6.2

Crank 2 – High Voltage

  • Kinostart: 16. April 2009

Direkt nach dem Aufprall aus dem Flieger, wird Chelios von der Straße ghekratzt. In einer Operation wird sein Herz durch ein künstliches ersetzt, denn er soll als Organbank für den alten und gebrechlichen Poon Dong herhalten. Doch das lässt er sich nicht gefallen und begibt sich nach seiner Befreiung auf die Suche nach seinem Herzen, das mittlerweile in der Brust eines anderen schlägt. Dabei stehen ihm der Bruder von seinem ermordeten Freund bei, der selber auf einem Rachefeldzug ist.

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Meinung:
Die erste Hälfte war ganz passabel und auf eine verdrehte Weise auch witzig. Der andere Teil ist jedoch zu abgedreht, dass es schon fast nervig war.

Aber zuerst zu den guten Sachen:
Der Film schließt nahtlos an,…. fast. Chevi wird von der Straße gekratzt und ein paar Asiaten entnehmen ihm sein “berühmtes Chelios Herz” und ersetzen es durch eine Art Batterie (übrigens super erklärt vom Doc!). Dann kommt der Schnitt und es ist drei Monate später.
Toll fand ich, dass die Schrift wieder da war, die wahrscheinlich im Directors Cut wieder der Schere zum Opfer fallen wird.
Anhand von Google Earth hat man wieder einen genauen Überblick über den jeweiligen Ort des Geschehens.

Sämtliche Darsteller aus dem Vorgänger sind wieder mit dabei. Außer Chocolate, die nun von einer etwas fülligeren Schauspielerin verkörpert wird und doch etwas nachgelassen hat.

Kaylo, der im ersten Teil ermordet wurde, ist nun als sein Zwillingsbruder Venus mit einem Tourette-Syndrom erneut als Unterstützung vertreten. Die Krankheit wurde derbe eingesetzt und war dadurch, dass sie so übertrieben und zu den unmöglichsten Zeitpunkten eintrat doch irgendwie komisch. Vorallem wenn der Gauner ihm gerade in die Arme läuft und er genau dann einen Anfall bekommt und zur Seite hüpft. – Oder er Ria wieder trifft und beide auf der Straße rumtanzen.

Zudem ist Crank 2 der einzige Film, bei dem total bescheuerte Musik für mich akzeptabel ist.
Amy Smart, die auch kräftig ausgeteilt hat, war klasse in dem Film.
Und Jason Statham selber war auch wieder gewohnt rasant.

“9 Sekunden später…”

Es gibt aber auch Szenen, die getrost wegelassen werden konnten wie z.B.
– das Psychologengespräch mit dem Sanitäter
– Die Luke Cunard Show, wo Chevi als kleiner Junge mit seiner Mutter “Ginger” Spice zu Gast ist
– der Nachrichtensprecher und der Außenreporter
– und die unglaublich gehirnlose Godzilla Hommage
Ling Bai (Ria), die ich persönlich nicht leiden kann, war zudem sehr aufdringlich und nervig und das nicht nur für Chelios!

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Die Rumballerei, ob nun im Stripclub, am Ende oder auf der Rennbahn waren einfach zu viel. Obwohl letzteres durch die Pixel schon wieder amüsant war.

Was mich etwas gestört hat, war die Kameraführung. Die entscheidet sich zwar kaum vom Original, aber hier ging es mir irgendwann gegen den Strich, wenn kaum ein ruhiges Bild zu erkennen war, weil die Handkamera permanent gewackelt hat oder die Schnitte so rasant waren.

Die Mischung machts, aber leider ist diese etwas zu stark ins negative geraten. Ich weiß jetzt auch gar nicht, was ich am lächerlichsten empfand. Das Aufladen seines künstlichen Herzens fand ich noch nachvollziehbar, auch wenn es natürlich absolut unlogisch ist, dass er keine schwereren Verbrennungen und Schäden erlitten hat. Aber wenn man sich jetzt darüber streiten wollte, dann sollte man lieber gleich von vornherein die Finger von diesem Film lassen.

Was man mit Gewissheit sagen kann: der Film ist seinem vorgegebenen Konzept treu geblieben. Abgedreht, übertrieben, brutal, bescheuert (wie Jason Statham selber sagte) und doch irgendwie gut. Wer Crank mochte, der wird mit Sicherheit auch am zweiten Teil seine Freude haben und verzeiht vielleicht sogar jeden Blödsinn, den sich die Macher hier einfallen lassen haben.
Wenn allerdings nach diesem Ende jemand auf die Idee kommt, noch eine Fortsetzung zu drehen, dann wäre es nur noch krank. – Und die Chancen stehen dafür gar nicht schlecht, denn alle Beteiligten haben ihr Interesse an dem Projekt bekundet.

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