Speak

    • Kinostart:

Regisseur: Jessica Sharzer
Drehbuchautor: Jessica Sharzer, Annie Young Frisbie
Darsteller: Kristen Stewart, Eric Lively, Elizabeth Perkins, Hallee Hirsh
Jahr: 2004
Genre: Drama
Land: USA
Laufzeit: ca. 90 Minuten

 

Darum geht’s:
Die junge Melinda Sordino tritt nach einem schrecklichen Erlebnis im vergangenen Sommer den ersten Tag an der Highschool an. Ihre ehemaligen Freunde meiden sie und der Geschichtslehrer hat sie sofort auf dem Kicker. Einzig der Kunstlehrer sieht Potenzial in ihr und fördert sie. Doch das ist nur ein geringer Trost gegen den Schmerz, der Melinda seit den letzten Monaten begleitet. Ihren Eltern kann sie sich nicht anvertrauen, da diese in ihrer eigenen Problemwelt schwelgen und so muss sie einen anderen Weg finden, mit dem Vorfall fertig zu werden. Da sie jeden Tag in der Schule, an das was ihr wiederfahren ist erinnert wird, verfällt Melinda in eine Art Depression und sucht einen Weg, damit fertig zu werden. Was, wenn sie sich entschließt einfach nicht mehr zu reden? Würde es überhaupt jemand merken und würde es das gewünschte Resultat bringen? Schon wenig später muss sie einsehen, dass sie einen anderen Weg wählen muss, um die Vergangenheit zu verarbeiten. Sie muss ihr Schweigen brechen, um diese schwere Last von sich zu nehmen.

Meinung:
Zu Beginn hatte der Film die leichte Atmosphäre von „Dreizehn“. Mir war vorher auch nicht bewusst, um was es genau in dem Film geht, daher hat mich das tragische Ereignis so überrascht. Ich möchte auch nicht näher darauf eingehen, denn falls sich jemanden diesen Film ansehen möchte, dann soll einem die Wahrheit mittels Melindas Rückblicken gezeigt werden.
Was ich hingegen mit Sicherheit sagen kann, ist: Es gab eine Zeit vor „Twilight“ und ich bereue es doch ein bisschen, Kristen Stewart seit „The Safety of Objects“ keine weitere Beachtung mehr geschenkt zu haben. Aber vielleicht sollte es seine Zeit dauern.

Letztes Jahr bin ich die Filmografie von Ellen Page (Roller Girl) durchgegangen, dieses Jahr ist es die von Kristen Stewart (The Cake Eaters). Eins kann ich schon mal sagen: In punkto Talent und Ausstrahlung nehmen sich beide nichts. Was allerdings den Coolnessfaktor angeht, der mir bei Ellen Page manchmal zu sehr im Vordergrund stand wie bei „Mouth to Mouth“ oder „The Tracey Fragments“, so hat Miss Stewart an Charisma die Nase doch etwas weiter vorn.

Es ist kein Horrorfilm, es wird niemand ermordet und auch sonst gibt es keinen Adrenalinrausch. „Speak“ hat sich ein ernstes Thema rausgepickt und zeigt, wie die junge Melinda damit umgeht. Wie sie die Situation trotz ihres jungen Alters verarbeitet.
Das die Highschool für manch einen kein Zuckerschlecken ist, wurde schon sehr oft gezeigt und vielleicht bietet auch dieser Charakter keine neuen Facetten, aber er ist mit soviel Gefühl und Überzeugung gespielt, dass man ab der ersten Minute gefesselt ist.

Stück für Stück erfährt man, warum sich die damaligen Freunde gegen sie gestellt haben und was an den einem Abend, an dem die Polizei auftauchte wirklich passiert ist. Hier muss ich auch ein großes Lob an die Autoren aussprechen, der sehr behutsam mit diesem Thema umgegangen sind und niemals einen Funken von Klischee aufkommen ließen. Das Drehbuch hat sogar einige amüsante Aspekte zu bieten, wie das Thanks-giving Truthahn Massaker oder die verstaubte Lehrerin, die keiner Ernst nimmt. Es verliert jedoch nie den roten Faden und behält das Wesentliche stets im Auge.

„Speak“ hat sehr viele gute Szenen zu bieten, zur besten würde ich jedoch das Zusammentreffen zwischen Melinda und Andy in ihrem geheimen Versteck zählen, da es einfach so unerwartet und daher schockierend mit anzusehen war.

Steve Zahn, der hier einmal nicht den Komiker spielt, hat als Kunstlehrer wirklich geglänzt.
Eric Lively, der mir bis daher eher nur in der Rolle des Guten (The Butterfly Effect 2) aufgefallen ist konnte hier mal eine ganz andere Seite von sich zeigen. Und ich bin doch daran interessiert noch mehr Filmmaterial mit ihm zu sehen. Aber bis dahin werde ich mein Augenmerk auf die restlichen Filme von Kristen Stewart richten, von denen ich bisweilen immer sehr positiv angetan war, ganz einfach, weil sie ihr Handwerk versteht.
Als Alleinunterhalterin hat sie definitiv den Vorteil, das Publikum in ihren Bann ziehen zu können.

Der Schluss ist überraschend und lässt einen aufatmen. Er beendet das Thema so gut es geht. Zwar ist es nicht gerade ein Happy End, aber ein Gefühl der Befreiung macht sich danach doch in einem breit.

 

Fazit:
„Speak“ ist ein sehr gutes Drama, welches einem noch einige Zeit im Gedächtnis bleiben wird. Hut ab!

Darsteller:

Regie:

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