Ruang Talok 69

    • Kinostart:

Thailand 1999
Auch bekannt als: 6ixtynin9, Ruang Talok 69 – Eine tödliche Adresse
Regie: Pen-ek Ratanaruang
Kamera: Chankit Chamnivikaipong
Drehbuch: Pen-ek Ratanaruang
DarstellerInnen: Lalita Panyopas, Tasanawalai Ongartittichai, Lack Phomtong, Sritao, Arun Wannardbodeewong, Sirisin Siripornsmathikul, Likit Thongnak

 

Story:

Kurz nachdem Tum ihren Job als Sekretärin verloren hat, findet sie vor ihrer Tür einen Pappkarton voller Geldbündel. Leider erweist sich der Fund nicht als die erhoffte Rettung aus Bedrängnis, sondern als Quelle neuer Probleme, denn schon bald hat Tum nicht nur die üblichen Gangster, sondern auch neugierige Nachbarn am Hals…

 

Kommentar:

“Ruang Talok 69” ist ein sehr früher Film von Regisseur Pen-ek Ratanaruang, dem wir so einen herausragenden Film wie ”Last Life in the Universe” zu verdanken haben. Da ich, wie wahrscheinlich die Meisten, Last Life zuerst gesehen habe, stand ich diesem Film anfangs natürlich etwas skeptisch gegenüber. Last Life ist ja auch für das Auge sehr befriedigend, wie würde sich Pen-ek Ratanaruang also machen, ohne eine Koriphäe wie Kameramann Christopher Doyle an seiner Seite?
Ich wurde angenehm überrascht!
Die Verwicklungen um das Verbrechergeld in “Ruang Talok 69” sind nicht nur spannend und unterhaltsam mit viel schwarzem Humor und einem Funken Melancholie erzählt, sondern wissen ebenfalls durch eine zwar ruhige, aber abwechslungsreiche Kameraführung zu gefallen.
Pen-ek Ratanaruang hat außerdem ein gutes Auge dafür, Gegenstände und Personen anzuordnen (anders ausgedrückt: Mise-en-Scene des Film ist durchaus ordentlich).

Der Film nimmt sich viel Zeit die Geschichte darzustellen, das tut aber der Spannung keinen Abbruch.
Besonders gut haben mir die Sequenzen gefallen, die zeigen, was die Personen sich vorstellen. Das hilft natürlich in erster Linie dem komödiantischen Teil, erlaubt aber dem Zuschauer auch einen Einblick in das Innenleben der Charaktere.
Die Nebenfiguren sind absichtlich etwas überzogen dargestellt, wie das eben bei Komödien üblich ist, aber die Hauptfigur Tum ist sehr realistisch. Sie ist außerdem von Lalita Panyopas hervorragend gespielt! Da sie nur sehr wenig Text hat, muß sie sämtliche Gefühlslagen – und ihre Figur macht wirklich einiges mit – ausschließlich durch Körpersprache darstellen. Die Gefühle werden aber problemlos auf den Zuschauer übertragen, ohne daß ihr Spiel übertrieben wirkt!
Ansonsten hat mir auch noch die Darstellerin von Tums Nachbarin recht gut gefallen, leider weiß ich ihren Namen nicht. Sie hatte zwar auch eine der Figuren zu spielen, die eigentlich die “Witze” liefern sollen, sticht aber unter diesen Rollen angenehm heraus.

Musik, überwiegend Percussion und Synthesizer, wurde nur sehr spärlich eingesetzt, um an einigen Stellen die Spannung zu erhöhen.

Einige Dinge, wie Namen, Gegenstände und Bilder aus “Ruang Talok 69” hat Pen-ek Ratanaruang in seinen späteren Filmen ”Invisible Waves” und ”Last Life in the Universe” wieder untergebracht.
In seinem Film, ”Ploy”, wirken sowohl der gleiche Kameramann, als auch die gleiche Hauptdarstellerin mit.

 

Fazit:

Filme über Taschen, Koffer usw. mit Verbrechergeldern, die in die “falschen” Händer geraten, gibt es in der Zwischenzeit wie Sand am Meer. Trotzdem würde ich dazu raten, sich diesen Film anzusehen, da er sich durch seine ruhige, melancholisch-humorvolle Art doch auch etwas von den anderen abhebt.
Mir hat er wirklich gut gefallen.

 

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