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Jin-hyuk erwirbt von heute auf morgen eine Konditorei, dies vor Anderen damit begründend, daß er dann als Kunden nur Frauen habe. Als Patisseur stellt der homophobe Jin-hyuk ausgerechnet Sun-woo ein, der nicht nur einen Ruf als unwiderstehlicher Homosexueller hat, sondern den Jin-hyuk als Jugendlicher mit einer besonders rüden Abfuhr beinahe in den Selbstmord getrieben hätte. Sun-woo zur Seite steht der auf Süßigkeiten versessene Ki-bum und der schusselige Soo-young.
Gemeinsam bringen sie den Laden auf Vordermann und versuchen sich davon abzuhalten, Sun-woos Charme zu verfallen, was ihnen anfangs auch halbwegs gut gelingt. Als jedoch ein gutaussehender Franzose Sun-woo ein lukratives Angebot macht, führt das nicht nur zu Gefühlsverwirrung, sondern auch zu einer Krise in der Konditorei.
Und das alles in dem Moment, als Sun-woo, Ki-bum und Soo-young gerade dabei waren, hinter den wahren Grund zu kommen, warum Jin-hyuk, der jede Form von Backwerk verabscheut, ausgerechnet eine Konditorei eröffnen wollte!


Kommentar:

„Antique“ ist eine Adaption des japanischen Mangas „Antique Bakery“ und ist meines Erachtens in allererster Linie ein Film über Freundschaft. Der Comic wendete sich mit seinen gutaussehenden, jungen Protagonisten und der leicht homoerotischen Thematik vor allem an Teenagermädchen, aber der Film reicht mit einer ungewöhnlichen, fantasievollen, genreverbindenden Umsetzung wahrscheinlich über diese Zielgruppe hinaus.

Der nur 109 min lange Filme mußte mehrere Liebesgeschichten unterbringen, Hintergrundstories zu den vier Hauptcharakteren liefern, diesen (und es sind immerhin vier) sowieso genug Zeit für Entfaltung und Veränderung liefern (manche sind ja ziemlich verloren, und müssen erst wieder einen Halt finden müssen…), eine Thrillergeschichte um einen Massenmörder integrieren usw…
Das Erstaunliche daran ist, daß das in „Antique“ wirklich geklappt hat! Der Film legt zwar ein unheimliches Tempo an den Tag, die Dinge geschehen zack, zack, zack, wenn nicht sogar gleichzeitig, aber am Ende vom Film ist tatsächlich alles zu einer Einheit verbunden, ohne lose Enden, ohne daß man das Gefühl hat, es würde etwas fehlen und ohne daß die Figuren zu kurz kamen oder leer und plakativ wirkten.
Die Geschwindigkeit hat natürlich auch ihre Schattenseiten: Sie verlangt vom Zuschauer ein Maß an Aufmerksamkeit, daß man für einen Unterhaltungsfilm eventuell gar nicht aufbringen will und vielleicht auch gar nicht aufbringen kann. Ich hatte zum Beispiel beim ersten Mal Sehen große Probleme den Geschehenissen zu folgen, zumal ich auch auf die Untertitel angewiesen war, die ihrer Aufgabe, wenn zuviel passierte, auch nicht mehr nachkommen konnten…
Ich mußte mich damit durchtrösten, daß man normalerweise den wichtigsten Teil bis zum Ende irgendwie doch versteht…
Der Film hat zum Glück zwischendurch jedoch ein, zwei Musicalstellen, die zwar auch eine Fülle von Reizen liefern, aber wenigstens keine neuen Infos bieten und einem daher Zeit geben, die alten Infos doch noch irgendwo aufzunehmen und einzusortieren.

Was ich an Antique besonders nett fand, war die Art, wie man das Ganze gestaltet hat: surreale Szenen, die sich mit kitschig-bunten Musicalszenen und dann wieder ganz normalen Szenen abwechseln, dazu noch die unechten Probs und Kulissen, die mehr zum Theater als zum Film gehörend erscheinen, geben dem Ganzen einen sehr eigenen, unwirklichen Look, den ich als sehr ansprechend und für eine Mangaverfilmung auch als passend empfand.

In der Zwischenzeit gehört der Film – dank der oben aufgezählten Pluspunkte und dank seiner so schön negativen, allzu menschlichen Hauptfigur – zu meinem Lieblingsfilm von 2008 und ich denke, wenn man Filme mit einem Haufen leicht kaputter Typen und einer nicht allzu realistischen Umsetzung mag (und Schnelllesen kann… :wink), dann kann man sich an diesen Film wagen…

Der Film lief übrigens damals auch auf der Berlinale bei den kulinarischen Filmen.

Anmerkung: In diesem Artikel wurden die koreanischen und japanischen Namen in der Reihenfolge „Familienname Vorname“ geschrieben.

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