Buttonman

    • Kinostart:

Originaltitel: Niu kou ren 鈕扣人
Kinostart im Produktionsland:
Taiwan/Hong Kong 2008
Genre:
Drama, Gangster

Regie: CHIE Jen-Hao 錢人豪
Drehbuch: CHIE Jen-Hao 錢人豪

Darsteller: Francis Ng 吳鎮宇 als Wei, Leon Dai 戴立忍 als Doc, Terri Kwan 關穎 als Weis Freundin, Janet Lee als Hure mit Kind, Ivan HUANG Yue 黄悦 als Kid


Story:

Wei arbeitet als ”Buttonman” für die lokalen Gangsterorganisationen. Sein Job ist es, Leichen zu entsorgen und Spuren zu beseitigen. Mit seinem Kumpel Doc betreibt er einen kleinen Organhandel, während er die Schrecken seines Berufs mithilfe von Alkohol zu vergessen sucht.
Eines Tages wird Wei von seinem Chef ein junger Mann vor die Nase gesetzt, den er als Assisstent ausbilden soll.


Kommentar:

Zugegeben, es macht mich sehr unsicher über einen Film zu schreiben, bei dem ich nicht gerade konform mit der Mehrheit gehe. Das gibt mir das Gefühl, den Film vielleicht nicht verstanden zu haben. In diesem Fall ließ mich ein Blick auf die Wertung des Filmes bei verschiedenen Filmdatenbanken darauf schließen, daß das Werk nicht gerade besonders gut beim Publikum ankam, während ich ”Buttonman” überaus ansprechend fand.
Ich nehme mal an, daß ich beim Ansehen von ”Buttonman” nicht so viel Wert auf die Aspekte gelegt habe, bei denen der Film
nicht funktioniert. Und das wäre in erster Linie wohl das Fehlen einer ausgearbeiteten, tieferen Aussage. Es wird zwar manches angekratzt, aber das läßt sich, wenn man einen Film mit/über Menschen macht, auch kaum vermeiden.
Für einen gehaltlosen Film, hat der Film dann aber zuwenig Handlung (im Sinne von Aktionen – Denn auch wenn das Ganze auf etwas wie einen Höhepunkt hinausläuft, schauen wir doch die meiste Zeit einfach Francis Ngs Charakter beim Arbeiten und Existieren zu…).
Als ich den Film gesehen habe, habe ich ihn als eher atmosphärisch und weniger intellektuell fesselnde Geschichte einer Handvoll Menschen – zentral: titelgebender Buttonman – empfunden, die in einer düsteren Welt zu leben und zu überleben suchen. Ich habe weder nach viel Sinn gesucht, noch darauf gewartet, daß das Ganze nach üblichen Genreregeln abläuft. Und damit kam ich dann sehr gut hin.

Was mir an Buttonman gefallen hat, war die schon angesprochene Stimmung des Films, die vor allem durch die visuelle Gestaltung des Films erzeugt wurde. Ähnlich wie bei «Parking» verließ man sich dabei auf heruntergekommene Ausstattung, von Sonnenlicht abgeschnittene Räume, gelblich-künstliches Licht und Zigarettenrauch.
Weiter sorgte die Narration dadurch, daß sie nicht immer ganz linear ablief, für die nötige Spannung, um die fehlende ”Action” auszugleichen.
Mich persönlich hat auch noch die an manchen Stellen hervorbrechende Tragikkomik des Films angesprochen. ”Buttonman” ist ein düsterer, gleichzeitig aber auch ein warmer Film.

Ja und dann bleiben als nicht gerade Unwichtigstes noch die Figuren und die Darsteller zu erwähnen übrig. Ich nenne diese zusammen, da ich nicht weiß, wieviel der Figuren bereits von vornherein angelegt worden war und wieviel ihnen von den Schauspielern gegeben wurde. ”Buttonman” hat ein sehr, sehr ordentliches Cast. Francis Ng ist nicht umsonst ein namhafter Schauspieler und Leon Dai nicht umsonst einer meiner liebsten taiwanesischen Schauspieler (Er ist übrigens manchmal auch als Regisseur tätig. Sein zweiter Spielfilm ”Non puedo vivir sin ti” ist Taiwans Einreichung für den nächsten nichtenglischsprachigen Oskar). Auch über die Anderen konnte man sich nicht beklagen. Nicht einmal über den ganz unbekannten, jungen Darsteller, der Weis Assisstenten verkörperte (von dem ich in meinem Leben nie etwas gehört habe und auch nichts über ihn gefunden habe. Mads und mich hat er ulkigerweise an den jungen Nicholas Tse erinnert). Bei den größeren Rollen, gibt es keine, die hohl oder gekünstelt wirkt. Wenn irgendwo bei den Figuren das Drehbuch versagt haben sollte, wurde das durch die Präsenz der Darsteller ausgeglichen und der Film funktioniert – bei denjenigen, bei denen er eben funktioniert – wahrscheinlich auch dadurch, daß es einem so natürlich leicht fällt, Anteil an den Personen und ihrem Schicksal zu nehmen.


Fazit:

So, zum Abschluß weiß ich leider nicht, was ich nun schreiben soll: soll ich den Film weiterempfehlen oder nicht? – Ich hab’ wirklich keinen Plan!
Wahrscheinlich ist es für Interessenten am Werk das Beste, sich ganz, ganz genau durchzulesen, was ich oben zusammengeschrieben habe und dann ehrlich mit sich zu Rate zu gehen, auf was man selbst bei einem Film wirklich wertlegt, bevor man sich blindlings ins ”Abenteuer Buttonmann” stürzt!

Vom Trailerschauen würde ich übrigens abraten. Er enthält ziemlich viele Spoiler.


Anmerkung: In diesem Artikel wurden die chinesischen Namen in der Reihenfolge «englischer Vorname FAMILIENNAME chinesischer Vorname» geschrieben.

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