Meister des Schwertes

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Originaltitel: Xiao Ao Jiang Hu
Auch bekannt als: Swordsman
Kinostart im Produktionsland: Hong Kong 1990
Genre: Wuxia

Regie: King Hu, Tsui Hark, Ching Siu-Tung, Raymond Lee
Kamera: Andy Lam, Peter Pau
Actionchoreographie: Ching Siu-Tung. Liu Zhiao
Screenplay: Jin Yong (Roman), Kwan Man-Leung
Kostüme: Ng Po-Ling
Musik: James Wong, Romeo Diaz

DarstellerInnen: Sam Hui, Cecilia Yip, Fennie Yuan, Jackie Cheung, Wu Ma, Sharla Cheung Man, Yuen Wah, Lau Siu Ming, Lau Shun, Lam Ching Ying


Story:

China, während der Ming-Dynastie. Aus der königlichen Bibliothek wird eine geheime Martial Arts Schriftrolle gestohlen. Damit dieser Vorfall nicht an die Öffentlichkeit dringt, beseitigt der für das Gebiet verantwortliche Beamte mit seinem Helfer Au Yeung alle Zeugen. Ein Tatverdächtiger ist auch schnell in dem ehemaligen Beamten Lam gefunden, dessen Haus umstellt wird. Dort halten sich aber auch zwei Mitglieder der Hua Mountain Schwertkampfschule auf, Seniorschüler Ling Wu Chung und die Tochter des Meisters Ling San. Da vermutet wird, daß die Beiden in dem allgemeinen Trubel etwas über den Aufenthalt der Schriftrolle erfahren haben könnten, werden sie nun ebenfalls gejagt. Auf ihrer Flucht geraten sie ins Miao Gebiet, wo ihnen als Han-Chinesen ebenfalls Mißtrauen entgegengebracht wird.


Kommentar:

Der Film Swordsman beruht lose auf dem gleichnamigen, teils lustigen, teils abenteuerlichen Roman von Louis Cha, von dem außer einigen Storyimpulsen hauptsächlich die interessanten Charaktere übernommen wurden. Hauptperson des Film ist Ling Wu Chung, erster Schüler der Hua Mountain Schwertschule. Eine gutartige, freundliche, naive aber gleichzeitig schlaue Person (also das was in Rollenspielen als Chaotisch-gut bezeichnet wird :wink:). Ihm zur Seite steht die Tochter des Meisters, eine recht lebendige, gefühlvolle und ein bißchen verwöhnte junge Dame (Dickkopf!). Dann gibt es die beiden Miao-Damen Ying-Ying, Anführerin der Sonne-Mond-Gruppe, die nicht gerade auf gesetzlichen Pfaden wandelt und Blue Phönix, die eine besondere Beziehung zu allerlei giftigen Tierchen hat.
Die unangenehmen Hauptpersonen zeichnen sich natürlich vor allem durch Machtgier und ihre Angewohnheit, Intrigen zu spinnen und über Leichen zu gehen, aus. Von Ihnen ist wahrscheinlich Au Yeung der gewitzteste.
Weiter gibt es auch noch eine Fülle von Nebencharakteren, die ebenfalls interessant und besonders sind, die ich hier aber nicht alle schon verraten will.

Die Rollen sind alle absolut passend besetzt worden und man hat das Gefühl, als hätten die SchauspielerInnen großen Spaß beim Dreh gehabt. Sam Hui hat mir als Ling Wu-Chung besonders gefallen. Er strahlt genau die richtige Mischung aus Sorglosigkeit und Ernsthaftigkeit aus. Außerdem kommt er als Sänger natürlich mit den zwei Stellen, an denen er singen muß, ganz gut zurecht.
Cecilia Yip war einfach süß als kleine „Schwertkampfschwester“. Und die anderen waren, wie gesagt, auch sehr gut.
Es ist nur schade, daß Jackie Cheung hier so einen unangenehmen Charakter (Au Yeung) spielt. 😉

Alle diese Figuren wurden mit aufwendigen Kostümen versehen und ordentlich geschminkt, was einiges zum Abenteuercharakter des Films beiträgt.

Der Film ist auch ästhetisch sehr ansprechend. Auffallend sind die sehr schön gefilmten, warm-goldgetönte Szenen bei untergeheder Sonne.

Die Actionsequenzenzen sind sehr schnell geschnitten. Wahrscheinlich, weil das Cast aus Kampfkunstlaien bestand, und man dadurch erreichen konnte, daß die einzelnen Bewegungsabläufe nicht mehr nachvollziehbar sind. Daführ sehen sie für damalige Verhätnisse recht eindrucksvoll aus.

Die Musik besteht überwiegend aus Variationen des Liedes „Similing Proud Wanderer“, das in der Geschichte eine Schlüsselrolle spielt.


Fazit:

Obwohl Swordsman II kampftechnisch gesehen wahrscheinlich besser ist als Swordsman und Jet Li als Linghu Chong getreu seiner Rolle auch viel mehr Wein trinken darf, gefällt mir Swordsman eigentlich besser. Beim ersten Teil ist einfach der Abenteuerfaktor größer und es wurde mehr auf die Figuren eingegangen.

Ich habe gehört, daß manchen Leuten, die Geschichte von Swordsman, wegen der verschiedenen unterschiedlichen Parteien, zu verworren ist. In dem Fall würde ich dazu raten, den Film einfach ein zweites Mal zu schauen. Spätestens dann müßte das Ganze klar sein!


Sonstiges:

Die Geschichte wurde öfter verfilmt, unter anderem gibt es die Shaw-Brothers Produktion „The Proud Youth“ und die TV-Serie „The Smiling Proud Wanderer“ mit Chow Yun-Fat.

Es gibt zwei Sequels zu dem Film: Swordsman II (aka Legend of Swordman) und Swordsman III (aka Swordsman III: East is Red) mit anderem Cast. Bei Swordsman II spielen Jet Li, Brigitte Lin, Rosamund Kwan und noch einmal Fennie Yuan als Blue Phoenix. Swordsman III ist nicht mehr Ling Wu Chungs Geschichte, sondern Asia Invincibles und daher spielt nur noch Brigitte Lin mit.

In Deutschland sind die Filme früher unter dem Titel „Meister des Schwertes“ (=Swordsman), China Swordsman (=Swordsman II) und China Swordsman II (=Swordsman III) erschienen. Bei der neuen DVD-Auflage von ems wurden sie aber als Swordsman-Trilogie herausgebracht.


Anmerkung: In diesem Artikel wurden die chinesischen Namen in der Reihenfolge «englischer Vorname Familienname chinesischer Vorname» geschrieben.

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