Samurai Rebellion

    • Kinostart:

上意討ち 拝領妻始末 Jōi-uchi: Hairyō tsuma shimatsu (Japan 1967)

Genre: Chambara
Regie: KOBAYASHI Masaki 小林 正樹
Drehbuch: TAKIGUCHI Yasuhiko (Roman), HASHIMOTO Shinobu 橋本 忍
Kamera: YAMADA Kazuo 山田 一雄
Musik: TAKEMITSU Toru 武満 徹,
DarstellerInnen: MIFUNE Toshiro 三船 敏郎, NAKADAI Tasuya 仲代 達矢, TSUKASA Yoko, KATO Takeshi

 

Story:

Sasahara Isaburo ist ein kleiner Samurai, der in eine bedeutende Familie eingeheiratet hat. Über Jahre hinweg von seiner Ehefrau und den Verwandten auf seinen Platz verwiesen, träumt er davon, daß wenigstens sein Sohn Yogoro ein richtiges Familiendasein mit einer liebenden Frau erfahren wird. Leider kommt es meistens aber anders als man denkt, und so sieht sich Isaburo eines Tages mit der „Anfrage“ konfrontiert, er möge Yogoro mit Ichi, einer fallengelassenen Konkubine des Daimyo, verheiraten.
Dies ist jedoch nur der Auftakt zu einer Reihe von Ereignissen, die Isaburo schließlich dazu bringen werden, das Glück seiner Familie auch gegen die Wünsche des Daimyo zu schützen.

 

Kommentar:

„Samurai Rebellion“ ist einer der besten Samuraifilme, die ich gesehen habe! Dazu ich muß aber gleich beichten, daß das nun nicht so eine große Anzahl wäre, als daß diese Aussagen wirklich etwas bedeuten würde. 😉
In meiner Begeisterung habe ich, nach Ansehen des Films, einige Reviews anderer Menschen zu „Samurai Rebellion“ gelesen, um sicher zu gehen, daß ich bei dem Film nicht etwas mißtverstanden habe. Dabei ist mir aufgefallen, daß diese sich wenig voneinander entscheiden. Die meisten betonen den humanistischen Charakter des Films und die Thematik des Amtsmißbrauchs. In ausführlicheren Texten werden dabei noch Parallelen zu Kobayashi Masakis eigenem Leben gezogen. Der Regisseur galt als Pazifist und sagte von sich selbst, er habe immer ein Problem mit der Akzeptanz von Autoritäten gehabt, was sich wohl in den meisten seiner wenigen Filme widerspiegelt.
Im Großen und Ganzen mußte ich all diesen Reviews zustimmen. Die genannten Punkte, also Kritik am Amtsmißrauch und dem Wert des Menschen als Menschen und nicht als herschiebbare Puppen, sind in diesem Film so betont, daß es im Grunde genommen, nicht möglich wäre, sie zu übersehen.
Mich hat es jedoch gewundert, daß ich keinen Text gefunden habe, in dem erwähnt wurde, daß es in „Samurai Rebellion“ auch um Individualismus (im Positiven Sinne) geht. Vielleicht irre ich mich ja, und es geht gar nicht darum, aber ich empfand es so stärker, als ich es jemals in in einem Film erlebt habe. Im Gegensatz zu anderen Samuraifilmen, in denen sich eine Person gegen die Obrigkeit stellt, ist es hier nicht allein eine Frage von richtig und falsch, die letztendlich zur „Rebellion“ führt, sondern auch ein Festhalten an eigenen Träumen und Bedürfnissen.
Seine Dramatik und Spannung erfährt der Film ja gerade dadurch, daß die Personen nicht nur in Dilemmasituationen kommen, in denen sie entscheiden müssen, zwischen Gehorsam gegenüber der Obirgkeit und ihrer Vorstellung von richtig und falsch, sondern viel mehr noch, zwischen dem, was sie sollen und dem was sie wollen.
Im Verlaufe des Films wird mehrmals die Frage gestellt (unter verschiedenen Umständen), was ein Charakter möchte. Und ich denke, gerade durch diese Fragen und die schweren (wirklich schwere; ich hätte oft nicht gewußt, wie ich an ihrer Stelle hätte handeln sollen) Entscheidungen, die die Figuren im Hinblick auf sich selbst und andere treffen müssen, werden sie sich im Laufe des Films auch immer mehr ihrer selbst bewußt.
Ich fand diese Entwicklung ausgesprochen spannend zu verfolgen und es hat für mich „Samurai Rebellion“ zu einem besonderen Film gemacht.

Nebenher ist es natürlich aber auch noch ein sehr gut gespieltes und schön gefilmtes Werk, bei dem die Bilder sehr gekonnt entweder die Aussagen des Film unterstützen, oder die Stimmung und das, was in den Figuren vorgeht widerspiegeln.

 

Sonstiges:

Samurai Rebellion hat bei den Filmfestspielen von Venedig den Fipresci Preis gewonnen.

Darsteller:

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