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Duelist (2007) – Kritik

„Duelist“ basiert auf Bang Hag-gis Geschichten um eine Damo, eine Polizistin des alten Koreas. Der Stoff wurde mit „Duelist“ nicht zum ersten Mal verfilmt, sondern war 2 Jahre vorher schon Inhalt einer sehr erfolgreichen, 14-teiligen, koreanischen Miniserie, mit dem Titel „Damo“. Interessanterweise wurde sowohl in „Damo“ als auch in „Duelist“ die Rolle der Polizistin mit der gleichen Schauspielerin, nämlich mit Ha Ji-won besetzt.
Mal abgesehen vom Stoff hören hier aber auch schon die Unterschiede zwischen den beiden Verfilmungen auf.
Während die Serie versucht, aus der Geschichte eine Realverfilmung zu machen, bemüht sich Duelist darum, den comichaften Charakter zu bewahren.
Das führt soweit, daß die Handlung im Film nicht nur zweitrangig wird, sondern eher drittrangig, vielleicht sogar viertrangig oder einfacher gesagt, sie spielt eigentlich keine Rolle mehr.

Im Vordergrund steht bei „Duelist“ das rein Visuelle und das Spielerische. Für Eyecandy sorgen die bunten Kostüme und die reichlich ausgestatteten Szenarien (und die Hauptdarsteller). Für das Spielerische sorgt einerseits die Umsetzung der Geschichte selbst: wie oben bereits erwähnt, versucht der Film das Comichafte von Damo zu bewahren. Der Film übernimmt also auch die Albernheiten und sogar die leicht schlüpfrigen Zwischengeschichten, die man in asiatischen Comics so oft findet. Andererseits spielt hier auch die technische Umsetzung eine sehr große Rolle. In „Duelist“ wurde ziemlich viel mit Cinematographie und CG herumexperimentiert. Leider fehlt mir das nötige KnowHow, um wirklich wiederzugeben, was man da gemacht hat, aber ich werde versuchen es so gut wie möglich zu beschreiben: Zuerst einmal passiert in Duelist ziemlich viel in Zeitlupe. Was nicht in Zeitlupe ist, läuft in Fast Forward. Das war jetzt natürlich übertrieben, aber ich hatte diesen Eindruck, als ich den Film das erste Mal sah. Weiter hat man sich bemüht, sehr viele typische comichafte Bilder zu schaffen, das heißt also, es wurde recht viel mit Licht und Schatten gearbeitet.
Einige visuelle Effekte wurden, wie gesagt, auch durch Computergraphik erzeugt. Zum Glück hat man es aber unterlassen auch die Kulissen am Computer zu erstellen.

Sehr gelungen fand ich die musikalische Untermalung des Films. Wie auch bei anderen Filmen von Lee Myoung-se hat man das Gefühl, manche Szene sei an die Musik angepaßt worden und nicht umgekehrt.

Die zwei Hauptdarsteller waren sehr gut gewählt. Vor allem Ha Ji-won konnte hier einiges an komödiantischem Talent beweisen. Eigentlich kein Fan von albernem Humor, haben mich ihre lustigen Grimassen doch immer wieder zum Lachen gebracht.
Kang Dong-won (Too Beautiful to Lie, Maundy Thursday) hatte im Grunde genommen nicht so viel zu tun. Er mußte hauptsächlich gut aussehen und da sein Charakter „Sad Eyes“ genannt wird, mußte er natürlich noch traurig gucken. Da er aber von vornherein große Hundeaugen hat, war das also kein Problem.
Ahn Sung-ki (Musa, Radio Star, Nowhere to Hide) ist ein bekannter koreanischer Veteran Schauspieler. Er spielt in Duelist Nam-soons Mentor und ist für sie eine Art Vaterfigur. Ich persönlich finde ihn aber in komödiantischen Rollen immer etwas irritierend und das war bei Duelist auch nicht anders. In Dramen ist er mir um Einiges lieber.

„Duelist“ war kein großer Kinoerfolg, gilt aber in manchen Kreisen als Kultfilm.

 

Fazit:

Duelist ist eine Art Comicverfilmung, vielleicht die einzige wirkliche Comicverfilmung, im Gegensatz zu dem, was man eigentlich eher Comicrealverfilmung nennen müßte und ist irgendwo zwischen Popcorn und Experimentell angesiedelt. Ein Film, den man wahrscheinlich entweder liebt oder haßt und den man UNBEDINGT erst einmal ansehen sollte, bevor man in Erwägung zieht, die DVD zu kaufen!

Mir selbst hat er beim ersten Mal sehen überhaupt nicht gefallen, aber in der Zwischenzeit finde ich ihn ganz lustig, wenn ich auch wünschte, er wäre weniger schmalzig.

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