerInnen: Jang Keun-suk, Kim Byul, Mason Moon

 

Story:

Joon-soo ist ein Problemschüler und seine draufgängerische Art macht seinen Eltern das Leben schwer. Also entschließen sich diese kurzerhand dazu, zu türmen. Die Freude über die elternlose Freiheit hält für den Sprößling aber nur kurz an: Noch am selben Tag sieht sich Joon-soo mit einem Baby im Einkaufswagen konfrontiert, dem eine Notiz „beiliegt“, daß es sich hierbei um seinen Sohn handle…

 

Meinung:

Ein Mann und ein Baby. Eine Konstellation, die dem Filmfan im Grunde genommen allzu bekannt ist und eine Konstellation die trotz inbegriffenem Kitschfaktors wahrscheinlich immer in gewissem Maße funktionieren wird. Sie tut es auch in Baby and I, daß wegen der Off-Stimme des Babies im ersten Moment ein wenig an den Film ”Guck mal, wer da spricht” aus dem Jahre 1989 mit Kirstie Alley und John Travolta erinnert.

Wer sich davon aber auf die falsche Fährte führen läßt und einen Neuaufguß der US-Komödie erwartet, wird wahrscheinlich enttäuscht werden: der koreanische Film liefert eher leicht absurde Bilder und Situationen, die zum Schmunzeln einladen als Gags am laufenden Band. Er ist eine ganze Spur ruhiger und zieht weniger Nutzen aus dem Babyfaktor. Im Grunde genommen könnte man ihn mehr als eine Mischung aus Komödie und Coming-of-Age bzw. aus Komödie und Familiendrama bezeichnen.

Dadurch ist der Film, wie gesagt, etwas sanfter als man erwartet, hat aber dafür den Vorteil, auch etwas weniger kitschig – was nun nicht heißen soll, das man auf Kitsch völlig verzichten müßte – zu sein und daß Handlung und viele der bildlichen Späße sich nicht nach dem ersten Mal Ansehen abnutzen, sondern einen auch noch nach dem zweiten und dritten Mal erfreuen.

Die größte Stärke von ”Baby and I” sind seine liebenswerten, sehr warm gezeichneten, leicht skurilen Figuren. Jede Haupt-und Nebenfigur in ”Baby and I” erscheint dem Zuschauer wie ein Wesen mit Stärken und Schwächen, mit einem eigenen Leben und einer eigenen Geschichte, auch wenn man diese gar nicht einmal von allen Figuren explizit erfährt. Die Figuren sind zwar, um der Komödie und dem Humor zu dienen, ein wenig überspitzt dargestellt, aber sie wirken sehr lebendig und wachsen einem schnell ans Herz.

Gespielt wird Joon-soo, der jugendliche Held der Geschichte, von Jang Keun-suk, einem noch sehr jungen Schauspieler, der sich aber in den letzten Jahren in Südkorea steigender Popularität erfreut. Er vermag in ”Baby and I” durchgehend zu überzeugen. Eventuell wird seine Performance jedoch noch durch seine weibliche Co-Darstellerin Kim Byul in den Schatten gestellt, die mit viel Charisma Joon-soos exzentrische Mitschülerin mimt. Ihre Filmfigur trägt übrigens ihren eigenen Namen: sie heißt auch Kim Byul.

Da der Film verhältnismäßig kinderfreundlich gedreht wurde, hatte Baby Mason Moon nicht so viel Screenzeit. Ich bin auch leider recht unempfänglich gegen den Charme kleiner Kinder, habe mir aber sagen lassen, daß es sich bei dem Jungen um ein ganz besonders süßes, kleines Baby handeln soll…

Ob süß oder nicht: Baby hat die Stellen, in denen es spielen mußte, auch sehr gut hinbekommen!

Leider kann ich das nicht zur Baby-Off-Stimme sagen, die ich – bis auf kleinere Längen zwischendurch – für die größte Schwäche des Films halte. Erstens ist die gewählte Stimme eher störend, man möchte fast sagen nervend, da sie nicht wirklich so ganz zum Kind zu passen scheint. Und zweitens sind die Gags, die sie beitragen soll, überwiegend flach und schon tausend Mal zuvor verwendet worden. Da viele der Off-Stimmen Gags mehrmals im Film benutzt werden, langweilen sie zudem auch ein bißchen.

Beruhigenderweise bildet das Baby – wie bereits gesagt – nicht den zentralen Kern des Films

Was ich an ”Baby and I” weiterhin noch ganz ansprechend fand, ist der Versuch, in die Geschichte auf leichte und meines Erachtens auch auf gelungen Art noch ein klein wenig Sozialkritik einzubauen. Dem Zuschauer dürfte mit ”Baby and I” auf jeden Fall bewußt werden, welcher Art Probleme sich Jugendliche, die aus der Rolle fallen und Alleinerziehende ohne festes Einkommen in Südkorea stellen müssen. Ungleich zu vielen anderen koreanischen, Komödien verliert sich ”Baby and I” aber nicht in seiner Sozialkritik, sondern führt dramatischere Stellen ohne Brüche immer wieder auf Komödienniveau zurück.

 

Fazit:

Kurz zusammengefaßt ist ”Baby and I” garantiert keine fehlerfreie, dafür aber eine sympathische, kleine Komödie, die man sich problemlos auch mehr als einmal ansehen kann.

 

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