Jade Goddess of Mercy

    • Kinostart:

„Only facing death can we find life“

Originaltitel: Yu Guan Yin 玉觀音
Regie: Ann Hui
Drehbuch: Ivy Ho
Literarische Vorlage: Hai Yan
Genre: Drama
Länge: 110 Minuten
Jahr: 2004
FSK: 16
Land: Hong Kong / China
Darsteller: Vicki Zhao Wei, Nicholas Tse Ting-Fung, Liu Yunlong, Sun Haiying, Chen Jianbin

Einleitung:
Goddess of Mercy beginnt mit Yang Rui, der uns, wenn auch eigentlich nur als Randfigur, durch die Geschichte führt. Er ist erfolgreich im Beruf und ist mit seiner Chefin Zhoungning liiert, dies hält ihn dennoch nicht davon ab, He Janhong nachzustellen. He ist Putzkraft in dem Tae Kwon Do Studio, indem er trainiert. Eines Tages nimmt er seinen Mut zusammen und spricht sie an, doch He ist reserviert und lässt ihn nach einem kurzen Gespräch stehen. Er fährt ihr hinterher und bittet sie einzusteigen, doch sie fährt lieber mit dem Fahrrad weiter. Ein andern mal versucht er es erneut, doch He zieht es vor, alleine im strömenden Regen nach Hause zu fahren. Dort stellt er sie zur Rede und gesteht ihr seine Liebe. Überrascht und irritiert läuft He die Treppe rauf. Yang Rui lässt nicht locker und verfolgt sie, wodurch er sich einen schmerzlichen Tritt vor die Nase einfängt. Wieder bei Bewußtsein findet er sich auf ihrer Couch wieder und hat endlich die Gelegenheit, sie etwas besser kennen zu lernen.
He sträubt sich gegen eine Beziehung indem sie sagt, dass der Moment falsch sei und so entwickelt sich zwischen den beiden eine Freundschaft. Doch die ist Zhoungning ein Dorn im Auge und kurzerhand präsentiert sie Yang Rui Fotos, auf dem He mit einem Kind zu sehen ist. Wütend spioniert er ihr nach und sieht sie mit ihrem Sohn und einem anderen Mann. Er stellt sie zur Rede und sie beichtet ihm unter Tränen, dass ihr Mann vor drei Jahren für ihren Sohn (Little) An-Xiong gestorben ist und dieses nun sehr krank sei. Yang Rui überlegt nicht lange und verkauft kurzerhand sein Auto um das Geld für die Medikation zu bekommen.
Außerdem kündigt er seinen Job und lässt eine wutentbrannte Exfreundin zurück.

Die nächste Zeit lebt er mit He und ihrem Sohn zusammen, auf freundschaftlicher Ebene. Ab da an bat sie ihn, sie bei ihrem (angeblichen) Spitznamen zu nennen: An-Xin.
Aber Zhoungning hat schon einen Plan, wie sie sich an ihm rächen kann und bringt ihn kurzerhand mit einem miesen Trick ins Gefängnis.
Die Zeit im Gefängnis ist schwer für ihn, doch dann wird er plötzlich auf Kaution rausgelassen. Seine Wohltäterin: An-Xin. Verwundert, woher sie das viele Geld hat, macht er sich auf den Weg zu ihr. Dort findet er jedoch nicht sie, sondern lediglich einen Brief, der Auftakt für die eigentliche Geschichte ist.
Fortan wird ihm klar, wie banal seine Probleme doch sind, im Vergleich zu An Xins Erlebnissen.
Darin schildert sie, das ihr richtiger Name An-Xin ist und sie bei der Antidrogeneinheit der Polizei in Nande angestellt ist. Ihr Verlobter Tiejun war ein berühmter Journalist aus Beijing. Sie führten damals eine Fernbeziehung, in der er sie nur einmal im Monat besuchen konnte, weil sie ihren Beruf nicht aufgeben wollte. Zu groß war die Fazination der Gefahr, in die sie sich täglich begab. Obwohl er besorgt war, nahm er weiterhin eine acht stündigen Zugfahrt in Kauf um sie für ein paar Stunden zu sehen. Von ihm kam sie die Kette mit dem Symbol von Kwan Yin, mit der er sie verglich.
An den Tagen des Water Festivals lernte sie den jungen und gutaussehenden Mao Jie kennen, als sie von ein paar Kindern überraschend mit Wasser überschüttet wurde. Er bot ihr ein Handtuch und ein Hemd zum wechseln an und somit begann die kleine Affäre zwischen den beiden. Hin und hergerissen beschloss sie, sich von Mao Jie zu trennen, doch dieser war nicht sonderlich beeindruckt davon. Als sie dann als Strohmann einen Drogendeal platzen lassen sollte, traff sie ihn wieder und besiegelte somit auf lange Sicht gesehen ihr Schicksal.
Nachdem An Xin erfährt das sie schwanger ist heiratet sie Tiejun und sie vergisst für eine kurze Zeit Mao Jie. Aber dann sie Schreckensnachricht: Der Fall soll neu aufgerollt werden und in einem erneuten Verfahren wird Mao Jie freigesprochen. Fortan schwört er Rache an An Xin und geht dabei über Leichen…

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Vorwort:
Lange hatte ich mich auf diesen Film gefreut. Auch habe ich immer gehofft, man würde ihn endlich synchronisieren oder wenigstens mit deutschen Untertiteln versehen, aber leider,… Als die Freude zu groß wurde habe ich ihn mir dann doch bestellt. Im chinesischen Originalton > mit englischen Untertiteln > direkt aus Hong Kong. Und im Nachhinein muß ich sagen, es war gut dass der Film nicht mit anderen Stimmen versehen wurde, denn hätte Vicki Zhao die gleiche Stimme wie in So Close bekommen, wäre mir das negativ aufgefallen. Auch die Sorge, dass mein Player den Code nicht akzeptieren würde, war unberechtigt. Und so konnte es losgehen: Endlich! Zwar war mir das Ende schon von vornherein bekannt (hab mich halt etwas zu gut informiert), aber auf welche tragische Weise dieses stattfindet hätte ich nicht geahnt.

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Meinung:
Der Film beginnt mit Yang Rui, der gerade den Tempel von Kwan Yin betritt,- der Goddess of Mercy. Jedoch aggiert er in dem Film eher als Türsteher. Er führt uns in die Geschichte und entlässt uns auch wieder aus ihr. Zwischendrin: Die eigentliche Protagonistin An Xin. Zugegeben, ich habe die meiste Zeit auf das Treffen zwischen ihr und Mao Jie gewartet, da dies die eigentliche Handlung ist. Bei ihrem ersten Treffen, mußte ich bezüglich Mao Jie´s Einsatz schmunzeln. Auch der Ausflug zum Fluß und das verspielte kennen lernen waren amüsant.

Als sie sich dann von ihm trennt und er wegen ihr festgenommen wird, konnte man die Vergeltung schon kommen sehen. „Only facing death can we find life“, wie er immer zu sagen pflegte bekam nun eine Bedeutung. Obwohl man seinen Verlust auch mit einem „Selber schuld“ abtun könnte, so war es irgendwo doch nachvollziehbar. Er hatte schwere Verluste in der Familie zu verzeichnen und wollte diese nun heimzahlen. Auf welch brutale Weise er dies tut ist überraschend. Wiegesagt war mir das Ende bereits bekannt, aber welche Opfer er noch fordert und wie die letzte Begegnung zwischen den beiden stattfindet hat mich aufschrecken lassen.
An Xins Beziehung zu Tiejun fand ich eher zweitrangig und hat mich nicht ganz so begeistert. Wahrscheinlich nur, weil ich ihn unpassend für die Rolle finde.
Die freundschaftliche Bindung zwischen An Xin und ihrem Polizeichef wurde sehr schön erzählt. Er, der immer für sie da ist und ihr geholfen hat, eine neue Identität anzunehmen. Oder wie er nach seinem Wutanfall dann zu klein An-Xiong sagt: „Der Onkel ist nicht böse auf dich. Ich schreie nur, weil du so süß bist.“ Dann Yang Rui, der verzweifelt nach ihrem neuen Aufenthaltsort sucht und dabei erst am Chef vorbei muß, all das lösten die betrügende Spannung über der vergangenen Szenen etwas auf.
Zwar hielt das nicht lange an, da nun die eigentliche Dramatik stattfand.

Schön war auch, wie am Anfang aufgeworfene Fragen innerhalb des Filmes aufgeklärt wurden.
Und dann noch zu der Länge des Filmes. Ich denke, um sämtliche Antworten zu geben und gewisse Gefühle richtig rüberzubringen sind zwei Stunden absolut vertretbar. Zu mal Film eine positive Nachricht hinterlässt, wenn auch mit bitteren Nachgeschmack.
Die Hintergrundmusik ist zudem ein weiterer Pluspunkt für den Film, da sie manche emotionalen Szenen um ein vielfaches mehr betont.
Last but not least: Vicki Zhao. Eine hervorragende Schauspielerin, die dem Film die tragende Rolle gibt und die zudem einfach überzeugend ist, in allem was sie macht.

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Fazit:
Jade Goddess of Mercy ist ein sehr schönes Drama mit Thrillerelementen und einem tragischen und nachdenklichem Ende.

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Info:
* Kwan Yin (auch Kuan Yin oder Guan Yin) ist im chinesisch-budhistischen Volksglauben die Göttin der Barmherzigkeit. Sie ist eine der beliebtesten Bodhisattva Figuren überhaupt.
* An Xin bedeutet übersetzt Frieden.
* Ann Hui, eine der bekanntesten und vielseitigsten Regisseurinnen Chinas.
*Vicki Zhao und Nicholas Tse sind zwei der bekanntesten Schauspieler im asiatischen Raum.

 

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