Die Herrschaft des Schwertes

Originaltitel: Liuxing, Hudie, Jian 流星‧蝴蝶‧劍
Auch bekannt als: Killer Clans
Hong Kong 1976
Genre: Wuxia

Regie: CHOR Yuen
Kamera: HUANG Chieh
Drehbuch: GU Long (Romanvorlage), NI Kuang
Actionchoreographie: YUEN Cheung-Yan, TANG Chia
DarstellerInnen: KU Feng, CHUNG Hua, CHING Li, YUEH Hua, CHEN Ping, LO Lieh

 

Story:

Sun Yu-pa, der Chef des Schwertkampfclans Lung Men, gilt nicht nur als listenreich und als guter Kämpfer, sondern er trägt außerdem eine Jacke, die nicht von Schwertern, Pfeilen und Messern durchdrungen werden kann. Sein Clan befindet sich in einer heftigen Fehde mit den Schwertkämpfern der Roc Gesellschaft. In das Hin-und Her von Intrigen und Hinterhalten, die die beiden Organisationen aushecken, um sich gegenseitig völlig auszuschalten, wird der Killer Meng Sheng-Hun verwickelt, der von seiner Chefin den Auftrag erhält, Sun Yu-pa zu meucheln. Keine leichte Aufgabe, denn dazu muß er sich erst einmal Sun Yu-pas Vertrauen erschleichen. Erschwerend kommt hinzu, daß Meng Sheng-Hun sich in eine mysteriöse Schönheit verliebt hat, was es ihm schwer macht, seinem Beruf mit der üblichen Präzesion und Emotionslosigkeit nachzugehen.

 

Kommentar:

„Die Herrschaft des Schwertes“ ist eine Adaption des Romans „Liuxing, Hudie, Jian“ (= Sternschnuppe, Schmetterling und Schwert) des Schriftstellers Gu Long, der später auch die Vorlage zu dem Film „Butterfly Sword – Die Macht des Schwertes“ mit Michelle Yeoh und Tony LEUNG Chiu-wai liefern sollte.
Ich muß zugeben, daß ich „Butterfly Sword“ nicht gesehen habe. Ich bin ein großer Freund von Wuxia Geschichten, aber selten glücklich mit den filmischen Umsetzungen und gerade die aus den 90ern sind nicht wirklich mein Ding, da die Filme zu dieser Zeit zwar wild und bunt waren, aber dafür selten noch etwas von ihren Vorlagen zu erkennen geblieben ist.
Das ist bei „Die Herrschaft des Schwertes“ anders. Zwar wurde auch hier selbstverständlich gekürzt und geändert, aber es ist zumindest noch klar ersichtlich, daß es sich um ein Werk von Gu Long handelt, selbts wenn man es nicht durch seinen Namen im Vorspann wüßte.
„Die Herrschaft des Schwertes“ zeichnet sich durch viele Dinge aus, die für Gu Long typisch sind, vor allem, daß der Film für einen Schwertkampffilm recht wenig Kämpfe hat. Gu Long war nicht so ein großer Fan von Schwertkampfbeschreibungen, er war mehr interessiert an Dilemmasituationen und Kämpfen, die mit dem Verstand zu schlagen waren, und „Die Herrschaft des Schwertes“ ist sehr typisch für Letzteres. Mal abgesehen von den Konflikten der Einzelfiguren ist es eine Geschichte, die ihren Reiz aus dem Aufbau von Hinterhalt und Gegenhinterhalt erhält. Eine Geschichte, in der jeder noch einen Ass im Ämel hat und der Zuschauer durch die Frage gefesselt wird, wer nun in diesem Spiel letztendlich den entscheidenden Fehler machen wird.
„Die Herrschaft des Schwertes“ ist dadurch sehr spannend und man könnte das Ganze schon fast als Thriller bezeichnen. Es ist außerdem sehr unterhaltsam, da in die Geschichte noch einige personenbezogenen Schicksale gewoben wurden und auch die romantischen Elemente nicht zu kurz kommen.

Der Film hat auch eine tiefere Problematik, die ich jetzt einmal als Gu Longs Killerthematik bezeichnen möchte, da sie auch in ein paar anderen seiner Werke berührt wird.
Killer sind bei Gu Long nicht unbedingt die Antagonisten. Sie sind eher tragische Figuren. Der Grund, warum sie in diesem Beruf überleben können, liegt daran, daß sie im Grunde genommen kein wirkliches Leben führen.
Der Titel der Geschichte und die darin angesprochene Problematik ist damit verbunden und bezieht sich darauf, daß man nicht beides festhalten kann: Liebe oder die Brillianz der Schwertkampfkunst!

„Die Herrschaft des Schwertes“ würde ich jetzt allerdings nicht als Meisterwerk der Umsetzung dieses Themas bezeichnen. Es gibt da bessere Filme. In „Die Herrschaft des Schwertes“ geschieht viel zu viel als daß dieses Problem, in dem, was an der Laufzeit dafür noch übrig bleibt, wirklich adäquat vertieft werden kann. Es wird einem dann mehr oder weniger auf dem Präsentierteller serviert und dient vor allem dazu, die Geschichte zusammenzuhalten.

Ansonsten ist der Film sehr ordentlich gemacht. Es ist vielleicht nicht die 1A Schauspielleistung des Hauptcharakters (er hat oft eine eher beobachtende Funktion, so daß da auch nicht allzu viel rauszuholen war), das wird aber durch die Performance einiger anderer Darsteller wieder ausgeglichen.
Das Produktionsniveau dürfte recht hoch gewesen sein und versorgt einem mit all dem Charme, den die In-Door-Grandenza Shaw’schen Studios liefern konnte.

 

Schlußbemerkung:

„Die Herrschaft des Schwertes“ ist vielleicht nicht die tiefgehendste aller Wuxiaproduktionen, aber der Film ist auch nicht sinnentleert. Er glänzt zudem in seiner Funktion als Wuxiathriller.

Sehr empfehlenswert für Leute, die auch Chor Yuens Umsetzung von Gu Longs Chu Liu Xiang Romanen (Die Bruderschaft der gelben Höllenhunde + nicht mehr ganz so empfehlenswerte Sequels) mögen!

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