Sister Streetfighter: Hanging by a Thread

    • Kinostart:

 

Originaltitel: Onna Hissatsu-ken – Kiki Ippatsu
auch bekannt als : Return of the Female Killing Fist / Sister Street Fighter 2
Japan 1974

Regie: Kazuhiko Yamaguchi
Kamera: Yoshio Nakajima
Drehbuch: Norifumi Suzuki, Masashiro Kakefuda
Musik: Shunsuke Kikuchi
DarstellerInnen: Etsuko Shihomi (Sue Shihomi), Masashi Ishibashi, Yasuaki Kurata, Hideo Shimada, Hisako Tanaka

 

Handlung:

Da Koryus ehemalige Schulkameradin Birei entführt wurde, reist Koryu von Hong Kong nach Japan, um die junge Frau zu retten und zu ihrem Vater zurückzubringen. Dabei kommt sie Diamantenschmugglern in die Quere, die ihre besten Kämpfer ausschicken, um Koryu auszuschalten. Diese Mordanschläge und Birei sind aber bald nicht mehr Koryus einzige Sorgen: wie ist ihre Schwester Byakuran in die Geschehenisse verwickelt? Und was hat es mit dem geheimnisvollen Tsubaki Shunsuke auf sich, der ihr auf einmal beisteht? Kann Koryu ihm vertrauen oder versucht er, sie in eine Falle zu locken?

 

Kommentar:

1974 kam in Japan «The Street Fighter» mit Sonny Chiba in die Kinos. Der Film war ein sehr großer Erfolg und daher Anlaß dafür, einige Sequels zu schaffen und außerdem ein Spin-Off, „Sister Street Fighter“, bei dem eine weibliche Kämpferin die Hauptrolle übernehmen sollte. Eigentlich hatte man dabei an die Taiwanesin Angela Mao (Enter the Dragon, Hapkido) gedacht, aber diese konnte die Rolle aus terminlichen Gründen nicht annehmen.Ersatz fand sich in Shihomi Etsuko (aka Sue Shihomi), einer Schülerin aus Sonny Chibas Action-und Stuntschule. Es lag ein Wagnis darin, die erst 18-jährige, unerfahrene und unbekannte Schauspielerin einzustellen, aber es zahlte sich aus: die junge Etsuko lernte für ihre Rolle fleißig Shorinji Kempo und kämpfte sich in die Herzen der Zuschauer. Sue Shihomi ist bis heute die einzige große weibliche Action Ikone Japans und auch außerhalb Japans beliebt: US-Regisseur und Drehbuchautor Quentin Tarantino ließ seinen Character Clarence in „True Romance“ eine Street-Fighter-3er-Nacht besuchen, bei der als letzter Film „Sister Street Fighter“ gezeigt wurde und in „Kill Bill“ nannte er O-Ren Ishii nach Sue Shihomis Character O-Ren in „Shadow Warriors“ (Anmerkung: und evtl Ishii nach ihrer kleinen Rolle in Street Fighter. Das ist aber nur eine Vermutung. Zu „Ishii“ gibt es, so weit ich weiß, keine Stellungnahme Tarantinos).

„Sister Street Fighter: Hanging by a Thread” ist das erste einer Reihe Sequels zu “Sister Street Fighter” und meines Erachtens auch der beste Film aus der Reihe. Wer sich mit japanischen Action Filmen aus dieser Zeit auskennt, der weiß, daß viele Filme nur eine bloße Rahmenhandlung haben, die es erlaubt so viel wie möglich Kämpfe aneinanderzureihen. Bei “Hanging by a Thread” ist das etwas anders. Der Film versucht auch durch die Geschichte etwas Spannung aufzubauen, indem er Koryu einen Gegener gegenüberstellt (gespielt von Ishibashi Masashi aus «The Street Fighter»), der ihr nicht nur überlegen ist, sondern vor dem sie sich schlicht und ergreifend auch fürchtet.
Alle Kämpfe sind außerdem halbwegs in die Geschichte integriert und wenn sie vor gewählter Kulisse stattfinden, dann bietet der Film immerhin ansatzweise eine Erklärung, wie man an diese Orte kam. Bei vielen anderen Filmen aus der Zeit, fragt man sich ja manchmal, wie die Leute, die eben noch in einem Zimmer ein Wortgefecht augeübt haben, auf ein Mal auf die Klippen oder an einen anderen weitflächigen Ort teleportiert wurden. 😉

Sue Shihomis Kämpfe und Stunts wurden ordentlich in Szene gesetzt. Ihre Kampfkunst wirkt sehr kräftig. Das harmoniert gut mit der von Kurata Yasuaki (Kurata – Seine Faust ist der Tod, Kung Fu Killers, Karate vs Tiger, The Executioner) der ziemlich schnell ist. Er spielt hier die Rolle des Tsubaki Shunsuke. Kurata Yasuaki begann seine Karriere in Hong Kong Martial Arts Filmen und ging erst später nach Japan. Er spielt in einigen weiteren Filmen mit Sue Shihomi (und mit Sonny Chiba), unter anderem auch Sister Street Fighter 3 und betreibt heute ebenfalls eine Action-und Stuntschule in Japan. Leider fand ich die Kameraeinstellungen für seine Kämpfe etwas ungeschickt. Wie gesagt, er ist recht schnell, aber man hat bei ihm viele Nahaufnahmen gemacht, was zur Folge hat, daß man kaum etwas seiner Bewegungen erkennen kann.

Zum Abschluß, möchte ich noch sagen, daß “Sister Street Fighter: Hanging by a Thread” an blutigen Szenen den Filmen mit männlichen Hauptdarstellern aus dieser Zeit in nichts nachsteht. Einige davon sind sogar recht einfallsreich.

 

Empfehlung:

Die Frage, die bei Martial Arts Filmen immer wieder gestellt wird, ist, ob solch ein Film wirklich ein Handlung braucht, oder nicht? „Sister Street Fighter: Hanging by a Thread“ läßt immerhin etwas Dramaturgie erkennen und so kann man ihn sich auch anschauen, wenn man zu den Menschen gehört, die eine halbwegs ordentliche Geschichte brauchen. Mehr als das sollte man sich davon aber nicht erwarten und sich stattdessen lieber einfach zurücklehnen und Sue Sihomi in Action genießen!

 

 

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