Hard Candy

    • Kinostart:

Regisseur: David Slade
Drehbuch: Brian Nelson
Darsteller: Ellen Page, Patrick Wilson, Sandra Oh
Land: USA
Jahr: 2005
Genre: Drama, Thriller
Laufzeit ca.: 104 Minuten

 

Darum geht’s:
Die junge Teenagerin Hayley Stark lernt virtuell den achtzehn Jahre älteren Jeff kennen. Nach einigen Wochen lässt sie sich überreden, sich mit ihm zu treffen. Nach kurzer Zeit nimmt er sie in Annahme an einen schönen Abend mit nach Hause. Doch Hayley ist nicht dumm und betäubt ihn mit einem Mittel, dass sie ihm in den Drink schüttet. Als Jeff wieder zu sich kommt findet er sich gefesselt vor dem Mädchen wieder, dass ihn als Pädophilen beschuldigt und an ihm einen kleinen operativen Eingriff vornehmen möchte.

Meinung:
Sehr beeindruckender Film.
Ich war so frei und habe ihn mir in der englischen Originalfassung angesehen, weil ich immer noch der Ansicht bin, dass dies ein bisschen mehr Biss hat als in einer Synchro.
Die Eröffnung mit dem Pianotheme und den roten Quadraten, hat mich schon mal angesprochen. Nach dem Auszug des Chates zwischen Thonggrrrl14 und Lensman319 hatte ich eine gewisse Vorahnung worum es in dem Film gehen könnte und ich…. lag total falsch!
Meine Herren! Ein kleines Mädchen als Racheengel, wer hätte das gedacht? Ich muss zugeben, mich hat es total umgehauen, als Hayley ihr wahres Gesicht enthüllt hat und obgleich ich manchmal an Jeff´s Unschuld geglaubt habe, hat sie ihren Plan von vorne bis hinten ohne den kleinsten Zweifel durchgezogen.

 
„Do you want me to use the vodka or, do you have an other alcohol you wanna offer me?“

 
Die Schnitte im Film und das Spiel mit der Zeitrafferkamera haben mir besonders gut gefallen. Da wären zum einen die Fahrt in dem „amazing car“ zu Jeffs Designerwohnung und die Sequenz kurz danach mit den Bäumen. Ab da war ich mir sicher, das dies eine gute Umsetzung dieses brisanten Themas ist. Ach, was schreib ich da. Zu dem Zeitpunkt wusste ich ja noch gar nicht, in welche Richtung dieser Film geht. Ich bin eher davon ausgegangen, dass klein sassy Hayley vom großen Fotografen in irgendeiner Art verletzt wird, das es dann anders rum war, damit hätte ich nicht gerechnet.
Auch die Dialoge und Hayleys Schlagfertigkeit sind ein Pluspunkt für Hard Candy.
Beide haben sehr gut miteinander agiert.

 

Ob die Figur von Sandra Oh (Defendor) nun wirklich in dem Film sein musste, weiß ich nicht. Einen wirklichen Zweck hat es nicht erfüllt, außer vielleicht zu zeigen, wie Hayley auch einwandfrei mit dieser Situation umgehen konnte. Da man aber nicht erfährt, ob Frau Oh etwas nach dem Sprung unternommen hat, hätte es mich nicht gestört, wenn sie nicht dabei gewesen wäre.

Als Antifan von Patrick Wilson (Das A-Team) hätte ich mir auch eine andere Besetzung für ihn gewünscht. Ich muss allerdings zugeben, dass er seine Rolle ganz gut gemeistert hat.
Zu Ellen Page (Roller Girl) muss ich nicht viel weiter sagen. Sie war einfach genial.
Hard Candy zeigt, dass man nicht tausende von Menschen gegeneinander in die Schlacht ziehen lassen, oder zig Gebäude und Autos in die Luft ballern muss, nein, die Abgründe der menschlichen Seele sind absolut ausreichend für einen exzellenten Film, der ohne Blutvergießen (also nicht viel und ich bin dankbar für die wenigen Details der kleinen OP) auskommt und zum nachdenken anregt.

 

Fazit:
Fazinierender Psychothriller mit einer grandiosen Ellen Page.

 

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