Wer ist Hanna?

    • Kinostart:

Originaltitel: Hanna
Regisseur: Joe Wright
Drehbuch: Seth Lochhead, Joe Wright, David Farr, Joe Penhall
Darsteller: Saoirse Ronan, Cate Blanchet, Eric Bana, Tom Hollander
Land: USA
Jahr: 2011
Genre: Thriller, Drama, Action
Laufzeit: ca. 111 Minuten

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Darum geht’s:
Nach dem Tod ihrer Mutter wird Hanna einsam in der finnischen Wildnis von ihrem Vater aufgezogen. Der ehemalige CIA Agent bildet seine Tochter bis zu ihrem 14ten Lebensjahr zur eiskalten Killerin aus. Eines Tages fühlt sich Hanna bereit, den Kampf gegen Marissa Wiegler aufzunehmen, deren einziges Streben darin besteht Hanna zu töten, da diese ein dunkles Geheimnis umhüllt und somit ihre Karriere gefährdet. Zusammen mit zahlreichen Komplizen mach sich die CIA Beauftragte auf die Suche um das Mädchen zu beseitigen, bevor diese ihren Auftrag erfüllen kann.

Warum Hanna?
Hanna ist mir zum ersten Mal auf einem Kinoplakat aufgefallen. Dort kam mir sofort der Film „In meinem Himmel“ in den Sinn, in dem Hauptdarstellerin Saoirse Ronan auch die Protagonistin spielte. Wenig später beim durchblättern des Kinoprogrammes sprach mich die Story an. Letztendlich hat mich dann noch ein TV Beitrag über dem Film dazu bewogen, mir „Wer ist Hanna“ anzusehen.
Vor der großen Leinwand = Angenehmes Publikum, keine Quengler, die einem ins Kreuz treten, sondern Leute die mit dieser Art Film umzugehen wissen. Ja, diesen Kinobesuch habe ich in der Tat genossen.

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Meinung:
Gut, aber nicht ganz, was in der Vorschau versprochen wurde. Der Trailer zeigt ein Mädchen, dass ala Nikita tötet,- eiskalt ohne Gefühle,- nur darauf bedacht, ihren Auftrag zu erfüllen. Blitzschnell, Bärenstark und emotional verkrüppelt. Okay, die ersten zwei Sachen stimmen, doch je weiter der Film fortschreitet, desto mehr wird klar: Hanna ist ein normaler Teenager, der auf der Suche nach sich selbst ist. Ehrlich gesagt hat sie mehr Herz gehabt, als alle anderen im Film zusammen. Das ist kein Manko, aber eben nicht das, was ich mir vorgestellt hatte.

Das haben die Szenen, in denen Hanna kämpfte jedoch wieder wett gemacht. Wobei ich hierbei sagen muss: wenn sie doch so schnell, stark und klug (quasi ein kleiner Dark Angel) ist, warum lief sie fortwährend vor ihren Verfolgern weg? Ein Großteil der Actionsequenzen, die übrigens mit passender Musik von den Chemical Brothers unterlegt wurde, besteht aus Dauerlauf. Für eine Profikillerin doch etwas zu verängstigt. Für ihr Alter zwar berechtigt, aber nicht, wenn man ihr Geheimnis kennt. Spätestens dann wird nämlich klar, dass den Drehbuchautoren hier ein Logikfehler unterlaufen sein muss,… könnte,… wollte?

Was ich hingegen schlecht fand waren die Neo-Naziverschnitte, die in Bomberjacken, engen Jeans und Springerstiefeln (Glatzen nicht zu vergessen) auf der Jagd nach Hanna in Berlin waren. Aha,… typisch für Deutsche? Oh Mann! Der verrückte Bordellbesitzer war auch ein Stereotyp wie Gary Oldman zu seinen besten Zeiten. Marissa Wiegler , die hervorragend (hervorAGENT!) von Cate Blanchett (Herr der Ringe) verkörpert wurde, hätte ehrlich gesagt gereicht. Sie war der perfekte Antagonist zu Hanna,- obgleich auch diese wieder zu weich an manchen Stellen gezeichnet wurde. Ihr Geheimnis hat man hingegen nicht erfahren.

Saoirse Ronan (Seelen) spielt genial. Sie erinnert mich zudem sehr stark an Bryce Dallas Howard (Eclipse). Von ihr wird man sicherlich noch eine Menge hören und sehen.

Teilzeit-Hulk Eric Bana (Erlöse uns von dem Bösen) war ganz nett aber nicht weiter erwähnenswert.

Das Kapitel mit der Familie sehe ich eher etwas unpassend. Sie helfen Hanna unfreiwillig auf ihrer Flucht, bringen jedoch auch etwas zu viel Humor in den Film. Das ist zwar nicht unbedingt schlecht, jedoch wird Hannas Verloren sein in der großen weiten Welt damit um so deutlicher. Hier wird gezeigt, das sie für ein Multitalent, das sich in mehr als sieben Sprachen verständigen kann und jeden einzelnen Muskel den man beim Küssen benötigt aufzählen kann, eigentlich gar nichts von der Welt weiß. Noch deutlicher wird dies im Hotelzimmer in Marokko, wo sie vor Schreck der sämtlichen durch Elektrizität erweckten Sachen die Flucht ergreift. Leider erfährt man auch nicht, was aus der Familie geworden ist.

Zuguterletzt zu meinen beiden favorisierten Szenen:
1) Der Ausbruch aus dem Gefängnis
2) Hannas Fund in Grimms Haus, nachdem sie dorthin zurückkehrt.

Unfreiwillig komisch ist übrigens die Tatsache, dass Hannas erster Satz auch ihr letzter sein wird.

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In diesem Sinne:
„Wer ist Hanna?“ ist ein guter Film mit einer neuen Idee und bietet gelungene Unterhaltung.

 

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