Out of Rosenheim

  • Kinostart:

 

BRD 1987/1988
auch bekannt als “Bagdad Cafe”
Genre: Komödie, Drama
Regie: Percy Adlon
Kamera: Bernd Heinl
Drehbuch: Percy Adlon, Eleonore Adlon, Christopher Doherty (Co-Writer)
Musik: Bob Telson, Jevetta Steele (Performer), Darron Flagg (Klavier)
DarstellerInnen: Marianne Sägebrecht, C.C.H. Pounder, Jack Palance, Christine Kaufmann, Monica Calhoun, Darron Flag, G. Smockey Campbell

 

Story:

Jasmins Amerikareise verläuft alles andere als geplant: Nach einem Streit mit ihrem Mann steht die Bilderbuchbayerin buchstäblich in der Wüste. Mit einem Koffer und einer Thermoskanne bewaffnet, sucht sie eine Unterkunft und landet im Bagdad Cafe, indem sie sich häuslich niederläßt. Ihre Bemühungen das Motel etwas gemütlicher zu gestalten, umfaßt dabei nicht nur die Räumlichkeiten, sondern auch die anderen dort ansäßigen Personen. Diese Einmischung wird von Brenda, der ewig zeternden Besitzerin des Bagdad Cafes, nicht gerade gern gesehen…

 

Meinung:

„Out of Rosenheim“ ist eine Mischung aus Komödie und Drama. Bei Ersterem entsteht der Humor aus der Fish-Out-Of-Water-Situation – typisch bayrische Touristin kontrastiert mit heruntergekommener Tankstelle irgendwo in der amerikanischen Wüste – und wird geschickt durch ein paar surrealistische Sequenzen und schrullige Nebencharaktere verstärkt. Das funktioniert eigentlich ganz gut, jedoch ist der Dramenteil weitaus interessanter.
Beide Hauptpersonen, sowohl Brenda, als auch Jasmin, machen sich in einem Film recht außergewöhnlich aus, tatsächlich entsprechen sie in der Realität aber einer großen Anzahl Hausfrauen im mittleren Alter. Jasmin ist der kinderlose Typ, der darunter leidet, eigentlich nicht wirklich gebraucht zu werden und von ihrem Mann eher als nötiges Anhängsel gesehen wird und Brenda verkörpert das genaue Gegenteil. Die Frau, die Haus und Hof im Grunde genommen alleine verwalten muß, in ihrem Leben auch nichts weiter erwarten kann und dafür noch nicht einmal einen Funken Dank oder Anerkennung erhält. Eigentlich hat sie schon fast resigniert.
Für beide Frauen bringt nun ihre Begegnung eine Veränderung mit sich. Jasmin lernt, daß sie sich plötzlich an einem Ort befindet, an dem sie wirklich gebraucht wird, ihre eigene Stärken kennen und macht eine Art Selbstfindungsphase durch und Brenda schöpft durch Jasmins Ankunft wieder Mut, das Beste aus dem, was sie hat zu machen.
Von US-Bürgern wird der Film auch dahingehend interpretiert, daß Jasmins Figur einem Engel entpricht, der in Brendas Leben kommt. Ich selbst finde diese Interpretation wenig attraktiv – da sie erstens recht kitschig ist, und zweitens außer Acht läßt, daß Jasmin auch von der Begegnung profitiert – muß aber leider zugeben, daß man das dem Film tatsächlich so entnehmen kann, da Adlon die Begegnung der beiden Frauen durch Jasmins „Vision“ – Jasmin landet in Brendas Tankstelle-Cafe, da sie einer Lichtreflexion (Stern von Bethlehem) in Richtung Tankstelle folgt.- als schicksalhaft beschreibt.
Beide Frauen wurden von sehr gut von Marianne Sägebrecht und C.C.H. Pounder dargestellt. Sägebrecht gelingt es ihrer Figur im Laufe des Films mehr und mehr Ausstrahlung zu verleihen. Sie profitiert aber natürlich auch davon, daß die Rolle von Percy Adlon, mit dem sie früher schon zusammengearbeitet hat, auf sie zugeschrieben war. C.C.H. Pounder zeigt uns eine Brenda, die schwach, verletzt, frustriert und gleichzeitig sehr stark ist. Ihre Leistung hat mich ziemlich beeindruckt, auch wenn ich zugeben muß, daß sie nicht den ganzen Film über gleich überzeugend war.
Optisch bietet der Film einige sehr schöne Aufnahmen von verfallener Tankstelle vor Wüstenhintergrund. Bilder, die immer wieder wirken, aber nichts Neues sind.
Die Musik wurde von Bob Telson geschrieben und eines der Lieder, „Calling You“, wurde 1989 für den Oscar für den besten Song nominiert. Brenda und Jasmin haben am Ende auch eine kleine Musicaleinlage, die sich eigentlich schön einfügt, aber leider ein klein wenig zu lang geworde ist.

 

Fazit:

”Out of Rosenheim” ist ein netter kleiner Film, der sich von Thematik und Umsetzung angenehm von gängigen Filmen unterscheidet, ohne dabei seinen Unterhaltungswert zu verlieren.
Trotzdem würde ich ihn nur an Leute empfehlen, die ruhigere Filme mögen.

 

Sonstiges:

Das Sidewinder Cafe, in dem der Film gedreht wurde, gibt es wirklich und man kann dort rasten und es sich anschauen, wenn es einen mal nach Newberry Springs in Kalifornien verschlägt. Es soll auch wirklich noch immer genauso aussehen wie im Film.

 

Darsteller:

Regie:

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