My Son (2007) – Kritik

Bewertung: 5.8

Das ist mein dritter Anlauf eine Kritik zu Jang Jins „My Son“ zu schreiben. Irgendwie will das mit diesem Film nicht so ganz funktionieren. Vielleicht, weil mich der Film mit so widersprüchlichen Gefühlen zurückläßt?
Vielleicht fange ich dieses Mal mit dem Problem des Filmes an?

Na dann mal los!
An diesem Film fiel mir am Negativsten auf, daß er einen Twist hat. Normalerweise ist das eher etwas Positives, nur in diesem Fall mag die plötzliche Wendung nicht ganz in das Gefüge passen. Der Film besteht zu einem großen Teil aus Voice Overn der Protagonisten und manche dieser Voice Over verlieren durch das Ende ihren Sinn, beziehungsweise scheinen nicht mehr ganz logisch zu sein.
Hinzu kommt noch, daß der Twist nicht einmal besonders originell ist. Er kommt zwar sehr überraschen, weil der Zuschauer in eine falsche Richtung geführt wird, aber es ist doch eine ziemliche Standardlösung für einen koreanischen Film. (Und zwar nicht ironisch gemeint!)

Man fragt sich natürlich ob es dann überhaupt nötig war, eine Wendung einzubauen. Und da muß ich wiederum sagen, daß sie, trotz allem, sehr genau das unterstreicht auf was Jang Jin in dem Film hinaus will: nämlich darauf, daß mehr Erinnerungen bleiben, als man ahnt.
Daher auch diese seltsame Inhaltsangabe. Es mußte für diese Aussage, ja irgendwie eine Situation geschaffen werden, in der zwei Figuren, nach einem langen Zeitraum für eine begrenzte Zeitspanne zusammenkommen.

Um das noch einmal zusammenfassend zu sagen: Story und Plot sind sehr konstruiert und nicht immer logisch. Die „Message“ kommt aber dennoch rüber.

Interresant ist, daß der Film trotz der fraglichen Erzählstruktur recht gut funktioniert. Er hat viel von Jang Jins Humor, aus Wortspielerei und absurden, aber alltäglichen Situationen, so daß man ständig am Schmunzeln ist. Auch mit den Figuren wird man sehr vertraut. Sie wirken sehr real, sehr lebendig. Man fühlt durchgehend mit ihnen mit, so daß der Film eigentlich an keiner Stelle langweilig ist.
Vater und Sohn sind dazu auch noch sehr gut gespielt. Cha Seung-won (Murder: Take One, Blood Rain), den ich bisher immer nur in toughen Rollen gesehen habe, durfte hier mal eine andere Seite zeigen und vor allem seinen Charakter richtig ausspielen. Es war bisher die beste Leistung, die ich von ihm gesehen habe. Ryoo Deok-hwan (Welcome to Dongmakgol, No Comment, Like A Virgin) beeindruckt vor allem dadurch, daß er stimmlich sehr viel ausdrücken kann. Das ziegt sich in den Voice Overn. Der junge Schauspieler, der sein Leinwanddebut übrigens auch in einer Jang Jin Produktion (in der Sequenz „Meine Nike“ aus „No Comment“) feierte, scheint nun, da er mit der Schule fertig ist, sowieso ziemlich gefragt. Dieses Jahr war er außer in „My Son“ noch in „Yobi – The Five-tailed Fox“ zu hören und wird außerdem in dem Thriller „Uri Dongne“ zu sehen sein.
Die restlichen Figuren sind mit den üblichen Darstellern aus Jang Jins „Ensemble“ besetzt und es macht wie immer Freude, bekannte Gesichter zu entdecken. Jang Jins zwei bekannteste „Lieblinge“ Jung Jae-young und Shin Ha-kyoon haben aber nur einen kurzen Auftritt. Sie sprechen Papa und Onkel Wildgans.

Fazit:

„My Son“ ist ein Film, den man nicht unbedingt gesehen haben muß, es sei denn, man ist ein Fan des Regisseurs (oder der zwei Hauptdarsteller). Dann sollte man durchaus einen Blick riskieren.

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